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Leserbrief zur Schließung des Bad Waldseer Krankenhauses (14.10.2022)
Nach vielen kleineren und größeren Protestaktionen trafen sich zuletzt am 2. Oktober auf Einladung der Stadtverwaltung und der Bürgerinitiative Krankenhaus Bad Waldsee mehrere hundert Menschen zur „Notfallsprechstunde“ auf dem Gut-Betha Platz.

Die Argumente der ersten Protesttage gelten immer noch: In Bad Waldsee wird ein gut funktionierendes, von der Bevölkerung hoch geschätztes Krankenhaus geschlossen, das zudem schwarze Zahlen schreibt. Was danach kommt, steht in den Sternen, egal ob es Primärversorgungszentrum oder Medizinisches Versorgungszentrum genannt wird. Die örtliche Ärzteschaft kann den Wegfall der Ambulanz im Krankenhaus sicher nicht auffangen, für die Kurbetriebe mit den Anschlussheilbehandlungen fehlt durch Wegfall der Operationen eine wichtige Grundlage.

Aber, lohnt es sich, nach dem Beschluss des Kreistages vom 31. Mai, noch weiter für den Erhalt des Krankenhauses zu kämpfen? Es gibt in vielen politischen Bereichen Entscheidungen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Ich erinnere nur daran, dass in der Vergangenheit tausende von Wohnungen durch fast alle großen Städte Deutschlands verkauft wurden. Heute fehlen diese preisgünstigen Wohnungen und werden zum Teil wieder teuer zurückgekauft.

Die Schließung des Bad Waldseer Krankenhauses sehe ich auch als eine solche, nicht mehr rückgängig machbare Entscheidung, die sicher in einigen Jahren bedauert wird. Wenn noch etwas an den Kreistagsplänen geändert werden kann, dann jetzt. Es lohnt sich noch zu kämpfen, für eine ortsnahe Ambulanz, für eine funktionierende Chirurgie und für eine persönliche Betreuung ohne lange Wartezeiten.
Walter Ritter, Bad Waldsee

 

 

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