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Bad Waldsee – 115 Tage nach seinem Amtsantritt wurde Matthias Henne am Mittwochabend nun auch ganz offiziell als Stadtoberhaupt verpflichtet und vereidigt. Unter Anwesenheit des Gemeinderates, Vertreter der Stadtverwaltung, des Gemeindetages, der örtlichen Kirchen und des Landkreises sowie der Familie Henne, geladener Ehrengäste und einigen Zuschauern der öffentlichen Gemeinderatssitzung legte Matthias Henne seinen Diensteid in der Bad Waldseer Stadthalle – unter strengen Hygienevorkehrungen – ab. Sein Amtsvorgänger, Bürgermeister a. D. Roland Weinschenk, ließ sich entschuldigen, da er sich im Urlaub befindet.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Monika Ludy, Erste Beigeordnete der Stadt Bad Waldsee. In ihrer Eröffnungsrede blickte sie auf die ersten 100 Tage der Amtszeit Hennes zurück, welche wohl kaum hätten turbulenter ablaufen können. Am 5. April 2020, also mitten im Corona-Lockdown, trat Matthias Henne seine Amtszeit in Bad Waldsee an, am 28. April hätte er eigentlich verpflichtet werden sollen. Ludy berichtete mit welcher Energie Henne von Beginn an die Geschicke im Rathaus leitete. Ganz nach seinem im Wahlkampf präsentierten 12-Punkte-Plan unter dem Motto „Eine lebendige Stadt ist für alle Bürgerinnen und Bürger da“ setzte er sich vom Beginn an für die Belange der Waldseer ein. Besonders hob Ludy vor allem die Begeisterung hervor, die Matthias Henne mitbringe: „Ihre Begeisterung ist mitreißend und ansteckend.“ Als Geschenk überreichte Monika Ludy symbolisch ein Ruder, oder wie es im Rudersport genannt wird Skull. Matthias Henne sei ab sofort der Schlagmann Bad Waldsees, Zuständig für den richtigen Rhythmus und die richtige Schlagzahl, die seine Mitruderinnen und Mitruderer, die im selben Boot sitzen, versuchen werden mitzugehen. Wie im Rudern hänge auch bei der Führung einer Stadt der Erfolg davon ab, wie gut eine Mannschaft zusammen rudert. Mit den besten Glückwünschen überreichte sie ein altes Skull, mit dem einst Siege im Ruderboot „Oberschwaben“ eingefahren wurden.

Die Grüße des Landrates Harald Sievers überbrachte stellvertretend Dr. Andreas Honikel-Günther, Erster Landesbeamter des Landratsamtes Ravensburg. Er betonte, dass die Corona-Pandemie gezeigt hätte, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreis ist. Vorbildlich hätte dies mit der Stadt Bad Waldsee unter dem neuen Bürgermeister funktioniert. Das hohe ehrenamtliche Engagement, das Matthias Henne neben seiner Tätigkeit an den Tag lege, zeige, dass ihm der Umgang mit Menschen Spaß mache – eine wichtige Eigenschaft für einen Bürgermeister. Zusammen mit seinen Glückwünschen überreichte Dr. Honikel-Günther einen Landkreis Ravensburg-Schirm an Bürgermeister Henne und Blumen an Ehefrau Sarah-Jane Henne.

Im Namen des Gemeindetages Baden-Württemberg, Kreisverband Ravensburg sowie aller Amtskollegen aus dem Kreis Ravensburg überbrachte Clemens Moll, Bürgermeister in Amtzell, die Glückwünsche an das Neumitglied Matthias Henne. Er würdigte auch die hervorragende Arbeit, die Vorgänger Roland Weinschenk geleistet habe und lud Henne dazu ein, Teil der guten Gemeinschaft zu werden, die die Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen im Kreis Ravensburg führen. Als Geschenk überreichte er eine große Pralinenschüssel, diese sollen dem Bürgermeister Energie liefern, wenn er diese benötige, aber auch die Ehefrau und Kinder trösten, wenn der Ehemann bzw. Vater mal wieder Überstunden mache.

Bernhard Schultes richtete einige Worte als 1. Bürgermeister-Stellvertreter im Namen der Stadt Bad Waldsee und des Gemeinderates an Matthias Henne. Da Henne, als gelernter Bänker ja auch Zahlenmensch sei, habe er die bisherige Amtszeit Hennes in Zahlen aufbereitet. 115 Tage sei Henne nun im Amt, die obligatorischen 100 Tage Schonfrist habe er Corona-bedingt übersprungen und sei daher quasi schon 215 Tage im Amt. Im Namen der Stadt überreichte Schultes einen Geschenkkorb mit vielen regionalen Kleinigkeiten an Henne. Im Namen des Gemeinderates sei es ihm und seinen Ratskolleginnen und -kollegen ein Bedürfnis sich jetzt schon bei Bürgermeister Henne, aber auch seiner Ehefrau und seinen Kindern für die ein oder andere längere Sitzung zu entschuldigen. Als Präsent überreichte er im Namen des Gemeinderates eine Luftaufnahme von Bad Waldsee, die am ersten Tag des Corona-Lockdowns früh morgens aufgenommen wurde und auch Sarah-Jane Henne und die Kinder Mathilda und Phillip wurden mit Geschenken bedacht.

Den Höhepunkt des Abends, die Verpflichtung von Matthias Henne, übernahm die 2. Stellvertretende Bürgermeisterin Sonja Wild. Um 17:39 Uhr legte Bürgermeister Henne schließlich seinen Amtseid ab: „Ich schwöre, dass ich mein Amt nach bestem Wissen und Können führen, das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, die Landesverfassung und das Recht achten und verteidigen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ Die allgemeine Verpflichtungsformel lautete: „Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das der Einwohner nach Kräften zu fördern.“ Die Verpflichtung wurde durch Handschlag, der Corona-bedingt mit Handschuhen stattfand, und Unterschrift besiegelt.

Die folgende Dankesrede begann Matthias Henne mit seinem Leitspruch: „Eine lebendige Stadt ist für alle Bürgerinnen und Bürger da“. Er betonte mit welcher Energie er in seine Amtszeit gestartet sei und wie sehr er als geselliger Bürgermeister den direkten Austausch und das ungezwungene Miteinander in fröhlicher Runde vermisse. Trotzdem könne er selbstbewusst sagen, dass er schnell in seine neuen Aufgaben hineingewachsen sei, auch wenn die ersten Wochen und Monate durch das alles überschattende Thema Corona geprägt waren. Einen Dank richtet er auch an die städtischen MitarbeiterInnen, die ihn in dieser Zeit immer unterstützt haben. Er wolle auf das solide Fundament, das ihm seine Vorgänger hinterlassen haben, aufbauen und wolle daher auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Gemeinderat motivieren „groß zu denken und den Blick zielgerichtet in die Zukunft zu richten“. Er sei dankbar, dass bereits einige Weichen für die Zukunft gestellt werden konnten, wie z.B. die Schaffung zusätzlicher Kindergartenplätze oder den Breitbandausbau in den Ortschaften. Weitere Schwerpunktthemen wolle er Schritt für Schritt nach seinen Handlungsmotiven „Einfach. Effizient. Effektiv. Ergebnisorientiert.“ angehen. Besonders wichtig sei ihm dabei das Vertrauen und Zutrauen in seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie den Gemeinderat. So gerne er die zum Jahreszyklus gehörenden Veranstaltungen, die nun Corona-bedingt ausfallen, besucht hätte, müsse auch er sich gedulden. „Unsere gerade wiedergewonnene Freiheit sollten wir nicht aufs Spiel setzen.“ Sein Ziel sei es der blühenden Stadt Bad Waldsee ein neues „Wir-Gefühl“ zu geben: „Lassen Sie uns das Bad Waldsee-Feeling leben!“. Mit seinem 12-Punkte-Plan beendete er seine Rede und versprach: „Mit Hingabe, Herzblut und ganzer Kraft führe ich mein Amt aus. Dabei will ich ein Bürgermeister für alle Bad Waldseer Bürgerinnen und Bürger sein, vor deren Erwartungen und Hoffnungen ich großen Respekt habe. Bei mir zählt der Mensch und ich habe Achtung vor jedem. Mir ist es wichtig Brücken zu bauen und Menschen miteinander zu verbinden. Nur so können wir noch ein bisschen mehr erreichen.“

Zum Abschluss der Verpflichtung spielten die Stadtkapellen-Oldies noch ein kleines Konzert vor der Stadthalle, selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsregeln.

 

Bericht und Bilder: Leo Seebold, dieBildschirmzeitung

 

 

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halloRV

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