Bad Waldsee - Gut 100 Personen waren der Einladung der neu gegründeten Bürgerstiftung Bad Waldsee am Donnerstagabend (26.1.) ins Haus am Stadtsee gefolgt, darunter Regierungspräsident Klaus Tappeser und die Landtagsabgeordneten Petra Krebs und Raimund Haser. Gekommen waren auch die Gründungsstifter, die Familien Mast, Lothar Hanser und Florian Kramer von der Raiba Reute-Gaisbeuren und die Zustifterin Gerda Hymer. Anwesend waren auch Rudi Heilig und Wolfgang Pfefferle, Initiatoren der Suppenküche, von denen die ursprüngliche Idee stammt. Auch der gemeinnützige Verein Suppenküche im Klosterstüble ist Gründungsstifter.
Bei Zahnarzt Mayer war es konkret zur Sache gegangen. Auf dem Behandlungsstuhl der heutige Vorstand Matthias Haag mit sperrangelweit geöffnetem Mund. Christoph Mayer flink mit Bohrer, Sonde und Mundwerk. Und was kann man beim Zahnarzt sagen außer „mh“. So wurde bei der Behandlung ein weiterer Samen zur Idee eingepflanzt. Die Idee spross, trieb aus und mit Mund-zu-Mund Propaganda und den richtigen Verbindungen wurde aus der zarten Idee die Bürgerstiftung, deren Gründung am vergangenen Donnerstag nun gebührend gefeiert wurde.
Die ersten Ideen für eine Bürgerstiftung waren vor gut drei Jahren von CDU-Stadtrat Wolfgang Pfefferle und im Bürgermeisterwahlkampf 2020 von Suppenküchen-Vorstand Rudi Heilig geboren worden.
„So wird gesellschaftlicher Zusammenhalt geschaffen“
OB Matthias Henne betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des Zusammenhaltes in der Gesellschaft, die durch eine solche Stiftung ganz besonders gefördert werde. Regina Steinhauser von der Schwäbischen Bauernschule Bad Waldsee, die als Moderatorin für den erkrankten Barny Bitterwolf einsprang, fragte den OB, was er sich denn von der Stiftung wünsche. „Viel Erfolg, eine sichere Etablierung der Stiftung in der Gesellschaft und vor allem viele Zustifter, damit die Stiftung ihren Zweck erfüllen kann.“
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von einem Streichquartett der Jugendmusikschule.
Der Mann an der Spitze
„Ich komme gerne nach Bad Waldsee“, sagte Regierungspräsident Klaus Tappeser in seiner Festansprache, „es sind immer erfreuliche Anlässe, die mich hierherführen.“ Gerne sei das Regierungspräsidium behilflich gewesen, die Bürgerstiftung einzurichten. „Mit Matthias Haag zogen in die Spitze der Stiftung richterliche Unabhängigkeit, Empathie und Führungsstärke ein.“
Zustiftung der Familie Hymer
Das unangreifbare Stiftungskapital der Gründungsstifter in Höhe von 110.000 Euro – gestiftet von den Familien Uli und Peter Mast, der Raiba Reute-Gaisbeuren und der Suppenküche Bad Waldsee – verleiht der Stiftung etwas Dauerhaftes. Die Zustiftung der Familie Hymer in Höhe von 150.000 Euro für laufende Projekte gibt der Stiftung aktuell Handlungsspielräume.
Bürgerschaft zum Mitmachen aufgerufen
Einen Ausblick auf die vorgesehenen Projekte gab Vorstand Matthias Haag. Die Bürgerstiftung hat sich laut ihrer Satzung zum Ziel gesetzt, nicht nur Institutionen, die in Bad Waldsee auf sozialem Gebiet tätig sind, zu unterstützen; sie will auch selbst eigene Projekten initiieren. Die Stiftung sei erst am Beginn eines hoffentlich sehr langen Weges und wäre deshalb ausgesprochen dankbar dafür, wenn aus dem Kreis der Bürgerinnen und Bürger Ideen und Vorschläge kämen, wo Hilfsprojekte sinnvoll gestartet werden könnten. „Treten Sie mit uns in Kontakt. Durch ein persönliches Gespräch, vielleicht schon heute Abend oder über unsere Homepage.“ Ein besonderes Augenmerk legt die Bürgerstiftung auf Kinder unserer Gesellschaft, denen es aus den verschiedensten Gründen nicht so gut geht.
Für den KIndergarten in Haisterkirch
Zusammen mir der Ortsvorsteherin von Haisterkirch, Rosa Eisele, konnte ein Wunsch des Kindergartes St. Margret realisiert werden und eine Kletterwand sowie Schienen für eine Holzeisenbahn angeschafft werden, die Frau Stober vom Kindergarten St. Margret in einer Geschenksverpackung symbolisch überreicht bekam.
Bei leckeren Häppchen von Scala-Chef Simon Mayer und seinem Team und Mainstream-Jazz von „4play" klang die Gründungsfeier der Bürgerstiftung gegen 23.00 Uhr aus.
Text und Fotos: Erwin Linder

Stiftungsvorstand Matthias Haag spricht.

Regierungspräsident Klaus Tappeser bei seinem Festvortrag.

Etwa 100 Personen waren zum Gründungsfest der Bürgerstiftung gekommen. Auf unserem Bild sind zu sehen (von links nach rechts): Ortsvorsteher Achim Strobel (Reute-Gaisbeuren), Florian Kramer, Lothar Hanser (beide Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren), Oberbürgermeister Matthias Henne, Zustifterin Gerda Hymer, Regierungspräsident Klaus Tappeser und Bürgermeisterin Monika Ludy.

Auf diesem Bild sind zu sehen (von links): die Landtagsabgeordneten Petra Krebs (Die Grünen) und Raimund Haser (CDU) sowie Stiftungsmitbegründer Peter Mast mit seiner Frau Dr. Bettina Petzoldt und Christine Mast, die Gattin des Stiftungsmitbegründers Uli Mast (der verhindert war).

Moderatorin Regina Steinhauser im Gespräch mit den Stiftungsvorständen Lothar Hanser (Mitte) und Matthias Haag. Regina Steinhauser wirkt bei der Stiftung als Stiftungsrätin mit.

Matthias Haag überreicht ein symbolisches Geschenk an Victoria Stober, Leiterin des Kindergartens St. Margret in Haisterkirch.

Streichquartett der Jugendmusikschule. Später spielte auch noch eine Band (Michael Dümmler, Veit Eberhard, Andreas Ess, Florian Graf, Volker Jedelhauser).
Der Stiftungsvorstand
Die Vorstandschaft besteht aus Matthias Haag, ehemals Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Stuttgart – er fungiert als Vorsitzender des Vorstandes – sowie Uli Mast, ehemals Geschäftsführender Gesellschafter Mast Kunststoffe, und Lothar Hanser, Vorstand der Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren.
Der Stiftungsrat
Im Stiftungsrat sind verteten: Peter Mast, Wolfgang Pfefferle, Christoph Mayer und Regina Steinhauser.
Die Geschäftstelle der Stiftung ist in der Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren.
Die Ziele
Gemeinsam Zukunft gestalten – das ist das Leitwort der Bürgerstiftung Bad Waldsee. Auf ihrer Homepage heißt es: Die Bürgerstiftung Bad Waldsee ist eine gemeinnützige, überkonfessionelle und überparteiliche Einrichtung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Institutionen für Menschen, die in Bad Waldsee leben. Die Stiftung will dem Gemeinwohl dienen, das Gemeinwesen stärken und Innovationen fördern. Sie will mit ihrem Angebot das staatliche und kommunale Angebot ergänzen und in sozialen Bereichen tätig werden, für die keine oder zu wenig öffentliche Mittel zur Verfügung stehen. Sie will Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Waldsee bei deren Tätigkeiten für das Gemeinwesen unterstützen. Die Stiftung möchte ihre Ziele durch Einwerben von Zustiftungen und Spenden erreichen, um Projekte, die mit dem Stiftungszweck im Einklang stehen, zu fördern, zu entwickeln oder selbst zu verwirklichen. Bürgerinnen und Bürger sollen zum ehrenamtlichen Engagement ermuntert werden.
Wie man die Bürgerstiftung unterstützen kann
Die Bürgerstiftung Bad Waldsee ist froh über jede helfende Hand, auf die bei Durchführung von Projekten und Veranstaltungen zurückgegriffen werden kann. Hilfsbereite Bürgerinnen und Bürger wenden sich bitte an einen der Vorstände der Stiftung oder jede andere Person, die in einem anderen Organ der Stiftung tätig ist. Finanzielle Zuwendungen an die Stiftung sind vielgestaltig möglich. Spenden und Zustiftungen sind in jeder Höhe willkommen. Zustiftungen ab einem Betrag von 1.000,- € sind verbunden mit einer Mitgliedschaft in der Stifterversammlung, die mit ihren Rechten einer Gesellschafterversammlung vergleichbar ist. Zustiftungen können im Übrigen entweder in das Stiftungsvermögen erfolgen, so dass lediglich aus dessen Erträgen die Tätigkeit der Stiftung finanziert wird. Zustiftungen können aber auch zu Verbrauchszwecken erfolgen, was der Stiftung einen umfassenderen Tätigkeitsbereich eröffnen kann. Allein der Zustifter entscheidet bei seiner Zuwendung, in welchen Bereich die Zuwendung erfolgen soll. (Text entnommen der Homepage der Bürgerstiftung)

