Aulendorf - Die Stadtverwaltung ist auf der Suche nach Freiwilligen für die Unterstützung und Begleitung ukrainischer Geflüchteter. In den nächsten Tagen werden Flüchtlinge erwartet, die nicht privat bei Familie oder Freunden und Bekannten untergebracht werden können.
Um sie nach dem Ankommen gut zu unterstützen, werden ehrenamtliche Helfer gebraucht. Hilfe kann auf vielfältige Weise und in unterschiedlichem Umfang geleistet werden.
35 Personen, Bürgerinnen, einige Gemeinderätinnen, Vertreter*innen von Kirchen und sozialen Institutionen waren in die Stadthalle gekommen, um die Verwaltung bei der Integration von ukrainischen Flüchtlingen zu unterstützen. Vorab informierte der Bürgermeister Matthias Burth zur aktuellen Situation, wo „wir nicht sagen können, wie viele Flüchtlinge nach Deutschland, Baden-Württemberg oder Aulendorf kommen werden“.
Stand vorige Woche sind es registriert: 310 000 in Deutschland, 65 000 in Baden-Württemberg und 1300 im Landkreis Ravensburg. Im Bezug auf eine Million Flüchtlinge sind nach dem Königssteiner Schlüssel 4 000 im Landkreis Ravensburg und 150 Flüchtlinge in Aulendorf aufzunehmen. 69 Flüchtlinge sind bereits in Aulendorf angekommen und ganz überwiegend auf privatem Wege bei Freunden, Bekannten und Verwandten untergebracht.
Mit dem Ziel Hallenbelegungen und Notunterkünfte möglichst zu vermeiden, möchte die Verwaltung bei der Unterbringung zuerst private Angebote nutzen. Kontaktstelle für Mietangebote wie auch die Auflistung von Sachspenden, ist die Integrations- und Ehrenamtsbeauftragte, Cornelia Glaser. Sie ist telefonisch 934-113 oder auch unter der eigens eingerichteten email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen. Im Unterschied zu 2015 möchte man kein Spendenlager einrichten, sondern Spenden wie Betten, Kinderkleidung gezielt nach Bedarf weitergeben. Mietnebenkosten werden vom Landkreis übernommen.
Wie EU-weit beschlossen, haben Flüchtlinge aus der Ukraine sofort ein Aufenthaltsrecht und eine Arbeitserlaubnis, damit auch eine freie Wahl des Wohnsitzes und sie sind zu Leistungen berechtigt analog Hartz IV. Dem Wunsch der Eltern, die Kinder in Kindergarten und Schule unterzubringen, wurden in Aulendorf bereits 5 Kinder im Kindergarten, 3 in Aulendorf, 2 in Tannhauen, angemeldet. 7 Kinder besuchen bereits eine VKL (Vorbereitungs-) Klasse in der Grundschule und 6 Kinder in der Schlossparkschule.
Gesucht werden, so die beiden Schulleiter, Ehrenamtliche für erste Sprachübungen im Rahmen des Unterrichts vormittags. Unterrichtsmaterial dazu ist vorhanden. Barbara Holy, Leiterin der VHS, berichtet, dass in ihren Räumen ein Sprach-Cafe begonnen habe mit bereits 23 Erwachsenen und 6 Kindern jeden Donnerstag. Anmeldungen werden auch für einen Integrationssprachkurs, der ein ganzes Jahr dauert und 4x wöchentlich abends von 18 bis 21:45 Uhr organisiert ist.
Erste Anlaufstelle für die Sozialbetreuung sind auch die Integrationsmanagerinnen der Caritas Bodensee-Oberschwaben mit Sitz im Hofgarten-Treff. Sie können Kontakte zu Ämtern, herstellen oder auf externe Beratungen wie zum Beispiel psychologische Beratungen und haben Angebote vor Ort. Die beiden Sozialpädagoginnen Anrea Rück und Cilia Röder sind bevorzugt mit email zu erreichen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, ebenso die Kollegin der Familien-Unterstützung Sophia Noll unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Ehrenamtliche werden somit in den Bereichen Sprachlernunterstützung, Dolmetschertätigkeit, für einen offenen Treff, der in den Räumen der Kirche stattfinden kann, sowie bei Fahrdiensten zum Arzt oder Einkäufen, zur Alltagsbegleitung und zur Freizeitbetreuung für Kinder und Jugendliche gesucht. Auch wer darüber hinaus ganz andere Ideen hat oder anbieten kann, ist willkommen. Erste Kontakte wurden bei dem Treffen bereits geknüpft, aber alle Betätigungsfelder sind offen für weitere Ehrenamtliche.

Integrationsmanagerinnen Cilia Röder und Andrea Rück

Text und Bilder Gerhard Maucher

