Gaisbeuren - In diesem Jahr konnte das Leonhardsfest in Gaisbeuren wieder mit Gemeindegottesdienst, Mittagstisch und Leonhardsritt durchgeführt werden.
Mit Freude konnte Pfarrer Stefan Werner den Festgottesdienst im Dorfgemeinschaftshaus feiern. Neben vielen Besuchern aus Gaisbeuren sind ebenfalls Gläubige aus der gesamten Seelsorgeeinheit gekommen. Gerne feierte auch die Generaloberin des Klosters Reute, Schwester Maria Hanna mit Mitschwestern das Patrozinium mit. Nachmittags berichtete Archivar Michael Tassilo Wild über den Jakobusweg.
„Nach zwei Jahren Auszeit wegen Corona können wir heute wieder zusammen den ‚National-Feiertag‘ der Gaisbeurer Bürger in geliebter und gewohnter Tradition feiern“, so Stefan Werner. In seiner Predigt ging er auf „Pilgern heute“ ein. „Es ist bestimmt keine ‚Modeerscheinung‘, wenn heute doch jeder zweite Arbeitnehmer sich eine Auszeit gönnen möchte. Für viele davon ist Pilgern eine Option“. Im Anschluss an den Gottesdienst servierten die Ortschaftsräte von Reute-Gaisbeuren ein leckeres Menü.
Gegen 13 Uhr trafen dann in Gaisbeuren aus allen Richtungen viele Reiter zur Pferdesegnung ein. Hans-Dieter Hertkorn - seit 30 Jahren sowohl Gruppenführer wie auch Vorstand der Blutreitergruppe Reute-Gaisbeuren - zeigte sich erfreut, dass in diesem Jahr sich wiederum eine recht stattliche Anzahl von Reitern in Gaisbeuren einfand. Gute nachbarschaftliche Beziehungen dokumentierten Ross und Reiter auch aus Bad Waldsee, Aulendorf, Bergatreute und Molpertshaus. Wie in den vergangenen Jahren galt der besondere Reitergruß Diakon Franz Fluhr. Als begeisterter Blutreiter reihte sich auch in diesem Jahr der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Müller aus Weingarten in die Pferdeprozession ein.
Diakon Franz Fluhr betonte in einer kurzen Ansprache, welch hohen Stellenwert die Kirche schon immer der Schöpfung und damit auch den Pferden zukommen ließ. Diesem festlichen Akt mit der Erteilung des Segen Gottes wohnten viele Besucher bei. Ortsvorsteher Achim Strobel dankte den zahlreichen Reitern für die Teilnahme an der örtlichen Prozession. Oberbürgermeister Matthias Henne weilte als Bürger von Gaisbeuren zusammen mit seiner Familie gerne den gesamten Tag über beim Dorfpatrozinium. Er freute sich ob der langen Tradition des Flurritts zu Ehren des Dorfheiligen. Interessant: Auf dem Kirchturm der Leonhardskirche platzierten sich sechs Störche, sie verfolgten intensiv das Reiter-Geschehen.
Mit der Musikkapelle Reute-Gaisbeuren unter dem Dirigat von Daniel Maucher voran, zogen die Reiter bei herrlichem Sonnenschein durch die Fluren. Am Ortsende klinkte sich die Kapelle aus, betend ging es dann Richtung Kümmerazhofen, hier empfing die Kirchenglocke die vorbeiziehende Reiterschar. Vorbei an der Pfarr- und Wallfahrtskirche Reute und dem Durlesbach war Gaisbeuren wieder erreicht. Am Ortseingang übernahmen die Musikanten mit dem Blutfreitagsmarsch die Prozessionsspitze.
Bericht und Bilder Rudi Heilig

