Aulendorf – Gespannt warten die Kinder zwischen drei und sieben Jahren alt, auf den Zauberer Mr. Martini (Martin Hattenberger). Er hatte vorher seine Showutensilien auf der Bühne neben dem Jugendtreff aufgebaut und war nun bereit, zu beginnen. Los ging es mit einem Trick mit Münzen und nicht nur die Kinder saßen staunend davor, denn der Trick geht so, dass zwei Augen nur zwei Münzen verfolgen können und so nicht mitbekommen, wenn die dritte Münze ins Glas fliegt. Aber wir wollen zunächst nicht zu viel verraten.
Nur soviel: Martin als kleiner Junge war von der Zauberei fasziniert und hatte früh schon mit Zaubern begonnen. Zudem machte ihm es Spaß mit einer Schere zu schneiden, was kleine Kinder nicht dürfen. So hatte er einst ein Loch in sein T-Shirt geschnitten und dachte sich, wie gut wäre es jetzt, zaubern zu können. Schon war der Start zur Zauberei geboren und die Überleitung zum nächsten Trick, ein abgeschnittenes Seil zusammen zu zaubern. Mr. Martini achtet darauf, möglichst jedes der elf Kinder auf die Bühne zu holen, und in einen Zauber mit „Abrakadabra Simsalabim" einzubinden. So sind alle zufrieden und wenn gar Seifenblasen in Lollies verzaubert werden, umso mehr.
Zuvor wandern aber herbeigezauberte Smarties in eine Dose und keiner weiß, wie es geschieht. „Geht doch gar nicht“ ist seine Erklärung. Die kleine Lea hat kein Geld dabei und darf sich eine Münze aussuchen, die in ihre Hand wandert. Sie hat eine, er hat keine mehr, das ist Kapitalismus, erklärt er dazu. Jetzt wird es aber seltsam: die Münzen stecken in Leas langem Haar, unter ihrem Hut, in ihrer Kapuze und sonst noch überall mehr. Bald ist ein ganzer Eimer voll davon. Denn zum Schluss schneuzt Lea sogar noch Münzen aus der Nase. Allen Kindern gefällt´s und als Schlusspunkt des 35-minütigen Programms bekommt Pia den Polarstern aus Papier, den Mr. Martini eben gezaubert hat, geschenkt.
Der zweite Auftritt für die 8 – 12-jährigen startet eine Stunde später um 11 Uhr und zuerst wird Popkorn gezaubert und verteilt. So sind alle erst mal zufrieden, obwohl der eine oder die andere Mr. Martini kritisch beäugen. Maximilian hat einen Zauberkasten zuhause und weiß schon viel, wenn auch nicht alles. Dattashree, 9 Jahre alt, sagt nach einer Weile: „Ich gebs auf“, und meint damit, dahinter zu kommen, wie die Tricks funktionieren. Zum Glück nur das, sie ist weiter gespannt dabei. In einem Kartenspiel mit verschiedenen Tieren und einem Fragezeichen darf sich Mathilde eine Tierkarte aussuchen. Der Gag ist, Mr. Martini hatte sich schon vorab festgelegt, was sie sich aussuchen würde und es stimmt tatsächlich.
Das Geldstück stammt beim nächsten Trick nicht vom Zauberer, sondern von Julia, ein 50 Cent-Stück. Mr. Martini zaubert es in eine Flasche mit so engem Hals, dass es da nicht hinein kann. Die Verwunderung wächst. Eigentlich sind die nächsten Tricks auch schon für Erwachsene, aber die älteren Mädels und Jungs gehen ja schon in die Schule und wissen Bescheid. Amelie schreibt ihren Namen auf eine Karte, die der Zauberer in den Kartenstapel mischt. Sein „Assistent“, ein Gummi zeigt immer wieder die Amelie-Karte aus dem Stapel an. In der Zugabe der nun 45-minütigen Show zeigt er den ältesten Trick der Welt, den mit den drei Hütchen. Diesen gab es schon im alten Ägyptern vor etwa fünftausend Jahren. Unter den Bechern wandern die Bälle hin und her, man weiß nicht wie. Die zweite Zugabe ist mit Lilli, so sind die meisten Kinder mit beteiligt worden und es ist gut.
Die vom Stadtseniorenrat organisierte Veranstaltung ist Teil eines vielfältigen Kinderferienspaßes mit den unterschiedlichsten Angeboten. Doch schon nächste Woche geht die Schule wieder los, und es ist Schluss mit der Zauberei im Klassenzimmer.
Text und Bilder: Gerhard Maucher



