Reute-Gaisbeuren - Seit Jahren ist es eine gute Tradition, dass zum Erntedanksonntag ein Erntealtar gestaltet wird. Diesen Dienst nehmen auch seit dieser Zeit die Frauen der Landfrauengruppe Reute-Gaisbeuren wahr.
Mit viel Liebe zum Detail versucht man jedes Jahr ein neues Erscheinungsbild darzustellen. Auch zum Erntefest am Sonntag 02.10.2022 ist den beiden Organisatorinnen Ingrid Maucher und Gertrud Schmid wieder gelungen, einen Altar zu zaubern, der die ganze Bandbreite unserer reichen Obst-, Gemüse- und Getreideschätze sichtbar zu machen.
Der erste Sonntag im Monat ist immer Familiensonntag, welcher sich in diesem Jahr hervorragend in das Thema Erntedank integrieren ließ.
Musikalisch wurde der Festgottesdienst vom Musikverein Reute-Gaisbeuren und der Familienband begleitet.
Pfarrer Werner nahm Bezug auf die reichhaltige Ernte, welche wir in unserer Region erhalten haben. Das dies keine Selbstverständlichkeit ist, sollte jedem bewusst sein. Viele Regionen in Deutschland hatten nicht das Glück, so viel Ertrag einzufahren.
In den Fürbitten, welche durch Pfarrer Werner, Ingrid Maucher – stellvertretend für die Landfrauen, Volker Schumacher – stellvertretend für die Familienband und Wilhelm Heine – stellvertretend für die Landwirte griffen sie nochmal Gedanken rund um den Erntedank und unser Leben allgemein auf.
Hat die Corona Pandemie, welche unser Leben auf links gedreht hat, es geschafft, auch eine andere Sichtweise und Verständnis auf unsere Lebensmittel zu entwickeln? Sind wir sensibler und dankbarer geworden, für das, was uns die Natur jeden Tag hervorbringt und schenkt? Wie haben sich die Menschen danach gesehnt, wieder in Gemeinschaft am gedeckten Tisch zu sitzen?
Der Dank galt auch den Landfrauen und Landwirten, welche das ganze Jahr dafür sorgen, dass unsere Teller nicht leer bleiben. Gerade sie stecken Sorgfalt, Verantwortung und Herzblut in diese Waren. Sie sind ein kostbares Gut, auch wenn wir oft in Regalen der Supermärkte oft einen anderen Eindruck vermittelt bekommen. Unser tägliches Brot ist nicht selbstverständlich.
Viel zu viele Lebensmittel werden jährlich weggeworfen. Bereits in einer Studie von 2015 wurde dies auf 12 Millionen Tonnen im Jahr berechnet. Das bedeutet zwei sehr gut gefüllte Einkaufswägen pro Person jedes Jahr. Genau das sollte uns im Rahmen des Erntedankfestes und dem Blick auf den Hunger in der Welt zu denken geben und die Kraft zu Veränderung freisetzen.
Mit diesen Gedanken und Worten wurden die Gottesdienstbesucher, der sehr gut gefüllten Kirche, in das verlängerte Wochenende entlassen. Pfarrer Werner sprach nochmal seinen Dank und die Bitte der uneingeschränkten Wertschätzung für die Menschen, die dazu beitragen, das wir alle einen reich und vielfältig gedeckten Tisch haben.
Bericht Steffi Rist (Schriftführerin Landfrauen)
Foto Elisabeth Rist

