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Bad Waldsee - Am vergangenen Sonntag (11.9.) wurde im Genossenschaftskino „seenema“ die Ausstellung „Hauptsächlich BLAU“ von Martina Valentien eröffnet. Erstaunlich viele Leute konnte Marianne Jocham, die Kuratorin der Seenema-Galerie, willkommen heißen.

Martina Valentien ist in Bad Waldsee keine Unbekannte mehr. In Bad Boll, Heimat der Wala-Arzeimittel und Mutterkonzern der SaluVet GmbH, Bad Waldsee, kam sie mit der Anthroposophie in Kontakt und studierter Eurythmie, eine Bewegungskunst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Rudolf Steiner, dem Vater der Anthroposophie, entwickelt wurde. In der Eurythmie wird die Gestalt zu einem bewussten Wahrnehmungsorgan und zu einem bewegten vielschichtigen Ausdrucksinstrument. Beziehungen und Gesetzmäßigkeiten zwischen Mensch und Welt werden sichtbar gemacht.

Sie kam vor 20 Jahren nach Bad Waldsee zur Dr. Schaette und managte dort den Abfall-Bereich. Seit 2003 betätigt sie sich nur noch künstlerisch. Martina Valentien bezeichnet sich als totale Autodidaktin. Eines Tages fand sie im Müll einen großen Rahmen von der Verpackung eines Whiteboards. Viel zu schade zum Wegschmeißen. So habe sie begonnen, den Rahmen anzumalen. Martina Valentien verwendet viel Gefundenes. Bei Bauarbeiten auf dem Schaette-Gelände mussten Bäume gefällt werden. Ein paar Holzreste bewahrte sie lange auf. Heute hängen sie, mit Blattgold verziert und glatt geschmirgelt, neben Bildern und Collagen in der Ausstellung. Gebrauchtes bekommt bei Martina Valentien neue Bedeutung. Und schmunzelnd erzählt sie, dass sie wohl die Einzige sei, die Abfall aus dem Senegal nach Hause brachte.

Als alle über Saharastaub stöhnten, fegte sie den Niederschlag auf Ihrem Tisch zusammen und brachte auch ihn in ein künstlerisches Werk ein.

„Nur die Fülle führt zur Klarheit“ zitierte sie eine Zeile aus dem Gedicht Friedrich Schillers. Und meinte damit, die Überfülle des Materials, das sie für Ihre Werke überall findet und verwendet. Ihre eigene sehr emotionale Bildervorstellung beendete sie mit einem Gedicht von Eichendorff:

„Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.“

Passend dazu die zauberhafte Marimba-Musik von Jasmin Kolberg.

Die Ausstellung ist im „seenema“ in der Biberacher Straße bis 27. November zu sehen.

Text / Fotos: Erwin Linder

14Blau ValentienMartina Valentien bei der Erläuterung ihrer Werke.

 14Blau Jocham

Kuratorin Marianne Jocham bei ihrer Ansprache.

 14Blau Marimba

Jasmin Kolberg machte Musik.

 14Blau Publikum

Das Publikum im "seenema" – hier ein Teil Besucherschaft – war sehr angetan von "Hauptsächlich BLAU"".

 

 

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halloRV

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