Aulendorf – „The Art of Simon“ sind die beiden Musiker Jeremy und Bryan aus Leeds mit Auftritten in ganz Europa im Stil des weltbekannten Duos Simon and Garfunkel und Caba wird die Schlossgarten Café Bar des Aulendorfer Schlosses, die vorigen Sommer eröffnete, inzwischen in Kurzform genannt.

Eigentlich war der Auftritt schon Ende letzten Jahres angekündigt, fiel aber wie viele andere Termine des Duos dem Lockdown zum Opfer, da sie England nicht verlassen durften.

Mit einen knappen Hello zur Begrüßung der Zuhörer+innen in der vollbesetzten Café Bar stimmt Bryan „Mrs. Robinson“ an. Er ist es, der die Lieder ankündigt und erklärt, während sein Schwager Jeremy mit seiner prägnanten Kopfstimme den Part von Art Garfunkel einnimmt. Bryan entschuldigt sich gleich vorab für sein mangelndes Deutsch, weshalb er langsam Englisch spreche, damit sein Publikum ihn gut verstehe.

Das funktioniert auch bei seinen Witzen, so der Joke, man könne seinen Wunschtitel auf einen 5 € - Schein schreiben oder weil in der ersten Hälfte auch einige unbekanntere und langsame Lieder gespielt wurden, es sei in Ordnung kurz einzunicken und dann wieder bei ihm zu sein. Ganz Ohr war das Publikum dann bei einem Hit der Bangles oder „The Dangling Conversation“, einem seiner Favorite Songs, wie Bryan mehrmals sagte. Natürlich auch voll präsent beim Publikum der Hit „Bridge Over Troubled Water“, so der Titel des Albums von 1970 und das letzte gemeinsame Studioalbum der beiden Künstler Simon & Garfunkel. Dieses Album enthält auch „Cecilia“, das letzte Lied, das sie nach einer Stunde vor der Pause spielen.

Walter heißt der Mann am Mischpult, der nicht nur drei seiner Gitarren den beiden zur Verfügung stellte, sondern auch den Sound so glänzend zur Akustik des Raumes mixte, dass man sich in die Orginale der 60er und 70er Jahre versetzt fühlen kann. Walter macht selbst Musik und spielte letztes Jahr bei seinem Auftritt im IrReal, dem anderen Lokal der Gebrüder Jöchle, so wunderbare Coverversionen der Beach Boys.

Nach der kurzen Pause, um frische Luft im Garten zu schöpfen, sind sie zurück auf der Bühne mit „True Love of Mine“, einem Lied von Mindy Smith und Bryan erzählt die Geschichte dazu. Bei einem Wiedersehen von ihr mit den beiden 2008 sei sie sehr reserviert gewesen, weil nicht sie sondern Simon und Garfunkel den Song bekannt gemacht hätten und „viele Millionen damit scheffelten“.

Paul Simon, der die meisten Lieder schrieb und sich zeitweise auch in London aufhielt, fand bei „A Heart in New York“ zu den Anfangszeilen „ New York, to that tall skyline I come, flyin’ in from London to your door New York, lookin’ down on Central Park“. Es folgten die bekannten Lieder „America“, I Am a Rock“ und „Sounds of Silence“, mit dem Simon and Garfunkel 1965 die Spitze der amerikanischen Charts eroberten und damit den endgültigen Durchbruch schafften. Während Bryan in der ersten Hälfte noch anmerkte, das Publikum sei sehr ruhig, keiner würde singen, hatte er zum Schluss mit „The Boxer“ und seinem Lie-La-Lie das Lied parat, bei dem das Publikum mitsingen konnte.

Mit Hey , hey, hey und rhythmischem Klatschen wurde Zugabe gefordert, zwei Stücke der Everly Brothers „Bye-Bye Love und „Bird Dog“ folgten. Doch weder die Ankündigung des 67-jährigen Bryan mit seinem 58-jährigen Partner Jeremy, sie müssten jetzt schlafen gehen, noch die Erwähnung, dass sie im September wieder kommen, ließ das Publikum stoppen.

Eine dritte Zugabe „Bright Eyes“ von Art Garfunkel musste folgen und nachdem sie schon die Bühne verlassen hatten, aber das Publikum keine Ruhe gab, wurde eine vierte und fünfte Zugabe erfüllt, zuerst mit Begleitung der Mundharmonika von Bruce Springsteen „I`m on fire“ und danach „Meet me on the Corner“ von Lindisfarne. Mit „Wake up Little Susie“, einem weiteren Lied der Everly Brothers war nach 2 ½ Stunden höchstem Vergnügen der Auftritt der beiden Englishmen dann doch zu Ende.

 

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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halloRV

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