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Haisterkirch - Die Ältere Marianische Bruderschaft beging jetzt nach gewohnter Art, ohne Einschränkungen durch Corona, ihren jährlichen Bruderschaftstag am Donnerstag vor dem Aschermittwoch in der Haisterkircher Pfarrkirche St. Johannes Baptist.

Beten für die verstorbenen Brüder
Dieser traditionelle Gedenktag für die verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft hat keinen Bezug zur Fasnet, also zum „Gumpigen“. Die Terminierung geht zurück bis ins Gründungsjahr 1702. Bis zu Schließung der Kapelle „Mariä Opferung“ in Osterhofen vor fünf Jahren wurde bei einem Gottesdienst immer in dieser Kapelle in Osterhofen der verstorbenen Brüder gedacht. In dieser Kapelle (eine Kleinkirche) hängen auch die Bruderschaftstafeln sowohl der älteren als auch der jüngeren Bruderschaft (die von 1718 stammt). Die Eucharistiefeier 2023 wurde, wie in den letzten Jahren, von Pfarrer Thomas Bucher zelebriert.

„Meine Hochachtung“
Pfarrer Thomas Bucher drückte gleich zu Beginn der Messfeier seine Hochachtung darüber aus, dass die Ältere Bruderschaft nun seit 321 Jahren eine lebendige Gemeinschaft geblieben ist und alle Wirren der Zeiten überstanden hat. Die Jüngere Bruderschaft, die ebenfalls 63 Mitglieder hat, feierte 2018 ihr 300-jähriges Bestehen.

Die Bruderschaften, die hier im Haistergau in der Zeit des Hochbarocks gegründet worden sind, hatten entsprechend der Wurzeln des Bruderschaftswesens das Totengedächtnis im Mittelpunkt. Entstanden ist dies letztlich schon bei frühmittelalterlichen Gebetsbrüderschaften.

Pfarrer Thomas Bucher hatte für diesen Gottesdienst die Deutung des diesjährigen Misereor-Hungertuchs mit der Thematik „Was ist uns heilig“ in den Mittelpunkt gestellt. Zum guten Verstehen der Botschaft (blaues Wunder) bekamen alle Gottesdienstbesucher eine kleine Kopie des Bilds.

Für die feine musikalische Umrahmung während der Eucharistiefeier hatte Hermann Hecht an der Orgel Sorge getragen.

In der "Rose" in Hittelkofen
Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Mitglieder der Bruderschaft nach altem Brauch zur gemeinsamen Hauptversammlung in der „Rose“ in Hittelkofen. Dankbar genoss man das Zusammensein ohne Corona-Auflagen.

Peter Fluhr dankte
Peter Fluhr, der ehrenamtlicher Pfleger der Älteren Marianischen Bruderschaft, bedankte sich bei Pfarrer Bucher und dem indischen Praktikanten Joji Joseph, beim Organisten Hermann Hecht sowie bei der Mesnerin Claudia Waibel für die würdevolle Gestaltung des diesjährigen Gottesdienstes. Er informierte auch über den Kassenstand und bat säumige Mitglieder um Entrichtung des jährlichen Obolus. Was prompt auch erledigt wurde. Zudem wurden die Nachrücker bei der Versammlung vorgestellt. Hans Holdenried, der über 25 Jahre selber ehrenamtlicher Pfleger war, ist das „dienstälteste“ Mitglied: seit sage und schriebe 75 Jahren gehört er der Älteren Bruderschaft an; er wurde seinerzeit als Kind als Nachfolger seines früh verstorbenen Vaters angemeldet. Inzwischen wurde Hans zum „Ehrenbruder“ ernannt.
Text: Rudi Martin

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Joji Joseph (rechts), aus Indien stammender Priesteranwärter, lernte in Haisterkirch dreihundertjähriges religiöses Brauchtum kennen. Unser Bild zeigt ihn mit (von links) Hans Holdenried (Ehrenbruder), Pfarrer Thomas Bucher und Peter Fluhr, dem „Pfleger“ genannten Vorstand des Männerbündnisses. Foto: Rudi Martin

 

 

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