Mopertshaus / Haidgau - Im Jahr 1922 gründeten 40 Musik- und Sangesfreudige in Molpertshaus unter dem Motto „Wo man singt, da lass dich nieder – böse Menschen haben keine Lieder“ ihren Musikverein. Am 22. Oktober des Jahres 2022 lud der Verein zum Jubiläumskonzert nach Haidgau, diesmal unter dem Motto „Best of MVM“.
Als besondere Geste überließ die Stabführende Natalie Kiekopf ihrem jungen und in sämtlichen Registern bestens besetzten Ensemble die Auswahl der Titel für das „Geburtstagskonzert“! Vorsitzender Christian Neyer durfte sich in seiner Begrüßungsansprache über eine vollbesetzte Festhalle freuen. Unter den Jubiläumsgästen konnte er die Vertreter des Blasmusikkreisverbands Horst Dölle, Klaus Wachter und Heribert Meier begrüßen.
Natalie Kiekopf leitete das knapp 60-köpfige und hochmotivierte Ensemble umwerfend konzentriert und mit bester Autorität – sicher ein Glücksfall für den MVM. Durch den Abend führten die Geschwister Larissa (Saxophon) und Leonie (Trompete) Lerch mit sorgfältig recherchierten Hintergrundinfos.
Mit „Pro Musica“, ein Leben für die Musik, arrangiert von Thiemo Kraas, startete das Best of. Mächtige Fanfaren, übergehend in harmonische Melodien, von den Registern jeweils angenommen, passten zum festlichen Anlass. „The Legend of Maracaibo“ (José Alberto Pina) erinnert an eine erbitterte Seeschlacht Anfang des 18. Jahrhunderts zwischen Spaniern und Engländern, in der es vordergründig um Schätze aus den spanischen Kolonien ging. Die äußerst spannungsgeladene Komposition, wechselnd zwischen martialischen und sanften Passagen, wurde mit Präzision und sehr einfühlsam interpretiert. Mit „Lord Tullamore“ von Carl Wittrock, dem Lieblingsstück des Ensembles, wurden die Gäste auf die „grüne Insel“ Irland geführt, die bekanntlich für eine Vielfalt an Folk und Dance steht. Den Musikern gelang die kompositorische Absicht eindrucksvoll und absolut stilgerecht.
Im Baba Yetu ist ein dankbares Vaterunser enthalten
Die weiteren Stücke führten zunächst mit „Music For The Fountain“ ins westböhmische Marienbad mit seinen vielen Heilquellen, Springbrunnen und über Steine fließenden Wassern. Petr Hapka hätte wohl seine Freude an der Interpretation der Molpertshauser gehabt! Weiter gings mit Thiemo Kraas' „Imagasy“ ins Reich der Phantasie und Träume von uns allen. Mit instrumentaler Vielseitigkeit, Klangsinn, filigraner Zartheit, kontrastiert mit voluminösen Passagen wurden die Gäste dorthin verzaubert. Auch mit „The Book Of Love“, arrangiert von Martin Scharnagl, wurde gekonnt die Gefühlswelt der Besucher berührt. Das finale „Baba Yetu“ von Christopher Tin (arr.: Mat Conaway) geht auf südafrikanische Choralvariationen zurück, die unter anderem das Vaterunser enthalten. Die jungen Musikerinnen und Musiker verstanden dieses Stück auch als Dank für 100-jähriges Bestehen und Bitte um erfolgreiches künftiges musikalisches Schaffen und Miteinander.
Mit langem und hochverdientem Applaus wurden die Musiker und Stabführende zur Zugabe gefordert, zu der die Dirigentin persönlich einführte: Es war der Marsch „Castaldo Nova“ von Rudolf Novacek (arr.: Karl Belohoubek). Diese schmissige Zugabe erntete erwartungsgemäß erneut begeisterten Applaus.
Text und Fotos: Peter Lutz

Christian Neyer bei der Begrüßung.

Einfühlsames Dirigat: Natalie Kiekopf.

Führte – zusammen mit ihrer Schwester Leonie – kenntnisreich durchs Programm: Larissa Lerch.

Das Sax-Register.

Ein Teil des Ensembles.

Dirigentin Natalie Kiekopf bei ihrem Schlusswort.

