Aulendorf - Der große Flächenlandkreis braucht weiterhin 3 Standorte der Oberschwabenklinik.
Unter den Landkreisen weist Ravensburg in ganz Baden-Württemberg die zweitgrößte Fläche auf, im Regierungsbezirk Tübingen ist kein anderer Landkreis größer. Mit der Fläche gehen auch längere Verkehrswege einher und daher kommt der Versorgung mit leistungsfähigen Krankenhausstandorten eine große Bedeutung zu.
Die Oberschwabenklinik ist im Landkreis mit drei Standorten vertreten, neben dem St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg gibt es Krankenhäuser in Wangen (insbesondere zur Versorgung des Westallgäus) und in Bad Waldsee zur Versorgung des nördlichen Landkreises.
Diese Struktur wird aktuell überprüft und umfangreiche Gutachten sind beauftragt worden. Erste Ergebnisse wurden im Kreistag bei der Sitzung am 24. März präsentiert. Hierbei wurde deutlich, dass Bad Waldsee bspw. im Bereich der Endoprothetik eine wichtige Stellung einnimmt und über die Kreisgrenzen hinweg einen hohen Marktanteil verbuchen kann. „Diese Stärken sind unbestreitbar und dürfen nicht durch Verlagerungen geschwächt werden.“
Denn auch vermeintliche Schwachpunkte muss man sich genauer ansehen. So führt das Gutachten aus, dass in der Notaufnahme nachts im Durchschnitt „nur“ 1,6 Patienten kämen, was eine schlechte Auslastung sei. Aber das bedeutet gleichzeitig, dass in jeder Nacht 1-2 Notfälle auftreten und dass diese Patienten dann längere Fahrwege haben und häufiger ein Rettungswagen gerufen wird, weil die Anfahrt in ein weiter entferntes und wenig vertrautes Krankenhaus zu schwerfällt.
Und schließlich zeigt das Gutachten auch deutlich, dass das Krankenhaus in Bad Waldsee seine zentrale Funktion für den nördlichen Landkreisteil erfüllt – nicht zuletzt für die Aulendorfer Bürgerschaft. Mit der bereits beschlossenen Schießung des Krankenhauses in Bad Saulgau wird sich dies noch verstärken.
„Der Erhalt des Klinikstandorts Bad Waldsee liegt im Interesse Aulendorfs und es lohnt sich für den Erhalt aller drei Standorte der Oberschwabenklinik zu kämpfen“ – so Kreisrat Prof. Dr. Ernst Deuer im Nachgang der Sitzung des Kreistags.
Prof. Dr. Ernst Deuer, Kreisrat

