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Leserbrief zur Debatte über den Synodalen Weg der deutschen katholischen Kirche und zur Stellungnahme von ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp zur Abtreibung. Stetter-Karp hatte in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" unter anderem erklärt, es sei "sicherzustellen, dass der medizinische Eingriff eines Schwangerschaftsabbruchs flächendeckend ermöglicht wird". Insbesondere im ländlichen Raum sei das derzeit aber nicht der Fall. Zugleich hatte die Präsidentin des katholischen Laiengremiums betont, dass ein Schwangerschaftsabbruch aus Sicht des ZdK nicht als reguläre medizinische Dienstleistung betrachtet werden dürfe. 

Dass der Vatikan beim Synodalen Weg die Notbremse gezogen hat, ist für mich wenig überraschend, eher überfällig! Der Grund ist mit Sicherheit im Bekenntnis der ZdK-Präsidentin zur Liberalisierung der Abtreibung zu suchen und der Forderung nach einem flächendeckenden Angebot von Abtreibungspraxen für Schwangere. Damit hat sich die ZdK-Präsidentin für ihr Amt selbst disqualifiziert und sie sollte zurücktreten, weil es beim Thema Abtreibung um fundamentale Glaubensfragen geht und die Rechtfertigung der Abtreibung und damit die willkürliche Tötung unschuldiger und wehrloser Ungeborener im Grunde häretisch ist!

„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan!“ spricht Christus und der Mensch ist als Embryo im wörtlichen Sinn der „Geringste der Brüder“! Nach der christlichen Lehre beginnt das Leben mit der Zeugung, ab diesem Augenblick wird dem ungeborenen Kind, dem Embryo, von Gott die Geistseele gespendet. Die Tötung eines Kindes im Mutterleib ist daher eine schwere Sünde vor Gott, die sich nicht mit dem katholischen und generell dem christlichen Glauben und auch nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren lässt! Für die Sünde kann man Vergebung erbitten, die Folge der Sünde, der Tod des Kindes, ist unwiderruflich.

Wie steht es darüber hinaus um die „unantastbare Würde“ des Menschen, wenn das ungeborene Kind zum „Verhütungsunfall“ degradiert wird, das liquidiert werden darf; es ist Opfer einer übersexualisierten Gesellschaft, die die Liebe der sexuellen Ausbeutung geopfert hat.

Wie in einem Brennglas lenkt die Debatte den Blick auf Grundsätzliches, die Relativierung der Gebote Gottes und des Evangeliums, auf ein neues Pharisäertum, das von der teuflischen Versuchung bedroht wird, den eigenen Willen dem Wort Gottes entgegenzusetzen und sich dem Zeitgeist anzudienen, denn es geht wieder um Macht und Positionen in der Kirche und das Ganze läuft unter dem Deckmantel der Missbrauchsskandale und der Benachteiligung der Frau und dem Ausschluss vom Klerus.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Heilige Stuhl beim Versuch erfolgreich ist, den Synodalen Weg zu kanalisieren, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Bätzing, zur Einsicht gelangt, bevor der Synodale Weg als Holzweg endet!

Margret Biechele, Ochsenhausen

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halloRV

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