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Bad Waldsee - Wer von Bad Waldsee in Richtung Kisslegg fährt, kann den markanten Berg in den Allgäuer Alpen nicht übersehen. Gerade wenn im Winter Schnee liegt, springt einem der Höhenzug innerhalb der Nagelfluhkette regelrecht ins Auge.

2020 entstand innerhalb der Bad Waldseer Laufgruppe die Idee, man könnte doch gemeinsam im Winter durch das schöne Allgäu bis an den Hochgrat laufen. Es sollte drei Jahre dauern, bis die Gedanken an so ein Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnten.

Da die Distanz von 70 Kilometer plus Bergbesteigung am Stück nicht zu bewältigen ist, wurde die Strecke in einzelne Etappen eingeteilt. Jeder Teilnehmer konnte sich überlegen welche Etappe er laufen möchte und vor allem auch wie viele davon.

Dabei waren nicht nur die Kilometer eine Herausforderung, sondern auch die Höhenmeter. Bereits auf der ersten Etappe hoch nach Ehrensberg an den Rohrsee waren 140 Höhenmeter zu bewältigen. Vom Rohrsee führten die nächsten Etappen in einem munteren auf und ab über Kisslegg, Waltershofen, Zaisenhofen, Gestratz, Stiefenhofen sowie Oberstaufen bis an die Talstation der Hochgratbahn.

Einige hatten hier trotz der vielen Kilometern in den Beinen immer noch nicht genug und wagten den Aufstieg zum Hochgrat trotz schlechter Wetterprognosen. Die Hochgrat-Bahn war an diesem Tag außer in Betrieb, was dazu führte, dass außer uns niemand unterwegs war.

Auf der ersten Hälfte der fünf Kilometer langen Steigung mit 840 Höhenmeter behinderte ein böiger Wind und Schneematsch den Weg nach oben. Es sollte aber noch heftiger kommen, denn gerade, als der steile Teil begann, fing es an heftig zu schneien und die neun Läuferinnen und Läufer mussten sich ihren Weg entlang der Sicherheitspfosten durch den Tiefschnee bahnen. Erst wenige Meter vor dem Erreichen der Bergstation tauchte diese im Schneegestöber auf. Nach einem kurzen Stopp wurde beschlossen, aus Sicherheitsgründen den Gipfel nicht zu besteigen, sondern direkt den Rückweg anzutreten.

Die 24 Teilnehmer liefen im Schnitt 21,5 Kilometer. Dabei schaffte der Spitzenreiter unglaubliche 57 Kilometer. Für ihn war der Etappenlauf ein willkommenes Training für seinen nächsten geplanten 100 Kilometer-Lauf.

Erschöpft, aber überglücklich ließen die Läuferinnen und Läufer diesen unvergesslichen Tag bei einer Einkehr ausklingen. Alle waren sich einig, dass es bald wieder so ein tolles Gruppenevent geben sollte.

 

Bericht von Richard Köberle

Foto von Wolfgang Greshake

 

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halloRV

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