Aulendorf – Schon in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung hatte ein Anwohner des Baugebiets „Ober der Ach“ die Grundwasserrisiken zum Thema gemacht.
Er fragte nach der Beweissicherung, falls Risse in seinem Haus durch die Erdbewegungen entstehen würden. Bürgermeister Matthias Burth verwies auf den mit der Erschließung beauftragten Planer Max Huchler, der dazu ausführte, dass das beteiligte Wasserwirtschaftsamt dies veranlassen würde, falls die Notwendigkeit bestehe. Er sehe sie aber derzeit nicht. Zum einen soll das Niederschlagswasser auf den 28 Grundstücken zwischen Blönried und Steinenbach mittels Retentionszisternen zurückgehalten, und zum anderen danach über die Booser Ach abgeleitet werden.
Die Einleitung in die Booser Ach bedürfe einer wasserrechtlichen Erlaubnis und sei Thema der Gewässerunterhaltung. Die zwingende Festsetzung von ein und zwei Vollgeschossen sichere eine homogene Wirkung auf das Landschaftsbild des Gebietes. Um Eingriffe in das Grund- und Schichtwasser auszuschließen, sind Kellergeschosse nicht zugelassen.
Teile des Geländes müssen zwischen 70 und 120 cm angehoben werden, was Sache der künftigen Eigentümer bei der Erstellung ihrer Häuser sei. Nach einer weiteren Beschlussfassung im Mai rechne er mit einer Erschließungsdauer von 2,5 Monaten im Sommer dieses Jahres. Mit 11 Ja bei 4 Gegenstimmen aus der Fraktion B.U.S stimmte der Gemeinderat der vorgestellten Erschließungsplanung zu.
Der an der Erschließung beteiligte Bauunternehmer Kurt Harsch war befangen und von der Abstimmung ausgeschlossen. Im Block wurde über 9 Gewerke beim Neubau des Kindergartens abgestimmt, wobei Architekt Hack und Bürgermeister Burth sich mehr Wettbewerb und an der Ausschreibung beteiligte Firmen gewünscht hätten. So musste man im Vergleich zum Ansatz von Preissteigerungen im Durchschnitt von fast 9 Prozent vorlieb nehmen.
Derzeit stelle man eine monatliche Preissteigerung von 1 % im Baubereich fest, so Hack. Bei 13 Jastimmen und zwei Gegenstimmen durch Michalski und Rothmund von den Freien Wählern, wurden die Rohbauarbeiten in Höhe von 1.633.045,10 € an Grüner & Mühlschlegel aus Biberach, die Blitzschutzarbeiten zum Bruttopreis von 7.973 € an M+K Blitzschutzanlagen aus Ravensburg, die Elektroarbeiten in Höhe von 390.732,74 € an Mayerföls GmbH aus Bad Schussenried, die Installation der PV-Anlage an Elektro Stotz aus Ravensburg zum Bruttopreis von 127.412,46 € vergeben.
Die Sicherheitstechnik geht an die Firma Elektro Schlegel aus Ravensburg zum Bruttopreis von 32.029,91, die Heizungsarbeiten und Sanitärarbeiten an Franz Lohr GmbH aus Ravensburg in Höhe von 153.360,20 € und 150.358,81 €. Während die Lüftungsarbeiten von der Firma Friedrich Burk aus Ravensburg zum Preis von 269.765,99 € und die Dacharbeitungsarbeiten durch die Firma Gabur GmbH zum Preis von 290.820,93 € verrichtet werden sollen, ist bei dem Gewerk Fensterbau und Verglasung kein Angebot eingegangen.
Deshalb sollen diese Arbeiten erneut in zwei getrennten Losen ausgeschrieben werden. Das zweite Ausschreibungspaket, Fassade, Sonnenschutz und Gerüstbau, kommt im April zur Ausschreibung. Der Baubeginn ist weiterhin auf Anfang Mai geplant.
Die Vergabe von Planungsleistungen bei der Sanierung Sporthalle werden entsprechend der Vorlage an das Planungsbüro Holzbau Kreativ aus Staig mit einer Kostenschätzung von 211.972,92 € brutto vergeben, die HLS-Fachplanung an das Ingenieurbüro Witschard aus Ravensburg in Höhe von 117.901,73 € und die Elektroplanung auf das wirtschaftlichste Honorarangebot vom Planungsbüro Roth aus Aulendorf in Höhe von 81.125,91 €.
Zuletzt wurde einstimmig beschlossen, dass Aulendorf 15 Wohnmobilstellplätze für den Standort Lehmgrubenweg gegenüber des SGA-Sportplatzes schaffen solle. Diese sollen mit Wasser- und Abwasseranschlüssen, , einem Müllsammelplatz und einer elektrischen Zuleitung versehen sein. Die Nachfrage in der Camperszene sei groß genug, um für eine Auslastung zu sorgen.
Text und Bild: Gerhard Maucher

