Aulendorf – Gleich zweimal war Franz Erwin Kemper beim Verwaltungsausschuss der Stadt Aulendorf an diesem Abend gefragt: Zuerst als Berichterstatter und Vorsitzender des Stadtseniorenrats, wobei er betonte, in seiner Arbeit auf ein Gremium und viele Mitstreiter zurückgreifen zu können. Zweitens als Behindertenbeauftragter der Stadt, ein Amt, das er als Sehbehinderter in besonderer Art, nämlich als selbst Betroffener ausfüllt und insofern über Dinge berichtet, die ihn sein Leben lang schon begleiten.
Durchaus mit Witz und Ironie schmückte er seine Ausführungen den Stadtseniorenrat betreffend, auch waren es zwei Punkte die Bürgermeister Matthias Burth eingangs schon in Erinnerung brachte: Den Einsatz im Rahmen der Impfungen für Personen über 65 Jahre und im neuen Projekt der Stadt, die Solidarische Gemeinde.
Darüber hinaus, so Kemper, konnte er über viele Angebote und Initiativen des Stadtseniorenrats berichten, der sich als Vertreter einer Personengruppe sieht, die selten in Erscheinung tritt, aber ein Viertel der Bevölkerung Aulendorfs ausmacht.
Als regelmäßige Angebote seien genannt die wöchentliche Sprechstunde donnerstags, die wöchentliche Kartenrunde freitags, der zweiwöchentliche Kinofilm und die die Dienstagsangebote im Hofgartentreff Malen, Handarbeiten und Handyhilfe, alle gut besucht, sofern sie stattfanden und nicht von Coronapausen betroffen waren.
Auf der politischen Schiene als Interessenvertreter trifft sich der Stadtseniorenrat alle drei Monate mit dem Bürgermeister, ein Gespräch in guter Atmosphäre und wo sich der Stadtseniorenrat gehört gefühlt.
Aus Kreis- und Landesebene ist der Stadtseniorenrat ebenfalls gut vernetzt, zuletzt sichtbar in der landesweiten Aktion „Schwätzbänkle:“
Die Finanzen sind in Ordnung und wenn es Corona zulässt soll 2022 ein Seniorenfest für alle Seniorinnen und Senioren stattfinden mit Eigenengagement , aber auch mit finanzieller Unterstützung der Stadt. Im besonderen Augenmerk sieht sich das Gremium auch bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung, die vielen Aulendorfern, wenn sie ans Alter denken, Sorge macht.
In seinem Bericht als Behindertenbeauftragter betonte Kemper, dass er bevor er Beratung und Unterstützung bieten könne, der behinderte Mensch als erstes akzeptieren müsse, dass er ein Problem habe und Hilfe bedarf. Dies sich einzugestehen, sei die erste Hürde. Darüber hinaus seien die Probleme vielschichtig und durch die Persönlichkeitsrechte geschützt, dass er darüber nicht sehr viel mehr detailliert Auskunft geben könne.
Mehrere Dinge habe er angestoßen, die behindertengerechte Fasnet mit einer Gebärdendolmetscherin und spezielle Rollstuhlplätze bei der Straßenenfasnet 2019. Dies soll so Flo Angele auch zukünftig bei der Fasnet so beibehalten werden.
Bürgermeister Burth ergänzte, der Internetauftritt der Stadt habe bis auf Kleinigkeiten den Test Barrierefreiheit bestanden und der Bahnhof soll laut Aussage der Bahn Anfang 2024 zum barrierefreien Bahnhof umgebaut werden.
Text und Bilder:Gerhard Maucher

