Aulendorf (Offener Brief) - Sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte, sehr geehrter Herr Burth,
nach meinem Auftritt bei der Bürgerfragestunde am Montag, 24. Januar und der Erwiderung durch den Bürgermeister sehe ich mich gefordert, Ihnen eine abschließende Stellungnahme zukommen zu lassen.



In einem ersten Schritt will und muss ich klarstellen, dass …
• ein Geschosswohnungsbau eben NICHT gleichzusetzen ist mit sozialem Wohnbau. Ansonsten hätten wir hier mehr als genug bezahlbaren Wohnraum!
• eine Infoveranstaltung für interessierte Bürger noch lange kein Forum ist, in dem ein vernünftiges Gesamtkonzept mit allen beteiligten Akteuren erarbeitet wird
• eine geplante Abbiegespur und ein Lärmgutachten eben KEIN Verkehrskonzept ist
• die Vorgabe von Wärmepumpen und Solardächern noch KEIN CO2-neutrales Baugebiet ausmachen
• durch Geschosswohnungsbau nicht automatisch mehr Grünflächen entstehen, wenn die gewonnenen Flächen zur Verdichtung genutzt werden


Was ich und die Unterzeichner anmahnen, ist ein Konzept, das Modellcharakter haben könnte. Wir bitten Sie dazu, für ein paar wenige Minuten sich folgenden Gedanken zu öffnen und das Zukunfts-Potenzial hinter solchen Gedanken zu sehen …

Wir fragen uns: wenn wir schon eines unserer letzten Filetstücke zubauen, warum machen wir dann nicht das Allerbeste im weiten Umkreis daraus? Warum erstellen wir nicht eine Modellsiedlung, die den Anforderungen an zukunftsfähiges Bauen wirklich gerecht wird? Das beinhaltet u.a.:

• klimaneutrales Bauen,
• weitere Mobilitätskonzepte, die mehr sind als die Ausweisung von Stellplätzen und Abbiegespuren,
• ein Müllkonzept, das mehr ist als nur genügend Platz für immer mehr Mülltonnen,
• zukunftsfähige Energiekonzepte, die ihren Namen wirklich verdienen, weil sie nämlich CO2-neutral sind,
• bezahlbarer Wohnraum, der es möglich macht, Menschen mit Wohnberechtigungsschein nicht zu stigmatisieren, sondern zu integrieren.
• Außerdem gehört dazu ein Grünflächen-Management, das wertvollen Grund und Boden nicht mit Folien und Kies abtötet, sondern biodivers gestaltet. Sowie Gemeinschaftsgärten, die zum Erhalt unser aller Lebensgrundlage beitragen.
• Und vielleicht das Allerwichtigste: zu einer solchen Modellsiedlung gehört, dass bereits lange vor dem Start großer und neuer Projekte alle interessierten Akteure an einen Tisch gebracht werden und Ideen und Vorschläge mit professioneller Moderation erarbeitet werden.


Für alle hier genannten Ideen gibt es bereits realisierte Projekte. Wir müssten nichts neu erfinden. Aber was wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig sind: wir dürfen auch beim Bauen nicht weitermachen wie bisher. Das ist in Zeiten von Klimawandel einfach nicht mehr vertretbar.

Wir bitten Sie dringend, diese Überlegungen in Ihre weiteren Entscheidungen in Sachen „Bauen in Aulendorf” einfließen zu lassen.

Mit besten Grüßen

Corinna Rey
Stefan Rey
Klaus Rauch
Sabine Steinwandel
Jürgen Steinwandel
Marion Luy
Heinz Luy
Joan Zimmermann
Reinhold Mack

 

Agenda Gespräch vom 07.02.2022

 

 

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halloRV

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