Bad Waldsee - Am Freitagabend (29.7.) zündeten die Bad Waldseer Wirte ihre Kultur- und Kneipennacht. Der Reporter der Bildschirmzeitung zog mit Gattin durchs Städtle.
Freitagnachmittag 17.00 Uhr. Am Himmel ballen sich schwärzeste Gewitterwolken. Petrus macht seine Schleusen auf und gießt seine nasse Fracht genau über Bad Waldsees Innenstadt aus. Der Schüttler verzog sich, aber so richtig trocken wurde es nicht.
„Was meinst du?“ Sorgenvoll blickt die Gattin um 20.00 Uhr gen Himmel. Wir wollen unseren Bummel durch die Kneipennacht antreten. Ich setz’ mir eine Mütze auf, meine Frau zieht den Regenmantel an und wir machen uns auf zur ersten Station: Weinfest im Schloss.
Mit dem Restaurant im Hofgut Hopfenweiler und dem Restaurant Scala treten zwei neue Player als Eventgastronomen im Schlosshof auf. Wir schlendern über die Schlossbachbrücke. Mit bunten Lampen ist der Hof illuminiert. Links reihen sich ein paar Buden aneinander. Hier bekommt man Wein aus der Bodenseeregion. Weiter Richtung Schloss ein Küchenzelt. Die Besucherschar ist am frühen Abend noch sehr überschaubar. Grüppchen stehen an den Buden. Weitere Gäste verteilen sich auf den trockenen Sitzplätzen unter den Sonnenschirmen, die auch gut gegen den Regenguss waren.
Klar, wir wollen das kulinarische Angebot kosten. Also einen Burger für mich und eine Falafel für meine Frau. Wir können zuschauen, wie flinke Hände den Burger bauen. Die Buns, im Hofgut selbst gebacken, auf dem Grill angebräunt. Dann kommt an der nächsten Station auf Boden und Deckel eine ordentliche Portion Rauchketchup. Salatblatt, ein dickes Patty, frisch aus dem Big Green Egg, Scheibe Käse drüber, Tomate und karamellisierte Zwiebel, Deckel drauf und ab in den Pappkarton. Mit Holzbesteck nachhaltig serviert.
Der Wrap gewickelt aus einem Fladenbrot, gefüllt mit Kichererbsen Bällchen, Salat und ebenfalls mit Rauchketchup abgeschmeckt.
Dazu nehmen wir noch je ein Glas Wein, 0,2 l Inhalt. Und schwupps, der erste Fuffi ist weg. Ok, pro Glas sind da noch fünf Euro Pfand dabei, also kosten uns Essen und Trinken „nur“ 40 Euro.
Die Qualität des Angebotes ist ok. Wer mit dem rauchigen Geschmack nicht so klar kommt, hat Pech, denn Alternativen gibt es nicht.
Sparfüchse kaufern den Wein flaschenweise, dann wird‘s günstiger.
Wir treffen viele Bekannte und Freunde, denn das Weinfest zieht nun doch ordentlich Publikum an. Einmal ein anderes Angebot als Rote und Schweinenackensteaks. Das Wetter macht sich. Gute Startbedingungen für die Newcomer.
Nächste Station: Young Culture auf der Bleiche. Die Bässe wummerten schon bis in den Schlosshof. Das Partyzelt ist nicht zu verfehlen.
Vor den DJs wabert weißer Dampf, mit den bunten Lichtern gibt das schon mal Partyfeeling. Die ersten Tänzer sind auf dem Parkett. Man bewegt sich lässig mit der Flasche in der Hand. Auch hier noch Atem und Getränke holen, dann kann die Party abgehen.
In der Chicago-Bar heizen die Rhythmixx den gestandenen Gästen ein. „To old to die young“ hat Bandleader Jumbo auf dem T-Shirt. Die Gäste verteilen sich in dem als Lounge eingerichteten Zelt.
Eine dreiköpfige Band spielt im Ratskeller. Die beiden Sängerinnen und der Keyborder geben ihr Bestes. Leider ist nur ein Tisch besetzt.
Beim Josl sind in der Gasse am Kornhaus die Biertische und Bänke im Freien gut besetzt. Auf der Bühne greifen „unplucked prochecked“ in die Saiten und Tasten und covern die bekannten Rock- und Popsongs. Dem Publikum gefällt‘s.
Zum Abschluss unseres Bummels noch einen Schwung zum Weinfest. Das Publikum ist schon zahlreicher. Der Wein von guter Qualität. Das Schloss mittlerweile blau illuminiert. Petrus ist schlafen gegangen und lässt die Waldseer trocken feiern.
Fazit: Bad Waldseer Kultur- und Kneipennacht am Vorabend des Stadtfestes top oder Flop? Die einen sagen so, die anderen so.
Text / Fotos: Erwin Linder

Lets have Party bei Young Culture

Nebelwolken und Lichterspiele machen Stimmung.

Statement auf Jumbos T-Shirt

Sie geben alles im Ratskeller.

Langsam füllt sich’s beim Josl.

"unplucked prochecked" heizen ein.

Fröhliche Gesichter an der Bar

