Aulendorf – Die Verhältnisse im gesamten Bundesland widerspiegeln sich auch im Aulendorfer Wahlergebnis. Die Grünen sind und bleiben stärkste Kraft. Durch das schwache Abschneiden der CDU haben sie ihren Vorsprung sogar noch ausbauen können.
War der Sieg der Grünen bei den Landtagswahlen 2011 durch die Atomkatastrophe von Fukushima begünstigt, fand die CDU im Flüchtlingswahlkampf 2016 durch die Erfolge der AfD nicht mehr zu alter Stärke zurück und das ist bis heute noch so, zumal sie ihre Chancen durch die Maskenaffäre kurz vor der Wahl weiter dezimierte. Er, Kretschmann, weiß, was wir können, nämlich alles außer hochdeutsch, das reicht für einen deutlich grünen Machterfolg im Ländle. Mit 32,6 % (vorläufiges Endergebnis) können die Grünen ihr Ergebnis von vor 5 Jahren sogar noch ausbauen, die CDU kommt mit dem schlechtesten Ergebnis aller Wahlen ins Ziel und auch die SPD verliert, wenn auch rechnerisch eine Koalition mit der ähnlich starken FDP als dritter Partner möglich scheint. Aber die Grünen haben die Wahl mit wem sie weiter regieren wollen.
Für Außenstehende in Aulendorf sind "Die Grünen" so gut wie nicht sichtbar, denn sie heißen hier BUS – Bündnis für Umwelt und Soziales. Sie sind allerdings keine Klimaliste, die sich in Konkurrenz zu den Grünen sehen, sondern ein Anachronismus und nur mit anderem Namen identisch mit der Partei "Die Grünen". Neben sechs Vertretern im Gemeinderat stellen die Aulendorfer einen grünen Kreisrat. Bei der letzten Landtagswahl wählten in Aulendorf 34,6, % grün, CDU 26,1 % und schon drittstärkste Partei AfD mit 17,9 Prozent. Schon am Wahlnachmittag, Zuversicht und Vorfreude bei den Grünen Aulendorf, die zu einer Online-Wahlparty einladen und aufrufen, schon mal den Sekt kalt zu stellen.
Die CDU in Aulendorf ist auch im Gemeinderat nur Oppositionspartei, denn sie kann eigene Vorstellungen nicht mehr durchsetzen. Selbst mit Hilfe der Freien Wähler reicht es maximal zu einem Patt der Stimmen. Zudem hat sie eine oppositionelle Stimme in der eigenen Fraktion, einen großen Bauunternehmer im Ort, der selten mit seiner Fraktion einig abstimmt.
Die SPD, die in Aulendorf unter dem Landesschnitt liegt, hat dieses Mal den Stadt- und Kreisrat Rainer Marquart als Landtagskandidat nach vorne gestellt. Er holte mit seiner Partei ein Plus von 3,6 Prozent und hat damit sein persönliches Wahlziel, das Ergebnis zu verbessern erreicht. Ohne einen AfD Vertreter im Wahlkreis stellen zu können, der Vertreter Helmut Dietz aus Ravensburg tritt mit Doppelmandat an und ließ Fragen der Bildschirmzeitung zum Teil unbeantwortet, hat die AfD es in Aulendorf wieder auf den dritten Platz geschafft, zuallererst auf Kosten der CDU als größten Verlierer. Knapp wurde es bei der Wahl um das Direktmandat im Wahlkreis 68 Wangen bius Aulendorf. Letztlich konnte sich Petra Krebs von den Grünen mit weniger als einem Prozent vor Raimund Haser CDU durchsetzen.
Die Besonderheit der Wahl unter Coronabedingungen war nicht nur, dass der Umgang mit der Pandemie das wahlbeherrschende Thema war, sondern auch, dass viele Wähler die Briefwahl bevorzugten. Ein Drittel der 7476 Aulendorfer Wahlberechtigten hatten Briefwahlunterlagen angefordert. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,98 Prozent.
Der Wahlbezirk in der Aulendorfer Teilgemeinde Blönried ist Teil einer repräsentativen Wahlstatistik des Statistischen Landesamtes. Das bedeutet, es ist eines von 211 Wahlbezirken, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden und die Wähler zusätzlich nach Geschlecht und einer von sechs Altersgruppen abfragen.
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LTW 2016 |
Wahlkreis 68 |
Aulendorf |
LTW 2021 |
Wahlkreis 68 |
Aulendorf |
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Die Grünen |
30,3 % |
30,3 % |
34,6 % |
32,3 % |
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32,24 % |
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CDU |
27,0 % |
35,1 % |
26,1 % |
23,5 % |
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21,82 % |
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SPD |
12,7 % |
7,5 % |
8,3 % |
11,1 % |
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11,11 % |
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AfD |
15,1 % |
13,9 % |
17,9 % |
10,5 % |
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13,67 % |
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FDP |
8,3 % |
6,1 % |
6,1 % |
10,7 % |
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9,6 % |
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Linke |
2,9 % |
1,9 % |
2,9 % |
3,2 % |
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2,81 % |
Text und Bilder: Gerhard Maucher




