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Bad Waldsee - Zur vorgesehenen Belegung der Stadthalle mit Flüchtlingen teilt das Landratsamt Ravensburg mit: Seit Ende August hat sich die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine, die nach Baden-Württemberg kommen, in dramatischer Weise entwickelt. In diesem Jahr kamen bereits 130.000 Menschen nach Baden-Württemberg. Dies ist deutlich mehr als im Krisenjahr 2015. Alleine 115.000 Personen davon stammen aus der Ukraine.

Die Zugangslage hat sich jedoch nochmals zugespitzt und innerhalb weniger Wochen verdoppelt. In den Landeserstaufnahmeeinrichtungen sind die Aufnahmekapazitäten erschöpft und die Menschen werden nun direkt in die Landkreise weitergeleitet. Diese sind für die vorläufige Unterbringung der Menschen zuständig, in welcher diese längstens sechs Monate bleiben.

Die Anzahl der Geflüchteten aus der Ukraine, welche dem Landkreis Ravensburg zugewiesen werden, ist aktuell sehr hoch. In zweieinhalb Wochen von Ende August bis Anfang September wurden insgesamt 674 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. In Amtzell musste vorübergehend eine Notfallunterkunft eingerichtet werden, welche die Menschen für wenige Tage aufnehmen konnte. Diese dramatische Entwicklung in den vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass die Aufnahmekapazitäten der vorläufigen Unterbringung des Landkreises voll belegt sind. Ein Absinken der Zuweisungszahlen erwartet die Landkreisverwaltung in absehbarer Zeit jedoch nicht.

Gemeinsam mit dem Landkreis Ravensburg haben sich die Städte und Gemeinden auf das weitere Verfahren zur Einrichtung von Behelfsunterkünften zur vorläufigen Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine verständigt. Zunächst sollen Behelfsunterkünfte in allen Großen Kreisstädten eingerichtet werden, weshalb mit den beiden Stadthallen in Bad Waldsee und Wangen begonnen wird. Bis zur Belegung dieser Behelfsunterkünfte ist jedoch aufgrund des Handwerker- und Materialmangels ein Vorbereitungszeitraum von mehreren Wochen notwendig. Eine tatsächliche Belegung ist daher voraussichtlich erst ab Mitte Oktober zu erwarten.

 

Ergänzende Hinweise der Stadtverwaltung:

Die Unterbringung von Flüchtlingen in der Stadthalle geschieht im Rahmen der vorläufigen Unterbringung durch das hierfür zuständige Landratsamt Ravensburg. Vom Landratsamt wurden in der aktuell sehr anspruchsvollen Situation gezielt Unterkünfte ausgewählt, in denen für eine funktionierende Sozialbetreuung größere Gruppen untergebracht werden können und in denen auch die hierfür notwendige Infrastruktur vorhanden ist. Aus diesem Grund wird nun die Stadthalle belegt. Nachdem die Städte und Gemeinden spätestens nach sechs Monaten für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen zuständig werden, leitet die Stadtverwaltung bereits zum jetzigen Zeitpunkt weitere Schritte zur Erledigung dieser Aufgabe ein. Die Unterbringung kann dann in Gebäuden der Stadt, in privaten Wohnungen oder auch durch Dritte erfolgen.

 

Text Isabel Sonntag

 

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