Aulendorf - Am dritten Tag nach Wiedereröffnung der Schule am Schlosspark ist das Fazit von Schulleiter Christoph Lang, „es ist anstrengend, aber es läuft, da sie ja auch gut vorbereitet waren.“ Im Haus mit Aufsicht und im Schulhof werden die Hygienemaßnahmen weitgehend beachtet, ab und zu muss man einen Schüler ermahnen, aber es läuft.

Auch genügend Lehrer, die keinen Beschränkungen unterliegen und unterrichten dürfen, seien vorhanden. Zu den weiteren Klassenstufen, die demnächst in den Unterricht kommen sollen, kann er noch nichts sagen, da müsse man erst mal zwei Wochen abwarten und ohne Infektionen bleiben. Nach Vorstellung der Regierung soll allen Schülern schrittweise unter Auflagen bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglicht werden.

Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf etwa wegen der häuslichen Situation oder der technischen Ausstattung sollten "möglichst umgehend gezielte pädagogische Präsenzangebote an den Schulen erhalten". Abschlussklassen und Klassen, die nächstes Jahr Prüfungen ablegen, sind seit Montag dieser Woche wieder an den Schulen.

Schulschluss um 13:25 Uhr: In Kleingruppen verlassen die Schülerinnen und Schüler das Gebäude. Ein Schüler der Schule am Schlosspark, der in zwei Wochen Prüfungen schreibt, erklärt, dass er in den drei Fächern Deutsch, Mathe und Englisch unterrichtet werde. Einerseits sei es entspannter, in der Schule zu lernen, andrerseits sei er trotzdem gestresst durch die nahenden Prüfungen. Der Unterricht findet den ganzen Vormittag an einem festen Platz statt, selbst in den Pausen. Ein anderer Schüler trägt als Einziger eine Maske. Er mache dies, weil er seine Großeltern schützen möchte, mit denen er im gemeinsamen Haushalt lebt. Nur er und der Lehrer tragen eine Maske.

Konsens der Bildungsminister der Länder ist, dass bis zu den Sommerferien etwa über Schichtmodelle alle anderen Schüler wenigstens zeitweise wieder in die Schulen zurückkehren können, dass es aber ein Normalbetrieb erst mal nicht geben wird. Silke Hubig, Rektorin am Gymnasium Aulendorf, die auch das Fach Geschichte unterrichtet, sagt zum Unterricht, „es sei schon neu und ungewohnt, wenn man nicht mehr in Gruppen unterrichtet und jeder auf seinem Platz sitzen bleibt.“ Aber das machen die Schülerinnen und Schüler diszipliniert und selbstständig. Ebenso wie Rektor Lang, wartet sie noch auf neue Regelungen bezüglich weiterer Klassenstufen.

 

Steigende Neuinfektionen ziehen drastische Eingriffe nach sich

Trotz aller Lockerungen durch die Länder hat die Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Haltelinie durchgesetzt. Die Bundesländer sollten sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt werde. Im Kreis Ravensburg wurde am 20. April die Zahl 500 Infizierte überschritten und bis heute ist die Zahl der Infizierten auf 548 (Stand 05.05.) angewachsen bei rund 285.000 Einwohnern im Kreisgebiet. In Aulendorf gibt es in diesem Zeitraum lediglich einen weiteren mit dem Virus Covid-19 Infizierten, aktueller Stand 7 Infizierte. Das heißt sowohl die Stadt Aulendorf wie der Kreis Ravensburg liegen weit unter dieser Norm. Bundesweit gibt es nur zwei Landkreise, die in der letzten Woche die Zahl überschritten haben, darunter Heidenheim mit 65 Neuinfektionen.

 

Bericht und Bilder: Gerhard Maucher

 

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