Bad Waldsee - Ein etwa 30 Tonnen schwerer Findling hat jüngst von einem städtischen Grundstück im Gewerbegebiet Wasserstall weichen müssen, da dort Erdarbeiten anstanden. Mit schwerem Gerät ließ die Stadt ihn deshalb in den Tannenbühl transportieren. Seine neue Heimat hat er dort gefunden, wo zuvor der so genannte „Waldsee-Pfahl“ stand, eine zwischenzeitlich morsch gewordene Skulptur aus Holz.
Deren noch intakte Teile hat die Stadt der Narrenzunft geschenkt, sie sind jetzt bei der Ölmühle zu sehen. Der Findling entstammt der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 bis 10.000 Jahren und wurde von einem Gletscherstrom aus den Alpen hierher transportiert. Stadtförster Martin Nuber plant, den schweren Brocken geologisch analysieren zu lassen, um seine genaue Herkunft zu klären. Die faszinierende Reise des alpinen Felsbruchstücks sollen Interessierte später auch auf einem Schild nachlesen können. „Vielleicht stellen wir auch ein Kunstwerk oben drauf“, sagt Nuber.
Im Juni waren außerdem Spezialfahrzeuge im Stadtwald eingesetzt, um die Böden zu kalken. Dieses Verfahren wird alle zehn Jahre angewendet. „Es handelt sich nicht um eine Düngung“, betont Nuber, „sondern dient dazu, den natürlichen Säuregehalt des Bodens wiederherzustellen, den menschliche Einflüsse aus dem Gleichgewicht bringen.“ Viele Faktoren und Mechanismen spielen dabei eine Rolle. Am Ende dient die Kalkung dazu, den Waldbestand für die Zukunft zu sichern und ihn robust zu machen gegen die Herausforderungen des Klimawandels.
flö/Fotos: Martin Nuber



