Aulendorf – Seit 2018 besteht der Hofgarten-Treff mit einem Familien- und Integrationszentrum und zum 01.01.2021 hat das Familienzentrum mit Elisabeth Heiß als Nachfolgerin von Kathrin Feininger eine neue Leitung bekommen. Nun präsentieren sie und Constanze Rauch, Leitung Caritasdienst Familie und Integration den Jahresbericht 2020 des Hofgarten-Treffs mit seinen Angeboten Familientreff, Integrationsmanagement, Fachstelle Familiennachzug und Sprachförderung.

Heiß berichtete zunächst über die Unterbringung von Flüchtlingen, neben städtischen Unterkünften sind es vier Wohnungen und ein einzelnes Zimmer, das von der Stadt Aulendorf zusätzlich angemietet wurde. Als Angebote sind vor allem Tüftelei to Go, ein Angebot für Kinder. To Go deshalb, weil es Coronabedingt nicht in Präsenz sondern mit einer Basteltüte zu den Kindern kam. Hinter diesem Angebot steht personell die Mitarbeiterin Anita Lang und die 30 Tüten pro Woche, wurden ihnen „aus den Händen gerissen", so Heiß. Andere Angebote wie Qi Gong, Yoga in der Schwangerschaft oder Kindergymnastik waren im Schnitt von 5 bis 7 Personen besucht.

Bürgermeister Matthias Burth möchte wissen, inwieweit eine angedachte Durchmischung des Publikums erreicht worden wäre. Bei digitalen Angeboten, die gegen Ende des Jahres 2020 durch die Einschränkungen mit Corona bedingt nur noch in dieser Form stattfinden konnten, waren Flüchtlinge nicht beteiligt, so Heiß, während bei der „Gartenplauderei“ eher ausschließlich syrische Frauen teilnahmen. Aber sie werden diesen Ansatz der Durchmischung nicht aufgeben. Karin Halder (B.U.S.), die auch im Beirat des Hofgarten-Treffs sitzt, der sich einmal jährlich trifft, zeigt sich überrascht über die Vielzahl der Angebote, die gelungen seien.

Für das Gesamtteam des Hofgarten-Treffs vor Ort hat Andrea Rück die Bereichskoordination inne. Sie berichtet von einer erschwerten Aufgabe des Integrationsmanagements durch die zeitweilige Schließung von Behörden, die durch die Coronaregeln veranlasst, ihren Publikumsverkehr einstellten. So waren sie mehr gefordert bei telefonischen und schriftlichen Anträgen Unterstützung zu geben. Viele ihrer Klient*innen haben ihre Arbeitsplätze verloren, mit Zeitarbeit beschäftigt, „die ersten die gehen müssen“, so Rück. Neben Informationen über die ständig sich verändernden Coronaregeln konnten sie auch bei der Beschaffung von Laptops für Kinder im Homeschooling behilflich sein.

Mit 1266 Beratungsgesprächen im Jahr 2020 ist ein deutlicher Anstieg zu 976 Gesprächen 2019 bei gleicher Anzahl des Personenkreises zu verzeichnen. Die Weiterleitung zu Ämtern hat sich aus den vorgenannten Gründen halbiert. Auch durch Coronaregeln bedingt, können die Beratungen weniger bei den Familien, sondern müssen hauptsächlich im Büro stattfinden. 88 Prozent der Klient*innen sind syrischer Herkunft. Dadurch ergibt sich, dass die Aufenthaltserlaubnis problemlos verlängert werde und nach 5-jährigem Aufenthalt eine Niederlassungserlaubnis möglich sei. Die Themen der Beratung sind einem Raster des Sozialministeriums zugeordnet und passen meistens nicht eindeutig in dieses Raster, sodass „andere Themen“ die meiste Nennung erzielen. Danach sind es die Bereiche Kinder, Wohnung und Arbeitsmarkt. Bei Letzerem ist die Unterstützung des FSJlers Thomas Kracht eine wertvolle Hilfe, der mit den Arbeit suchenden Anschreiben und Lebensläufe anfertigt. Der Bürgermeister möchte beim Thema Impfen mithelfen, dass ein Impfteam in die Unterkünfte kommt.

Seit 01.11.2020 ist Sophia Noll mit einer 25%-Stelle für die Fachstelle Familiennachzug zuständig. Ihre Aufgabe ist es, die Familien, die neu in Aulendorf angekommen sind, aufzusuchen und bei der Eingliederung zu helfen. Aktuell betreut sie 25 Familien, unterstützt bei der Anmeldung im Kindergarten oder begleitet zu Botschaften, wenn Ehegatt*innen nachziehen. Bei der Sprachförderung „Griffbereit“ Arabisch-Deutsch hat Elisabeth Heiß im März dieses Jahres damit begonnen, Sprachpakete zu packen.

Aus dem Alltag einer Familienbesucherin berichtet Mirjiam Messner, die seit 2014 unter anderem das Elterncafe leitet. Sie verlässt zum 31.08. das Team, möchte sich beruflich neu orientieren, „mal was anderes machen“, wie sie selbst sagt. Sie bedankt sich, „habe die Aufgabe sehr gerne gemacht“ und hat zum Abschied einen Wunsch an das Gremium, dass es die Förderung für einen Kurs der VHS für Neuankömmlinge von 30 Euro aufstocke auf mindestens 40 Euro, zumal ein VHS-Kurs oft doppelt so viel kostet. Karin Halder bedankt sich unter Beifall aller für ein toll entwickeltes Projekt und hofft auf eine ebenso tüchtige Nachfolgerin für die ausgeschriebene 25 %-Stelle.

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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Bürgermeister Matthias Burth und Mirjam Messner, u.a. Leiterin des Elterncafes

 

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Rechts neben Bürgermeister Matthias Burth: (v.l.) Sophia Noll und Andrea Rück

 

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