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Bad Waldsee - Die Unternehmen und Unternehmer in Bad Waldsee kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen – das ist für Bürgermeister Matthias Henne, die Erste Beigeordnete Monika Ludy und die Wirtschaftsförderin der Stadt, Shqipe Karagja, ein großes Anliegen. So statteten die städtischen Vertreter in der vergangenen Woche der Firma Mast Kunststoffe GmbH einen Besuch ab.

Das Unternehmen ist ein Spezialanbieter für werkzeuggebundene Verzahnungs- und Antriebselemente aus Kunststoff. Zu Beginn des Gesprächs stand das Thema Corona-Krise, der Umgang damit und deren Auswirkungen auf die Firma Mast sowie auf die Stadtverwaltung im Mittelpunkt. Bei der Firma Mast gelten für alle Mitarbeiter hohe Anforderungen an den Infektionsschutz. Daher wurden Masken trotz der Einhaltung des Mindestabstands auch während des Gesprächs und des Rundgangs getragen. Nur für das abschließende Foto wurden sie kurz abgenommen. Für die Firma Mast ist es enorm wichtig, dass der Betrieb nicht eingestellt werden muss, denn die Produktion läuft an sechs Tagen pro Woche und rund um die Uhr, wie die Geschäftsführer Ulrich und Peter Mast betonten. In der Hochphase der Pandemie habe man den Betrieb etwas herunterfahren müssen. Doch nun, so hofft Ulrich Mast, sollte die Talsohle überwunden sein.

Peter Mast informierte die Gäste über die Entstehung des Betriebs. 1960 hat sein Vater, Franz Mast, in der heimischen Garage mit Kunststoff zu arbeiten begonnen. Schon ein Jahr später erwarb er das heutige Gewerbeareal im Industriegebiet und baute eine Produktionshalle. Heute produziert der Betrieb auf über 10.000 Quadratmetern und mit rund 130 Mitarbeitern Kunststoffteile für die ganze Welt. „In vielen elektromechanischen Antrieben sind Kunststoffteile von uns enthalten“, erklärte Ulrich Mast. Zum Beispiel finden 80 Prozent der rund 100 Millionen von der Firma Mast jährlich hergestellten Kunststoffteile Anwendung im Fahrzeugbau, aber auch in Industrie-, Gebäude-, Haustechnik oder in Möbeln. Das Unternehmen Mast stehe für Präzision und Verlässlichkeit, sagten die Geschäftsführer. Seit vergangenem Herbst ist es ein Tochterunternehmen der MinebeaMitsumi Technology Center Europe GmbH in Villingen-Schwenningen. Die Geschäftsführer – Diplom-Kaufmann Peter Mast und Diplom-Ingenieur Ulrich Mast – stehen dem Unternehmen weiter zur Verfügung, zusammen mit Diplom-Ingenieur Rudolf Neumann, der die Integration von Mast in den japanischen Konzern leitet. „Hinter all den Produkten stecken ausgeprägtes Spezialwissen, erfahrene Mitarbeiter und moderne Technik“, erklärt Peter Mast. „Wir beherrschen die gesamte Prozesskette von der Idee bis zum fehlerfreien Serienprodukt. Flache Hierarchien, schnelle Entscheidungswege, ausgeprägtes Prozess-Knowhow und verzahnte Wissens- und Erfahrungsstrukturen zeichnen uns aus.“

Die Entwicklung der letzten Jahre zeige, dass die Kunden weltweit genau dieses Produktsegment nachfragen und Mast als verlässlicher Partner die Aufgabenstellungen seiner Kunden zur besten Zufriedenheit löse. So sei auch die Übernahme durch die MinebeaMitsumi Group Europa zustande gekommen. „Es gibt nur fünf Unternehmen weltweit, die auf diesem hohen Qualitätslevel Kunststoffteile produzieren“, erklärte Rudolf Neumann von MinebeaMitsumi Technology Center Europe GmbH. „Wir arbeiteten schon über viele Jahre mit den besten Erfahrungen zusammen.“ Dadurch sei der Gedanke entstanden, diesen Spezialisten ins Boot zu holen, sich breiter aufzustellen und den Firmenstandort in Bad Waldsee zu stärken. Außerdem habe man so die Nachfolge regeln und Synergien nutzen können. Diese Synergien könne man auch in der Corona-Pandemie nutzen, denn Erfahrungen aus Japan seien ins Sicherheitskonzept eingeflossen.

Weitere Themen, die besprochen wurden, waren die Breitbandversorgung und die weitere Kontaktpflege. Auch die außergewöhnliche Architektur des Gebäudes und die Lage wurden thematisiert. „Sie können sich jederzeit an mich, Frau Ludy oder die Wirtschaftsförderin wenden“, sagte Bürgermeister Matthias Henne und fügte an: „Wir legen großen Wert auf ein gutes und vertrauensvolles Miteinander.“ Beim anschließenden Rundgang durch die Firmen- und Produktionsräume konnten sich die städtischen Vertreter einen Eindruck über das Unternehmen machen. Bürgermeister Matthias Henne dankte für die spannenden und beeindruckenden Einblicke hinter die Kulissen und in die Produktion.

 

Text/Foto: Brigitte Göppel

 

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