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Bad Waldsee - Bei der Kundgebung in Bad Waldsee am 2. Oktober sprach auch Kreisrat Rudolf Bindig.

Mit Rudolf Bindig hatten die Fürsprecher des Waldseer Krankenhauses einen in vielen Redeschlachten bewährten Mitstreiter auf dem Podium. Bindig vertrat über die Landesliste der SPD den Wahlkreis Ravensburg von 1976 bis 2005 im Bundestag und ist heute noch im Kreistag politisch aktiv. Mit seinen 82 Jahren nimmt Bindig kein Blatt mehr vor den Mund.

„Ja, das ist eine Notfallsprechstunde, aber für die OSK“, rief er vor der applaudierenden Menge aus. Krank gemacht wurde die OSK nach seinen Worten von ihrer Geschäftsführung, von ihrem Aufsichtsrat, vom Kreistag, vom Landrat und vom baden-württembergischen Gesundheitsminister Lucha. „Die OSK gehört in die Reha, und zwar nach Bad Waldsee“, rief er unter dem Jubel der Zuhörer.

Ganze acht Stimmen hatte im Mai im Kreistag für den Weiterbetrieb des Bad Waldseer Krankenhauses gefehlt. Genüsslich zählte Bindig auf: „Wenn noch drei von der CDU, drei von den Freien Wählern und zwei Stimmen von den Grünen gekommen wären, hätte es geklappt. Die SPD hat geschlossen für den Erhalt des Waldseer Krankenhauses gestimmt.“

Vier Monate sind seit der Abstimmung vergangen und der Zustand der OSK habe sich seitdem immer weiter verschlechtert. Die beiden Geschäftsführer seien weg. Aber aus unterschiedlichen Gründen. Der eine, weil er die Zukunftsstrategie nicht mehr mittragen konnte, der andere, weil ihm das Vertrauen der Mitarbeiter entzogen wäre.

Der Personalmangel, der sich durch die Kündigungen abzeichne, führe zu einer noch schnelleren Schließung des Krankenhauses als geplant „und das MVZ funktioniert nicht.“

„Die Gesundheit ist kein Experimentierfeld“ rief er aus und sagte klipp und klar, nach den Geschäftsführern müsse jetzt auch der Gesundheitsminister Lucha weg. Großer Beifall.

Mit einem eindringlichen Appell an den Landrat forderte Bindig, den Schließungsbeschluss zu ändern. „Der Landrat kann eine Beschlussvorlage jederzeit auf die Tagesordnung im Kreistag setzen. Wir von der Minderheitsfraktion müssen sechs Monate warten, bis wir wieder einen Antrag zum Krankenhaus Bad Waldsee auf die Tagesordnung setzen lassen können. Und dann ist es für neue Beschlüsse zu spät.“

Der Aufsichtsrat habe Fehler über Fehler gemacht, und deshalb habe man heute kein Vertrauen mehr in den Aufsichtsrat.

„1,2 Millionen Euro muss man bisher an Abfindungen bezahlen. Geld, das von schwer arbeitenden Ärzten und Pflegern erwirtschaftet wurde.“

„Die Ampelkoalition hat ihren Fehler mit der Gasumlage auch in letzter Minute eingesehen und geändert, warum kann das der Kreistag nicht?“ rief er zum Schluss unter dem Beifall der Zuhörer aus.
Text: Erwin Linder

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Der 82-jährige Rudolf Bindig legte sich für das Krankenhaus Bad Waldsee mächtig ins Zeug. Foto: Erwin Linder

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