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Bad Waldsee - Das Mobilitätsband hilft schon länger barrierefrei durch die Stadt, die „neue“ Bleichestraße tut ebenfalls ihren Dienst – jetzt steht als dritte und letzte Herkulesaufgabe im Rahmen des Projekts „Altstadt für Alle“ an, der Neubau des Grabenmühlplatzes. Und da erwartet die Bürgerinnen und Bürger in Bad Waldsee etwas „ganz, ganz Tolles“, wie OB Henne in der Gemeinderatssitzung am Montag sagte: eine großzügig gestaltete innerstädtische Anlage, zweigeteilt in einen gepflasterten Platz für Wochenmarkt, Feste etc. und Grabenmühlwiese. Spektakuläres Element ist ein „Platz im Platz“, ein flacher „Wasserspielplatz“, der über eine Tritt- bzw. Bewegungssensorik überraschende Möglichkeiten bietet. Die Arbeiten sollen bis Ende 2023 abgeschlossen sein.

Andreas Heine, auf dem Rathaus zuständig für Stadtentwicklung und Bauen, skizzierte noch einmal die grundsätzlichen Ziele des Projekts „Altstadt für Alle“: nämlich die „netzhafte Umgestaltung der Fußgängerwege“ und den „konsequent barrierefreien Umbau“ des öffentlichen Raums mit Schnittstellen zu öffentlichem Nahverkehr und Parkplätzen. Der Stadtbaumeister wörtlich: „Die Teilhabe aller in der Stadt ist das wichtigste Ziel.“ Gerade in einer immer älter werdenden Gesellschaft, so Heine weiter, seien „kleinräumige, einfache und barrierefreie Verbindungen“ zwischen Versorgungs- und Wohnstandorten von hoher Bedeutung, ebenso die Verzahnung mit dem Busverkehr.

Baubeginn im Bereich Grabenmühle soll im kommenden Frühjahr sein, Fertigstellung dann bis Ende des Jahres. Das auch deshalb, weil die Zuschüsse an einen verbindlichen Zeitplan gebunden sind. Darauf besteht der Geldgeber, der Bund, der zwei Drittel der Gesamtkosten in Höhe von 7,2 Millionen € (einschließlich Umbau Bleichestraße und Mobilitätsband) trägt. Allein für den „Neubau“ des Bereichs Grabenmühle fallen etwa vier Millionen an.

Parkplätze wird es dort künftig nicht mehr geben. Dafür entsteht ein neuer Stadteingang, ein „wunderbarer Eingang“ sogar, freute sich Matthias Henne angesichts des Jahrhundertwerks. Der Platz gliedert sich in verschiedene Zonen. Da ist zunächst ein überdachtes Funktionsband entlang der Bleichestraße, das einmal dem Wetterschutz dient und neben dem Bushalt Fahrradabstellplätze, eine Ladestation für E-Bikes sowie digitale Info-Tafeln beinhaltet.

Eine große, natursteingepflasterte Fläche, der eigentliche Grabenmühlplatz, wird künftig einen erweiterten Marktbetrieb ermöglichen, aber auch sonstige größere Veranstaltungen, auch mit Festzeltbetrieb. Daneben gibt es die „Grabenmühlwiese“, die zum Verweilen einlädt und auch Platz für Kunst lässt. Mit Bäumen, Hecken sowie Blüteninseln und -bändern wird der gesamte Bereich viel Grün bieten und, auch im übertragenen Sinn, für gutes Klima sorgen.

Planer Jörg Sigmund, der sein Vorhaben am Montag noch einmal im Gemeinderat präsentierte, ist besonders angetan vom begehbaren Wasser(spiel)becken, das er als „Herzstück“ der Anlage bezeichnete. Auch die Kids wird’s freuen. Sie dürfen ihre Füße nicht nur ins maximal vier Zentimeter tiefe (also ungefährliche) Wasser halten, sondern können über eine Trittsensorik auch unterschiedliche Wasserspiele in Gang setzen. Ein leichtes Gefälle sorgt für einen ständigen Wasserfluss.

Auf dem Waldseer Rathaus sieht man dem Projekt mit viel Vorfreude entgegen. Der neue Platz, so Andreas Heine, werde die Attraktivität der Stadt steigern – und dazu beitragen, dass sich „hier alle wohlfühlen“. Nach den vielen Baustellen der letzten Jahre gebe es dann auch wieder einen „schönen Ort zum Feiern und Festen“.
Text: Michael Kaiser

 

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