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Reute - Boaah. Mannomann. Wow. Da fehlen mir die Worte. Was die Narrengilde Schussentäler Reute e.V. am Sonntag zu ihrem 60. auf die Beine gestellt hat, war schon superkalifragilistischextrareutemäßig.

Der Flyer zum Umzug brauchte drei ganze Seiten, um alle teilnehmenden Zünfte und Musikkapellen aufzuführen. 71 Positionen, in Worten einundsiebzig, standen auf dem Zettel. Ja, das sind ja, ja das sind ja, ja das waren tausende von Hästrägern, die sich auf dem Aufstellungsgelände in der St. Matthäusstraße drängten.

Das wimmelte und wuselte und quirrlte und wirrlte. Alle wollten mit dabei sein. Vom Narrensamen in den Kinderwagen bis zu den grau geschopften. Nein, an diesem wunderbaren Sonntag blieb kein Narr zu Hause. Alle, alle trafen sich zum Umzug. Und über allen wachten die Ortsheiligen St. Peter und Paul.

Pünktlicher Start mit der Konfetti-Kanone
Pünktlich um 13.30 schossen die Kanoniere mit ihrer Konfetti-Kanone die erste Ladung Guetsla in die Zuschauer, der Büttel schellte und der Gaudiwurm setzte sich in Bewegung.

Dicht an dicht standen die Zuschauer, oft in Dreier- und Vierer-Reihen hintereinander am gesamten Umzugsweg. Von der Elisabeth-Achler-Straße über die Gaisbeurer-Straße, die Augustinerstraße hinunter Richtung Dorfplatz und zur Durlesbachhalle. Auch die Zuschauer zählten nach tausenden.

Und was es nicht alles zu bestaunen gab. Vorneweg der Reutener Narrensamen mit Ortsvorsteher Achim Strobel und Tochter. Danach der Fanfarenzug Reute. Dann ging’s Gruppe um Gruppe befreundeter Narrenzünfte. Lustige Masken, schaurige Masken, Hexen, Fische, Hunde, Bären, dicke Köpfe, Vögel, Räuber und so weiter und so fort. Was den Maskengestalter über die Jahre nicht alles eingefallen ist. Phantasie kennt einfach keine Grenzen. Charmant die vielen Gardemädchen, die die Zuschauer mit freundlichem Lächeln verzauberten.

Musik. Musik. Musik.
Dazwischen viel Musik. Schalmeien, Guggen, Fanfarenzüge, Musikkapellen, jede Zunft brachte, was sie hatte und die Organisatoren bauten daraus einen abwechslungsreichen Zug, der sich gut und gerne drei Stunden lang durch das fasnetsmäßig herausgeputzte Dorf schlängelte.

An der Kreuzung stand der Moderatorenwagen. OB Matthias Henne mit Familie und Bürgermeisterin Monika Ludy nahmen gerne das Defilee der Mäschkerle in Augenschein. Insgesamt drei Wagen mit Lautsprechern stimmten die Zuschauer auf die Hästräger ein, damit auch alle die passenden Narrenssprüche skandieren konnten. Wa muinet’r – ha wellaweag, Steinbock – stoß, Höllagluet – Deifelsbruet, d’Liesel brennt – d’Sau rennt. Die Sprüche so vielfältig und phantasiereich wie die Masken, die sie begleiten. Den Zuschauern hat’s gefallen und sie skandierten lautstark mit.

Verschnaufen in der Halle
Nach dem Umzug Remmidemmi auf dem Dorfplatz, der Durlesbachhalle und im Discozelt. Musikkapellen, Fanfarenzüge und Lumpenkapellen lieferten weitere Kostproben ihres Könnens ab. Die närrischen Garden zeigten auf der Bühne in der Festhallle Formationstanz vom Feinsten und wurden erst nach reichlichen Zugaben wieder entlassen.

Zum Ausschnaufen gab’s Sitzplätze für die vielen großen und kleinen Mäschkerle. Es gab reichlich zu essen und zu trinken, Kaffee und Kuchen und allerbeste Stimmung.

Die Stimmung war wie das Wetter: Supermäßig und friedlich. Polizeipostenleiter Andreas Korn freue sich über einen Festnachmittag ohne Vorkommnisse.

Bericht und Bilder: Erwin Linder

 

 

 

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halloRV

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