Aulendorf – Mit einem Schreiben vom 20.04. startete die Stadt in Zusammenarbeit mit den Impfzentren eine Abfrage bei Personen ab 60 Jahren.

Es ist ein spezielles Impfangebot für Aulendorfer, das schon am 16. März dieses Jahres mit der Altersgruppe Ü 85 startete. Das Konzept wurde im Landkreis für 39 Stäcdte und Gemeinden erarbeitet, da insbesondere ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen teilweise Schwierigkeiten haben, ein Impfzentrum zu erreichen.

Ursprünglich sollten 180 Personen am 10. Mai eine erste Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten.. Erst vor 3 Tagen wurde entschieden, man impft mit Johnson & Johnson, statt Biontech oder Moderna. Das Vakzin Johnson & Johnson ist für mobile Impfteams besonders geeignet und es bietet den Vorteil, dass nur eine Impfung notwendig ist. Deshalb eignet sich der Impfstoff besonders für "aufsuchende Impfungen" ,. weil dann nur ein Besuch vor Ort notwendig ist. 31 200 Impfdosen davon wurden vergangene Woche aus den USA nach Baden-Württemberg geliefert.

Der Statistik des Robert Koch-Instituts zufolge wurden im Land bis Freitag insgesamt bereits 1.144 Impfungen mit Johnson und Johnson durchgeführt, und nun weitere 180 in der Aulendorfer Turnhalle neben der Stadthalle. Bis heute war Johnson & Johnson nur für Personen ab 60 empfohlen, jetzt wurde diese Empfehlung aufgehoben und für alle Erwachsenen freigegeben, so der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn., wenn es im Gespräch mit dem Hausarzt so als sinnvoll erachtet wird.

Start der Aulendorfer Impfaktion heute war um 9:30 Uhr. Von der Stadtverwaltung war wie schon zuvor Renate Fritz im Einsatz. Mitgebracht hatte sie die Kollegin Auszubildende für Verwaltungsfachkraft Melissa Hoch. Die Impfärzte Dr. med. Michael List und Dr. med. Hatto Ensle kamen vom Kreisimpfzentrum Ravensburg und unterwegs war auch schon der Impfstoff, der mit Begleitpersonal, die die Spritzen vorbereiteten , aus Ulm ankam. Ensle, der auch das aufklärende Arztgespräch in Gruppen durchführte, empfahl Johnson & Johnson schon deshalb, weil das Vakzin gut geeignet gegen die Mutationen aus Südamerika (Brasilien) und Südafrika ist.

Bei 7 Millionen Impfungen in den USA gab es nur 10 ernste Komplikationen, niemand ist verstorben und somit ist es allemal besser geimpft zu werden, als auf eine Infektion zu warten. Der allererste Impfling heute heißt Franz Stegmaier, wie zu erfahren war. 3 Vorstandsmitglieder des Stadtseniorenrats Lore Stützle, Hartmut Holder und Gerhard Maucher gaben Unterstützung bei der formalen Abwicklung, die durch die Änderung des Impfstoffes mit zusätzlicher,und doppelter Arbeit verbunden war.

Trotzdem waren nach der ersten Stunde schon 22 Impflinge durch den Empfang mit Aushändigung ihres Laufzettels, einem ganzen Stapel von Papieren wie schon einer unterschriebener Einwilligungserklärung durchgeschleust., also voll im Zeitplan. 15:30 Uhr sollten die letzten am Empfang angelangt sein.

Doch bis dahin war noch viel zu tun. Aber zügig ging es weiter und bis zur Mittagspause um 12:30 Uhr waren schon 82 Impflinge abgefertigt. Jeder Kugelschreiber durfte nur einmal benutzt werden, um später in einem Rundlaufverfahren wieder frisch desinfiziert zum Einsatz zu kommen.

Nach der Mittagspause gut gestärkt, ging es flugs weiter und auch die Einsatzkräfte vom DRK ,in der Nachbetreuung berichteten von keinerlei Zwischenfällen bis zum Ende. Gegen 14 Uhr gab es etwas Rückstau durch die verlängerte Mittagspause und vermehrt kamen auch erst heute durch einen Anruf verständigte Nachrücker und Nachrückerinnen, die die Anamnese erst ausfüllen mussten. Dabei wird unter anderem abgefragt, ob schon mal an Covid erkrankt. Chronische Erkrankungen und Blutgerinnungsstörungen sind ebenfalls ein Thema, das vorab abgefragt wird. Später stellte sich heraus , dass 38 von 180 zu impfende Personen abgesagt hatten und kurzfristig nachbesetzt werden mussten.

Schließlich war das Ziel und die Aufgabe alle 180 Impfdosen in die Arme zubringen. Trotzdem blieben ganz am Ende nach 16 Uhr 2 Impfdosen übrig, für die noch schnell anwesende Impflinge über 60 Jahren gesucht und gefunden werden konnten. Der Impfarzt Dr. Hatto Ensle ist in Friedrichshafener Campus Bodensee Oberarzt und Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Er berichtete von Dankbarkeit der Leute, die er heute getroffen hat und die ganze Aktion eine wichtige Aufgabe, die er gerne macht. Ob sich Nachwirkungen in den nächsten Tagen einstellen, bleibt abzuwarten, ist es doch bei jeder Person verschieden und geht auch wieder von selber vorbei.

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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Bild: Der Impfstoff Johnson &Johnson

 

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Bild: Im Ruhebereich nach der Impfung

 

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halloRV

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