Reute - Die Räumung des Klosters Reute (Bereich Mutterhaus) wegen des Umbaus kommt gut voran. Am Samstag, 25. März, können Interessierte einen Blick hinter die Klostermauern und auf die Baustelle werfen.
Seit die Schwestern im vergangenen Sommer ihr Kloster verlassen und die Interimsquartiere auf dem Klostergelände bezogen haben, wird das Mutterhaus Schritt um Schritt geräumt. Im Moment beschränkt sich die Baustelle auf Rückbauarbeiten, doch die sind die nötige Vorbereitung für den Baubeginn im Sommer. Erstmals haben Interessierte im Zuge einer öffentlichen Führung die Möglichkeit, einen Blick ins leere Mutterhaus und auf die Baustelle zu werfen.
Selbst für die Franziskanerinnen ist das derzeitige Erscheinungsbild der Klostergebäude ungewöhnlich. So dürften nämlich die wenigsten ihr Mutterhaus gesehen haben. Alle Zimmer sind leergeräumt, Wände teils aufgestemmt und Leitungen freigelegt, Einbauten wurden entfernt. Die voll beladenen Paletten, die noch vor kurzem auf den Fluren lang aufgereiht standen, sind ebenfalls verschwunden. Am auffälligsten präsentieren sich die Klausur- und die Franziskuskapelle. Hier wurden die Bänke ausgebaut und Kunstwerke entfernt und sicher eingelagert. Anfang Februar wurden Bänke und Paletten auf drei große Sattelschlepper verladen, die den Klosterberg in Richtung Ungarn, Albanien und Kroatien verlassen haben. Dort wurden die Spenden der Schwestern freudig erwartet und bekommen nun ein neues Leben in örtlichen Kirchengemeinden.
Sanierungsbedarf im Kloster sichtbar
In den leeren Räumen zeigt sich der Sanierungsbedarf deutlich. „Wir sind sorgsam mit unserem Mutterhaus umgegangen und haben viel Mühe in die Instandhaltung gesteckt“, sagt Generaloberin Sr. Maria Hanna Löhlein. In der Nachkriegszeit, als das Mutterhaus nach Besetzung und Zwangseinquartierung saniert werden musste, habe man das verwendet, das gerade verfügbar und bezahlbar gewesen sei. „Die Schwestern sind damals mit viel Sinn für das Mögliche und einer großen Portion Pragmatismus ans Werk gegangen. Das macht sich nun aber bemerkbar“. Die Herausforderungen liegen auf der Hand: Elektro- und Sanitärinstallationen müssen ebenso erneuert werden wie die Brandschutzeinrichtungen. Hinzu kommt u.a. der Austausch aller Fenster und die energetische Ertüchtigung der Gebäude. Dort wo der Pragmatismus der Fünfzigerjahre aber vorbeigezogen ist, finden sich wahre Perlen. „Unsere Architekten schwärmen regelrecht von den historischen Terrazzoböden, die an einigen Stellen erhalten geblieben sind und fachgerecht restauriert werden“, sagt Sr. Maria Hanna. Für die Zeit der Erbauung sei das Mutterhaus ein sehr modernes Gebäude gewesen. Dies zeige sich in der gut erhaltenen Grundsubstanz, die die Investitionen in die Sanierung rechtfertigten.
Öffentliche Führungen durch das Mutterhaus und die Baustelle
Die Vorbereitungen für den Umbau liegen voll im Plan. Im April sollen die Arbeiten am Rohbau der Aussegnungshalle fortgesetzt und die Umgestaltung des Klosterfriedhofs begonnen werden. Im Sommer sollen die Handwerker das Ruder im Mutterhaus übernehmen. Über die Planungen für den Umbau und die Geschichte des Klosters können sich Interessierte bei den öffentlichen Führungen informieren. Bis Juli findet einmal monatlich eine Führung statt, die erste bereits am kommenden Samstag, 25. März, um 14.00. Treffpunkt ist an der früheren Mutterhauspforte gegenüber der Pfarrkirche.
Weitere Termine
Weitere Termine sind am 22. April, 27. Mai und 24. Juni, jeweils um 14.00. Der Rundgang ist nicht durchgängig barrierefrei, es müssen mehrere Treppen und Rampen passiert werden.
Informationen zu den Führungen gibt es bei der der Stabsstelle Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit im Kloster Reute, Telefon: 07524 708-201, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Text und Fotos: Claus Mellinger

Blick in die leere Klausurkapelle.

