Aulendorf - Als Sternenkind oder auch Schmetterlingskind werden verstorbene Kinder bezeichnet, insbesondere wenn sie vor, während oder bald nach der Geburt verstorben sind.
Auf dem Friedhof in Aulendorf gab es bislang keinen Platz, wo Eltern ihren tot geborenen Frühchen gedenken konnten. Der Aulendorfer Bürgermeister Matthias Burth und der Gemeinderat hatten sich der Sache angenommen und den Beschluss gefasst, ein eigenes Gräberfeld im Friedhof zu schaffen.
Für den Gestaltung des Grabsteins und des gesamten Gräberfeldes wurden die Aulendorfer Künstler Robert Huber und Rene Geier beauftragt, die eine Stele mit bunten Schmetterlingen gestalteten, den obersten Schmetterling in Gold und einem Lichtpunkt, der je nach Sonnenstand funkelt oder im Schatten liegt. Den schönen Platz in der nördlichen Ecke zum Riedweg hatte unter anderem Kordula Herrmann ausgesucht und natürlich auch von der Stadtverwaltung Brigitte Thoma und Sieglinde Koch.
Diesen allen dankte nicht nur der Bürgermeister, sondern auch Pfarrer Anatham Antony und Diakon Willy Schillinger dankten allen in ihren Ansprachen. Mit Gebeten leider nur von katholischer Seite, der evangelische Pastor Jörg Weag war verhindert und konnte nicht persönlich zugegen sein, sodass Schillinger ihn mit in seine Ansprache einband, wurde die feierliche Eröffnung umrahmt.
Die Selbshilfegruppe Leere Wiege möchte allen verwaisten Eltern, die ein Kind verloren haben einen Ort bieten, wo sie die Möglichkeit haben, über ihre Trauer zu sprechen. Die Gruppe trifft sich etwa alle zwei Monate im Schönstattzentrum Aulendorf. Auch Einzelgespräche sind möglich.
Zum Schluss hörte man das Lied Schmetterlinge von Andreas Gabalier, der in seiner eigenen Familie zwei frühe Tode zu beklagen hat, starben doch sein Vater und seine jüngere Schwester durch Suizid.
Text und Bilder: Gerhard Maucher



