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Haisterkirch - Gemeinsam hatten die Ortschaftsverwaltung und die Kirchengemeinde Haisterkirch zur Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag eingeladen. Aus besonderem Anlass fand die Gedenkfeier nicht wie gewohnt im Anschluss an den morgendlichen Gottesdienst statt, sondern am Abend um 18.00 Uhr.

Gekommen waren überwiegend ältere Menschen. Ortsvorsteherin Rosa Eisele begrüßte die Schar der Gekommenen, zu denen dieses Jahr auch Uwe Hertrampf, Gertrud Graf und Eugen Michelberger vom Denkstättenkuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben gehörten.

Ein großes Bläserensemble der Musikkapelle Haisterkirch unter Leitung von Florian Hubl umrahmte mit feierlichen Chorälen in der Pfarrkirche die Gedenkreden und spielte danach am Kriegerdenkmal das Lied „Der gute Kamerad“.

Es waren tiefgehende Momente des Gedenkens und Mahnens an diesem Abend zugleich, die von Rosa Eisele mit einem Gedicht von Janine Bodi eröffnet wurden. Auch der stellvertretende Ortsvorsteher Mathias Covic, ein Repräsentant der jüngeren Generation, trug mit seinem Text zum Gedenken bei. Dass Haisterkirch zu einem der „Denkorte“ geworden ist, verdankt die Ortschaft dem Denkstättenkuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben.

Viele Jahre hindurch hatten Gertrud Graf und Eugen Michelberger mit viel Energie recherchiert und Daten gesammelt und erfasst, so auch von den Opfern der so genannten „Todesmärsche“. Bekanntlich sind im April 1945 Inhaftierte des Lagers Spaichingen durch Oberschwaben getrieben worden. Zu den damals brutal ermordeten Häftlingen gehörten auch zwei Inhaftierte dieses Lagers. Karl Panhans und Julius Spiegel sind beim Durchmarsch durch Haisterkirch Richtung Dachau an der Haidgauer Steige kaltblütig erschossen worden.

Den Lebensweg der beiden NS-Opfer Karl Panhans und Julius Spiegel, die im Juni 1945 auf dem Haisterkircher Friedhof beerdigt worden waren, zeichneten Gertrud Graf und Eugen Michelberger mit aufrüttelnden, bewegenden Worten nach.

Zum Gedenken an diese beiden Männer wurde jetzt nach 77 Jahren eine Tafel mit der Aufschrift „Haisterkirch gedenkt der Ermordeten des Todesmarsches im April 1945 - Karl Panhans (geb.12.9.1893 in Thun bei Debletz, Sudetenland); Julius Spiegel (geb. 6.8. 1903 Kaisersdorf, Burgenland)“ an der Haisterkircher Gedenkstätte für die Opfer der Weltkriege angebracht.

Allen Teilnehmern an der diesjährigen Gedenkveranstaltung wurde die Unsinnigkeit der Kriege in aller Welt und gerade auch in der Ukraine bewusst gemacht. Eine sehr deutliche Stellungnahme dazu, gerade in Bezug auf die christliche Botschaft, verfasste Pastoralassistent Andreas Hund. Nach dem gemeinsamen Friedensgebet und den Fürbitten erbat er als Vertreter der Kirchengemeinde den Segen Gottes für all die vielen Opfer, deren am Volkstrauertag gedacht wurde.

Text / Fotos: Rudi Martin

1 Bläserensemble

Ein Teil des Bläserensembles des Musikvereins Haisterkirch (Leitung: Florian Hubl).

2 OV R. Eisele

Ortsvorsteherin Rosa Eisele bei ihrer Ansprache.

3 G. Graf

Gertrud Graf erinnert an die zwei im April 1945 am Haidgauer Berg Ermordeten.

4 Eugen Michelberger

Auch Eugen Michelberger hat sich mit dem tragischen Schicksal von Karl Panhans und Julius Spiegel befasst.

5 Pastoralassistent A. Hund

Pastoralassistent Andreas Hund bei der Wort-Gottes-Feier am Abend des Volkstrauertages.

6 M. Covic

Stadtrat Matthias Covic spricht.

9 Gedenktafel

Die am Mahnmal hinzugekommene Gedenktafel.

 

 

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halloRV

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