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Ravensburg - Bürgerschaftliches Engagement lohnt sich – für die Gesellschaft, für den Einzelnen, für die Umwelt. Bürgerschaftliches Engagement soll aber auch belohnt werden. Deshalb lobt die Bürgerstiftung Kreis Ravensburg zusammen mit dem Kreisjugendring jedes Jahr den Wettbewerb „Preisgekrönt“ aus. In diesem Jahr standen die junge Generation und ihr Einsatz für die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen (UN) im Mittelpunkt. Aus dem Verbreitungsgebiet der Bildschirmzeitung wurden etliche Initiativen ausgezeichnet.

Viele junge Menschen im Landkreis Ravensburg engagieren sich in Vereinen, in der Schule, in Jugendgruppen oder lockeren Zusammenschlüssen für die Gesellschaft, fürs soziale Miteinander, für eine gerechtere, umweltfreundliche oder klimaneutrale Welt. Auf diese Weise setzen sie sich direkt vor ihrer Haus- oder Klassenzimmertür für die nachhaltigen Entwicklungsziele ein, die die UN für den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bereich formuliert haben. Fünf Hauptpreise und 16 Anerkennungspreise wurden bei der feierlichen Preisverleihung am 24. November in der Spohnmensa in Ravensburg vergeben.

SUN-Helferhelden im Johanniter-Sonnentreff in Leutkirch
Den ersten Hauptpreis überreichte Eva-Maria Meschenmoser, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, den Vertreterinnen und Vertretern des Leutkircher Projekts „SUN-Helferhelden“ im Johanniter-Sonnentreff. Der Sonnentreff der Johanniter-Unfallhilfe in Leutkirch ist ein offener Treffpunkt mit vielen Begegnungsangeboten. Hier engagieren sich Jugendliche der Don-Bosco-Schule Leutkirch (Sonderpädagogisches Beratungs- und Bildungszentrum mit Schwerpunkt Lernen) im Projekt „SUN-Helferhelden“ im Rahmen des „Lernen durch Engagement“. Sie retten unter anderem Lebensmittel vor der Mülltonne und bringen diese per Lastenrad zur Lebensmittelverteilerstation im Begegnungstreff. Diese Kooperation ermöglicht es, junge Menschen für ehrenamtliches Engagement zu begeistern, Nachhaltigkeit in der Praxis zu erleben sowie solidarisches Miteinander kennenzulernen und zu leben. „Besonders beeindruckt hat mich, dass mit dem Projekt gleich mehrere Nachhaltigkeitsziele unterstützt werden“, sagte Eva-Maria Meschenmoser. „Durch gesellschaftliches Engagement werden junge Menschen der Don-Bosco-Schule mit den Herausforderungen des realen Lebens vertraut gemacht, sie lernen praxisnah und handlungsorientiert. Die verschiedenen ehrenamtlichen Aktivitäten sind mit dem Unterricht eng verknüpft und das hat mir gut gefallen.“

Anerkennungspreise gingen nach Bad Waldsee und Leutkirch
Neben den fünf Hauptpreisen (sie gingen außer zu den SUN-Helferhelden nach Ravensburg, Wangen, Isny und Weingarten) wurden 16 Anerkennungspreise mit einem Preisgeld im Wert von je 300 Euro verliehen, darunter an

die Klassen 7 der Döchtbühlschule GWRS Bad Waldsee für das Projekt: Unsere Erde – unsere Zukunft

an den Jugendgemeinderat der Großen Kreisstadt Leutkirch für das Projekt: Chill & Grill: Outdoortreff und Wohlfühloase für Kinder und Jugendliche

an die Nabu-Ortsgruppe Bad Waldsee und das Jugendhaus Prisma in Bad Waldsee für das Projekt: Wir bauen einen Lebensturm

an die Grundschule Reichenhofen für das Projekt: Rettet die Gelbbauchunke!

und an die UNESCO-AG am Hans-Multscher-Gymnasium Leutkirch für das Projekt: Transformation konkret!

Lob von Kreisdezernentin Iris Steger
Iris Steger, Dezernentin für Kreisentwicklung, Wirtschaft und länderlicher Raum, unterstrich in ihrem Grußwort, dass es gerade auf die neuen Ideen und Initiativen der jungen Generation ankomme und ermutigte die Preisträgerinnen und Preisträger zu weiterem Engagement.

„Global denken, lokal handeln“
Im Anschluss an die Siegerehrung waren die knapp 100 Gäste zu einem Imbiss eingeladen und nutzten den Abend für Austausch und Vernetzung mit Gleichgesinnten. Am Abend der Preisverleihung wurde deutlich: wenn sich alle an dem Grundsatz „global denken, lokal handeln“ orientieren, kann vor Ort ein konkreter Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen geleistet und im Kleinen Lösungen für die großen Herausforderungen entwickelt werden. Eine gemeinsame Vision kann zur Realität werden und zu echter Veränderung führen.

Hauptpreise
Über einen Hauptpreis freuen durften sich folgende fünf Projekte:
1. Johanniter-Sonnentreff der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. – Preisgeld 2.000 €, 
Projekt: SUN-Helferhelden (sieh oben)

2. Helen Huchel und Teresa Maas - Preisgeld: 1.500 €. Projekt: Herstellung nachhaltiger Sweater aus Reststoffen/Labelgründung
Helen und Teresa sind Schülerinnen der Freien Waldorfschule Wangen im Allgäu und stellen Pullover aus Stoffresten und Altkleidern her. Ziel ist es, faire und ressourcenschonende Kleidung zu einem realistischen und gleichzeitig leistbaren Preis zu produzieren. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen einer Jahresarbeit. Ihr Konzept möchten die beiden 17-Jährigen langfristig außerhalb der Schule ausbauen und weiterführen. Geplant ist die Gründung eines „Fair Fashion Labels“.

3. TSB Ravensburg, Abteilung Judo – 1.000 €. Projekt: Judo – der sanfte Weg für alle Menschen
Die Abteilung Judo des Turn- und Sportbund (TSB) Ravensburg integriert Kinder und Jugendliche aus ukrainischen Flüchtlingsfamilien durch gemeinsames Judotraining mit einheimischen Sportlern. Angeleitet vom auch russisch sprechenden Übungsleiter Christian Ließ konnten bislang 25 junge Sportler aus der Ukraine vom kostenlosen und regelmäßigen Angebot profitieren. Ziel ist ein friedliches und respektvolles Miteinander über den Sport hinaus.

4. Inanna Rollinger und Mareike Heiner - 500 €. Projekt: Vermittlung von Artenkenntnis durch das Wildpflanzenquartett “Florett”
Inanna Rollinger und Mareike Heiner studieren Umweltbildung an der PH Weingarten und haben das Wildpflanzenquartett „Florett“ entwickelt. Dieses Kartenspiel erklärt auf spielerische Weise die Systematik von Pflanzen. Es kann ohne Vorkenntnisse gespielt, aber auch zum Lernen genutzt werden. Perspektivisch streben die beiden Studentinnen einen interaktiven Workshop zur Vermittlung von Wissen über heimische Wildpflanzenarten an.

5. Solarverein Gymnasium Isny e. V. - 500 €. Projekt: EnergieHaus Gymnasium Isny, Teilprojekt “Dämmung”
Der Solarverein Gymnasium Isny e.V. plant seit 2016 ein Energiehaus im Schulgarten. Seit 2019 errichten es Schülerinnen und Schüler schrittweise selbst – nachhaltig und energieeffizient in Passivhausbauweise mit regionalen Partnern. 2022 erfolgte der Bauabschnitt „klimafreundliches und ökologisches Dämmen“ mit nachwachsenden Rohstoffen. Auch nach der Fertigstellung bleibt das Haus Lernobjekt und es entsteht ein besonderer Ort sowohl für schulinterne als auch externer Nutzung.

Pressemitteilung der Kreis-Bürgerstiftung (Anja Beicht)

 

 

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halloRV

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