Aulendorf – Seit drei Tagen freut man sich im IrReal, einem Pub in Aulendorf nach der Wiedereröffnung nach 7 Monaten. Doch mit dem Freitag erst beginnt das Wochenende und der Tag, an dem erstmals die jungen Erwachsenen oder Jugendlichen das Lokal stürmen. Was letztes Jahr um 20 Uhr begann, drängen sie sich nun in Gruppen 2 bis 3 Stunden früher ins Lokal, denn sie wissen, es wird um 21 Uhr geschlossen.

Alle haben ihren Test kurz davor bei Medi-hoff im Hofgarten gemacht und nur einmal, als ein Serverproblem den Datenverkehr verzögerte, mussten sie kurz vor dem Lokal warten, bis ihre Ergebnisse auf dem Handy vorlagen. Nicht weiter schlimm, Getränke konnten sie gleich schon bestellen.

Oliver und Bianca hatten reichlich zu tun, von Null auf Hundert nach der Corona-Pause und das ohne Stillstand durchgehend bis 21 Uhr.: Zugangsberechtigungen überprüfen, Bestellungen aufnehmen, Nachweisformulare austeilen. Die Zapfhähne sprudelten ohne große Pause und auch die beliebten Kurzen, Pfeffi und Co.wurden reichlich bestellt. Gebucht wird auf Zetteln an der Theke und nur der Routine und der Vielzahl der bekannten Gesichter ist es zu verdanken, dass am Ende die Rechnung aufgeht.

War am ersten Tag noch die Musikanlage ausgefallen, was der ausgelassenen Freude über die Wiedereröffnung am Mittwoch keinen Abbruch tat, funktionieren inzwischen wieder zwei Lautsprecher und eben bringt der gelernte Radio und Fernsehmechaniker Martin ein Teil vorbei, um den Rest der Anlage wieder flott zu bekommen.

Es macht Laune, „Muke“ unter Leuten zu hören, auch wenn sie erst noch aus den Lautsprechern kommt. Bis wieder Konzerte gespielt werden können, wird es wohl Herbst werden. Die Zeit verfliegt und flugs ist es gegen 21 Uhr. Schon seit Minuten werden keine Bestellungen mehr aufgenommen und tatsächlich 21 Uhr sind alle wieder aus dem Lokal. Wo sich die Gruppen hin verteilen, kann nur vermutet werden. Oliver`s mahnende Worte zum Abschied „Ganget au ins Bett“ werden sicher nicht ernst genommen.

Auch bei Jusuf im Kaktus werden längst die Tische und Stühle draußen zusammengestellt. 5000 Euro pro Gast ist die Strafandrohung, wenn er die Regel 21 Uhr brechen würde. Da ist weit mehr als die Tageseinnahme futsch. Nur macht das so Sinn, der Einkaufsmarkt darf bis 22 Uhr öffnen, auch die Nachtruhe beginnt um diese Zeit. Eine Logik hat es nicht. Die Inzidenz in Aulendorf und dem Kreis Ravensburg liegt bei 51. Schade, hätte sich die Marke unter 50 seit dem Vortag gehalten, würden in drei Tagen schon wieder andere Regeln gelten.

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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