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Bad Waldsee - Der Museums- und Heimatverein Bad Waldsee kann für die laufende Museums-Saison wieder einige Neuerwerbungen in seiner Dauerausstellung präsentieren. Einmal handelt es sich um zwei für Waldsee historisch bedeutende Bilder.

Beim ersten Bild handelt es sich um eine aufwändig gerahmte colorierte Ansicht von Waldsee, die außerhalb der Zeichnung unten groß bezeichnet ist mit „Waldsee. Gegen Süd West“. Am Rand rechts unten klein: „A. Hafner pinxit Anno 1815“ (pinxit = hat es gemalt). Die Südwest-Ansicht zeigt die Stadt von der „Bleiche-Seite“ her. Der Standort des Malers muss auf der Anhöhe zwischen heutigem Jugendhaus und Frauenbergkapelle gelegen haben. Die Zeichnung zeigt die Stadt noch mit der vollständigen Befestigung, den drei Stadttoren und der Ummauerung. Im Gegensatz zu der Seite zum Stadtsee war die Befestigung zur Bleiche hin mit einer Vormauer und einem Zwinger versehen.

Beim zweiten Bild handelt es sich um eine colorierte Ansicht des Waldseer Schlosses. Rechts unten klein bezeichnet: „ad Nat gez. v. Wh F. Schnorr.“, also: nach der Natur gezeichnet von Wilhelm F. Schnorr. Eine Datierung ist nicht angegeben. Es dürfte aber spätesten um die Mitte des 19. Jahrhundert entstanden sein. Auf der Südseite ist jedenfalls der heute am Schloss vorhandene Balkon noch nicht zu sehen. Das Schloss war zu der damaligen Zeit noch schön frei in der Landschaft zu sehen und die Sicht darauf war nicht wie heute durch einen dichten Baumbewuchs behindert.

Beide Bilder sind Originale und sehr detailliert ausgeführt. Auch die Landschaft ist sehr interessant, zeigt sie doch, dass der Getreideanbau damals noch vorherrschend war.

Ein Sebastian von der Hand Jörg Zürns
Ein weiteres neues Objekt, das nun im Museum bestaunt werden kann, ist eine Figur in der Zürn-Sammlung. Nicht zuletzt durch die Spendenbereitschaft Waldseer Kunstfreude konnte diese wertvolle Figur eines Hl. Sebastian erworben werden. Das Kunstwerk wird Jörg Zürn (*um 1583, + vor 1638) zugeschrieben, dem ältesten der insgesamt sechs Bildhauersöhne des Waldseers Hans Zürn des Älteren. Die Figur ist 35 cm hoch, um 1625 entstanden und aus Alabaster gearbeitet. Die Fassung (Bemalung) ist noch original.

Gemälde von Alois Lang
Bei der letzten Erwerbung handelt es sich um ein Bild des Waldseer Malers Alois Lang. Das Werk wurde dem Museum von einer Hamburger Galerie angeboten und ist von einer hervorragenden Qualität. Es handelt sich um ein Porträt eines Gerichtsnotars Ott aus Göppingen aus dem Jahr 1835. Zu dieser Zeit lebte Alois Lang in Stuttgart. Das Bild ist ein schönes Beispiel für die Porträt-Kunst Langs und ergänzt die Alois-Lang-Sammlung des Museums in besonderer Weise.

Mehr unter www.museum-bad-waldsee.de
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.museum-bad-waldsee.de

Text: Hubert Leißle (Museums- und Heimatverein Bad Waldsee) / Fotos: MHV

01 Waldsee 1815 Detail 1 1

Waldsee 1815 – von St. Peter bis zum Rathaus, In der Mitte der Vötschenturm. Im Vordergrund die Bleiche.

02 Waldsee 1815 Detail 4 1

Waldsee 1815: Rechts hinten das Wurzacher Tor, vorne das heute nicht mehr existierende Ravensburger Tor.

03 Schloss Waldsee 1850

Schloss Waldsee um 1850 (mit Nebengebäuden)

04 Schloß Waldsee 1850 Detail 3

Schloß Waldsee um 1850 (Bildausschnitt)

05 Sebastian Joerg Zuern in Vitrine

Sebastiansfigur (um 1625), vermutlich von Jörg Zürn

06Gemälde A. Lang Gerichtsnotar Ott

Hohe Porträtkunst:  Alois Langs Gemälde zeigt den Gerichtsnotar Ott.

 

 

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halloRV

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