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Bad Waldsee - Tue Gutes und rede darüber. Getreu diesem PR-Leitspruch lud die Große Kreisstadt Bad Waldsee zum ersten Neujahrsempfang in die Durlesbachhalle nach Reute. Um die 500 interessierte Bürgerinnen und Bürger kamen der Einladung nach und füllten die Halle gut, aber nicht übervoll aus.

Am Halleneingang brauchte man etwas Geduld. OB Henne, seine Frau sowie Bürgermeisterin Ludy ließen es sich nicht nehmen, jeden Gast einzeln per Handschlag zu begrüßen. Nette Idee: Die Bad Waldseer Schornsteinfeger standen am Eingang Spalier und gaben den Gästen Glücksbringer in Form von kleinen Schornsteinfegern für das Neue Jahr mit auf den Weg.

Matthias Henne malt ein Bild von Bad Waldsee in leuchtenden Farben
Viel politische Prominenz verfolgte in der ersten Reihe die Rede des OB. Regierungspräsident Klaus Tappeser, Landrat Harald Sievers, MdB Axel Müller, die MdL Raimund Haser und Petra Krebs. Auch Altbürgermeister Rudolf Forcher und seine Frau waren zum Neujahrsempfang gekommen.

Die Ernennung zur Großen Kreisstadt als „historischen Moment“ stellte Henne an den Anfang seiner Rede und ging dann sehr detailliert auf alle „Baustellen“ des vergangenen und des neuen Jahres ein. Von der Fertigstellung des Mobilitätsbandes über Wasser- und Abwasserkanäle, provisorischer Parkplatz auf dem Fischzuchtareal, Erweiterungsbau am alten Finanzamt, Kindergartengruppen, Freizeitanlage am See, Breitbandausbau ...die Aufzählung ist noch lange nicht am Ende.

Der Wermutstropfen
Fazit: Im Städtle und seinen Ortsteilen bewegt sich Vieles zum Guten. Mit einem Wermutstropfen: Das Krankenhaus konnte trotz allen Bemühungen nicht erhalten bleiben.

20461 Einwohner
Ein paar Zahlen und Fakten hatte der OB in seiner Rede ebenfalls parat. Und so erfuhren die Zuhörer, dass die Große Kreisstadt am 30. 9. 2022 insgesamt 20.461 Einwohner hatte, 1.400 Personen waren zugezogen, 959 weggezogen; Neugeborene gab es übers Jahr 199. Verstorben waren 209 Personen, so dass insgesamt ein positiver Saldo von 431 Personen übrig bleibt.

Auch über die wichtigsten Eckzahlen des städtischen Haushaltes informierte der Schultes. Das Volumen beträgt 76 Millionen Euro, davon 55 Millionen im Ergebnishaushalt und 21 Millionen im Finanzhaushalt, also für Investitionen. Rechnet man die Eigenbetriebe hinzu, beträgt das Volumen insgesamt 121 Millionen Euro.

News für Radler
Für alle Radler hatte der OB noch zwei gute Neuigkeiten im Gepäck: Die Radwegeanbindung ins Gewerbegebiet Wasserstall „mache gute Fortschritte“ und der Kreisverkehr auf dem Frauenberg soll ebenfalls fahrradfreundlich umgestaltet werden.

Die Auszeichnungen des Vorjahres
Auszeichnungen aus dem Vorjahr blieben in der Rede des Stadtoberhauptes ebenfalls nicht ohne Erwähnung: Edmund Gresser hatte damals die Bürgermedaille für 23 Jahre Gemeinderatsmitglied, Alois Burkhardt für seine 18 Jahre als ehrenamtlicher Feuerwehrkommandant erhalten (inzwischen ist er hauptamtlicher Stadthauptfeuerwehrinspektor).

Nach einem Ausflug in die Aktivitäten und Feste aus Wirtschaft, Tourismus und Kultur kam die Stadtkapelle zum Zug. Mit der Ode „An die Freude“ und dem „Deutschmeister-Regimentsmarsch“ trafen sie den Geschmack des Publikums, das gerne im Takt mitklatschte.

Die neuen Träger der Ehrenamtsmedaillen
In seiner Rede hatte der OB die zu Ehrenden namentlich begrüßt und dann bat er Ernst Deiringer, Hans Funk und Hans Ehinger auf die Bühne.

Ernst Deiringer
Ernst Deiringer, so hob Henne in seiner Laudatio hervor, „gilt in der Ortschaft Haisterkirch als lieber Freund und Helfer in allen Belangen historischer Schriften“. Deiringer ist seit 2002 öffentlich bestellter Sachverständiger für antiquarische Bücher sowie für historische Landkarten. Seine Transkriptionen seien gefragt und viele seiner Arbeiten stellte er der Uni Bremen und der TU Berlin zur Verfügung. Besonders hervorzuheben seien die Übertragung des Mirakelbuches von Haisterkirch, die Transkription über die NSDAP in Osterhofen sowie seine Texte zum Heimatbuch „Beiträge zur Geschichte des Haistergaus“. „Herr Deiringer ist mittlerweile schon beinahe selbst zu einem wertvollen Stück Zeitgeschichte geworden“

Hans Ehinger
Hans Ehinger wurde stellvertretend für den Kulturverein Spektrum K geehrt. Vor über 45 Jahren schlossen sich 20 meist junge Leute zusammen, um der „kulturellen Vielfalt ihrer Heimatstadt auf die Beine zu helfen“. Viele der Aktionen schon aus der Anfangszeit sind heute legendär. Die Eisfeste auf dem Stadtsee, der Weiße Ball, das Hinterhofspektakel beim Altstadt- und Seenachtfest. Das AmViehTheater in der alten Viehversteigerungshalle auf der Bleiche. Hans Ehinger und Roland Metzler stellen seit 2005 für Spektrum K an zwölf Abenden im Jahr im Haus am Stadtsee ein tolles Programm zusammen.

Hans Funk
Für seine Verdienste um die Fasnet wurde Hans Funk mit der Ehrenamtsmedaille ausgezeichnet. Ob in der „Bütt“ als mahnender Narr, als Begründer des beliebten Nostalgieballes, als Conferencier, vor und hinter den Kulissen war er ein prägender Bestandteil der Fasnet in unserer Narrenstadt. Seit vielen Jahren gibt er Einheimischen und Gästen Führungen im Zunfthaus, wobei er auch versiert in die Rolle des Ölmüllers schlüpft. Neben der Fasnet ist die Kunst die große Leidenschaft des Hans Funk. Als Maler und Karikaturist machte er sich einen Namen. In den Räumen seines ehemaligen Getränkehandels ist heute das Stadtkino Seenema untergebracht.

Bürgermedaille für René Auer
Seit 1962 ist Auer freischaffender Grafiker in Bad Waldsee, ein Zeitraum von über 60 Jahren, in denen er maßgeblich zum medialen Erscheinungsbild der Stadt beitrug. „Viele Stadtansichten, Plakate, Logos, Stadtpläne der Kurstadt Bad Waldsee entsprangen seiner Feder. Was wäre unser Rathausadvent ohne unsere 24 Türchen“, so Matthias Henne. Die prägendsten Werke im Stadtbild sind der Federlesbrunnen auf der Hochstatt und die Bronzegruppe beim Bahnhof Durlesbach. So bekommt René Auer die erste neu geschaffene Bürgermedaille – natürlich auch eine Auer-Arbeit.

Ein berührender Moment, als René Auer zum Mikro griff, sich bei seiner Frau bedankte und sie in die Arme schloss. Da gab es viele feuchte Augen.

Mit Sammler- und Narrenmarsch setzte das Sammlervölkle einen heiteren Abschluss. Mit Vergnügen schunkelten die Geehrten auf der Bühne und beim „Fliege“ hatte keiner im Saal die Hände unten.

Text / Fotos: Erwin Linder

Handschlag

OB Henne begrüße jeden Bürger, jede Bürgerin mit Handschlag – insgesamt etwa 500 Personen.

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Bad Waldsees Kaminfeger überreichten kleine Glücksbringer.

Hennes VortragJPG

OB Henne ließ in seiner Rede die Ereignisse der zurückliegenden Zeit Revue passieren und warf zuversichtlich einen Blick nach vorn.

Geehrte

Die Geehrten mit den Spitzen der Stadt (von links): Bürgermeisterin Monika Ludy, Hans Ehinger, Gertrud Auer, René Auer, dahinter OB Matthias Henne, Ernst Deiringer, Hans Funk, Brigitte Deiringer.

Blick in den Saal

Blick in den Saal.

 

 

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halloRV

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