Haisterkirch - Das neue Vorstandstrio des Musikvereins Haisterkirch mit Christian Blaser, Markus Eisele und Daniel Maucher zeigte sich erfreut darüber, dass nach 1048 Tagen coronabedingter Pause jetzt wieder am 7. Januar ein Jahreskonzert vor großer Zuhörerkulisse angeboten werden konnte.
Daniel Maucher begrüßte die Gäste, zu denen auch Oberbürgermeister Matthias Henne, Ortsvorsteherin Rosa Eisele, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Blasmusikkreisverbands Ravensburg Horst Dölle und Klaus Wachter sowie auch der frühere Dirigent Walter Messeck (Kreisverband Biberach) und Barny Bitterwolf gehörten. Die von Hans-Peter und Claudia Waibel festlich geschmückte Haisterkircher Gemeindehalle bot den passenden Rahmen für ein besonders prägendes Konzert.
Leitmotiv: "Welt in Farbe"
Der Dirigent und musikalische Leiter der 43-köpfigen Musikerschar Florian Hubl hatte nämlich mit der Programmauswahl unter dem Motto „Welt in Farbe“ eine Auswahl getroffen, die zeitgemäße, sinnstiftende Akzente setzte. Die Zuhörer - darunter zahlreiche junge Gäste und Mitglieder befreundeter Musikvereine - genossen ein Konzert, das von den Musizierenden viel Können und Proben abverlangte.
Souveräne Moderation
Die Moderation und Ansage der einzelnen Musikstücke hatte informativ und souverän wie in all den Jahren zuvor Verena Maucher übernommen.
Schon der Einstieg ins Konzert mit „Voyage to the Edge oft he World“ von Larry Neeck fand beim Publikum großen Anklang aufgrund der kühnen Einleitung, mit der die Wunder der neuen Welt und deren Entdeckung musikalisch nachgezeichnet wurde, danach mit einem dramatischem Schluss endete.
Mit „Schmelzende Riesen“, einem Werk von Armin Kofler, wurde anfänglich die Erhabenheit der Gletscher mit ruhigen, ja majestätischen Klängen zu Gehör gebracht. Mit einem „Klagelied“ wurde das Ausmaß des Klimawandels verdeutlicht. Erst zum Schluss wurde dann eine optimistischere Zukunft angedeutet..
Die Verbundenheit der Menschen zur Erde wurde vom Komponisten Michael Sweeney mit seinem Werk „Earthdance“ so verfasst, dass nach gut nachgezeichneter Regenschauer, die in ein Trommeln übergeleitet wurde, ein bewegender Tanz mit eindrucksvollem Schluss folgen konnte.
Noch vor der Pause erklang mit „A Sign for Freedom“, komponiert von dem jungen österreichischen Komponisten Thomas Asanger, eine Hymne für die Freiheit. Das Werk steht sinnbildlich für mehr Toleranz und Solidarität. Es soll Grenzen überwinden helfen und ein musikalisches Zeichen für Frieden und Freiheit setzen. Den Musikerinnen und Musikern gelang damit eine ausdrucksstarke und auch gefühlsbetonte, blasmusikalische Interpretation in allen Registern.
Den zweiten Teil des Konzerts eröffneten die Haisterkircher Musikerinnen und Musiker mit dem Konzertmarsch „March of the Future“ (Wong Kah Chun). Der Komponist thematisierte das Wort „Peace“ so beziehungsvoll, dass die einzelnen Noten E-A-C-E mit p (piano) voll zur Geltung kamen zu einem Musikbild für den Frieden.
Starkes Solo
Mit der eingängigen Polkamelodie „Wir sind wir“ von Peter Leitner wurde eine ganz moderne Blasorchester-Polka erfrischend vorgetragen. Die Welt ein wenig bunter machen wollte Thiemo Kraas mit der Pop-Ballade „Welt in Farbe“. Dass dies auch in der Gemeindehalle wundervoll gelang, verdankte das Publikum nicht nur dem Blasorchester, sondern auch der Gesangssolistin Verena Westhäußer, die für ihren starken Sologesang Sonderbeifall erntete.
Mit dem von Thomas Asanger komponierten Konzertmarsch „Sympatria“ sollte das Konzert eigentlich beendet werden. Der Applaus war aber so mächtig, dass mit dem „Kaiserin-Sissi-Marsch“ eine Zugabe unumgänglich war. Auch diese Zugabe reichte nicht. Dirigent Florian Hubl hatte natürlich vorgesorgt und mit dem „Benedictus“ aus einer „Messe für den Frieden“ eine klangvolle, berührende Melodie ausgewählt, die durch die meisterliche Solo-Interpretation von Christian Fitz (Tuba) zu einem Höhepunkt dieses Jahreskonzerts wurde.
Florian Hubl macht ein Sabbatjahr
Dirigent Florian Hubl, der seit 2016 die musikalische Leitung der Haisterkircher Musikkapelle inne hatte, will sich jetzt ein Sabbatjahr gönnen und eine zeitlang pausieren. Für ihn war das Jahreskonzert zugleich ein Abschiedsgeschenk für seine Musikerinnen und Musiker und für das überaus dankbare, anhaltend Applaus spendende Publikum. „Mit viel Geschick und Können hat Florian Hubl hier ein Ausrufezeichen gesetzt und die Musikkapelle zu einer leistungsstarken Einheit geformt“, so lautet das Urteil aus berufenem Mund, nämlich von Barny Bitterwolf.
Vorstandsmitglied Markus Eisele bedankte sich am Ende des Konzerts bei allen, die zum Gelingen dieses Jahreskonzerts auf irgendeine Weise beigetragen hatten. Insbesondere galt sein Dank dem Dirigenten Florian Hubl und der Moderatorin Verena Maucher.
Ein gesonderter Bericht über die Ehrungen folgt
Fotos und Text: Rudi Martin
Daniel Maucher vom dreiköpfigen Vorstandsteam. Mit ihm führen Christian Blaser und Markus Eisele den rührigen Verein.

Verena Maucher führte durch das Programm.
Erhielt viel Beifall für ihr Gesangssolo: Verena Westhäußer.

Christain Fitz mit der Tuba beim letzten Stück ("Benedictus"). Er fungiert auch als Vizedirigent.
Der Bürgermeistertisch.

Florian Hubl erweist dem Publikum seine Reverenz. Nach sechs Jahren nimmt er nun eine Auszeit.
Dirigent Florian Hubl und seine Frau wurden mit Präsenten für das in den vergangenen sechs Jahren Geleistetete auf Zeit verabschiedet.
Markus Eisele vom Vorstandsteam sagte am Schluss des Konzertabends Dank.

