Aulendorf - „Wie schaffen wir es, im Alter gut zusammen zu leben, älter zu werden, Generationen übergreifend füreinander da sein?“ Diese Frage stand, so der Aulendorfer Bürgermeister Matthias Burth, am Anfang des Projektes Solidarische Gemeinde.

Klar sei dabei, diese Frage könne bei der Zahl und Größe der Aufgabe nicht von einer Institution allein gelöst werden. Es war die Caritas Bodensee-Oberschwaben in Kooperation mit dem katholischen Dekanat Allgäu-Oberschwaben, die das Projekt beim Landkreis beantragt hatte und bewilligt bekam, zunächst auf fünf Jahre befristet mit dem Ziel einer Verstetigung.

Im Juli letzten Jahres wurde Petra Honikel als Projektleitung und Koordination bei der Caritas Bodensee-Oberschwaben angestellt und Aulendorf stand Modell für das Projekt, weil es als erste Gemeinde mit der Arbeit begann. Das Projekt richtet sich vorrangig an ländliche Kommunen, die Impulse setzen wollen für eine seniorengerechte Gemeindeentwicklung. Ziel ist es, mit der Kommune, den Bürger*innen und den örtlichen Akteuren in gemeinsamer Verantwortung gute Lebensbedingungen für Senioren auch zukünftig zu sichern.

In einer ersten Sondierungsphase wurden über 130 Bürgerinnen ab 65 Jahren durch ehrenamtliche Interviewer mit einem standardisierten Fragebogen, der von der Hochschule Ravensburg-Weingarten ausgewertet wurde, zu ihrer Situation und zu Wünschen fürs Alt-Werden befragt. Schlüsselpersonen, soziale Akteuren und Expertinnen aus Vereinen und Institutionen teilten ihre Erfahrungen mit und als Ergebnis stand gemeinsam fest, „Vieles in Aulendorf funktioniert gut, aber Einiges muss man dringend anpacken, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“

Viel gefragt sind zum Beispiel Orte der niederschwelligen Begegnung wie das Café „Bäckerei Leser“, die Nachbarschaftshilfe der evangelischen und katholischen Kirche, aber vielfach gewünscht wurde die Schaffung einer zentralen Ansprechperson bei der Stadt, eine barrierefreie Hauptstraße, generationenübergreifende Wohnformen und bezüglich Mobilität eine gute Anbindung an den ÖPNV.

Beginnend mit einem Bürgergespräch im Dorfgemeinschaftshaus Tannhausen am Mittwoch, 27. April, von 17.00 bis 20.00 Uhr sollen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur Beteiligung und Mitgestaltung gegeben werden. Wie Tannhausens Ortsvorsteherin Margit Zinser-Auer erläuterte, sei die Begegnung in der Ortschaft gut gelebt, aber Wohnen, Mobilität und Barrierefreiheit seien offene Fragen und in diesem Zusammenhang rief sie zum Mitmachen auf: „Wer ist bereit, sich zu engagieren?“ Zum Mitmachen seien alle am Ort angesprochen und aufgefordert. Man rechne mit 50 Personen zum ersten Termin, so Zinser-Auer. Weitere Bürgergespräche sind schon terminiert, so für Zollenreute/Blönried am 5. Mai im Dorfstadel Zollenreute und am 11. Mai in der Stadthalle Aulendorf (beide 17.00 bis 20.00 Uhr).

Kontaktieren kann man die Solidarische Gemeinde Aulendorf über Cornelia Glaser unter Tel. 07525 / 934113 (vormittags) und fachlich begleitet wird das Projekt durch Petra Honikel, Caritas Bodensse-Oberschwaben in der Seestraße, Ravensburg.

 

Text: Gerhard Maucher

 

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