Aulendorf – Der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Gemeinderates befasste sich unter anderem mit den wesentlichen Materialen zur Ausführungsplanung des Kindergartens, vorgestellt von Architekt Andreas Hack.
„Wir wollen nicht den teuersten Kindergarten aller Zeiten bauen“, hatte er sich bei der ersten Vorstellung des Entwurfs, der als Sieger eines Wettbewerbs hervorging, verteidigt, und betont, dass er auf Nachhaltigkeit der Materialen Wert lege. Mit der Vorgabe, den Entwurf auf 5,5 Mio. zu reduzieren, hatte er nun Materialen zur Auswahl, die beides beinhalten, nachhaltig und so kostengünstig, wie es der Gemeinderat möchte. Das heißt Böden in Industrieparkett, Wände mit Akustikelementen aus Holz, Decken mit Akustikelementen aus zementgebundener Holzfaser (Heraklith-Platten), Fassaden mit Trapezblech, Perforierung in unterschiedlicher Lochung möglich, Holz-Alu-Fenster und textiler Sonnenschutz. Zu allem hatte er Materialproben zur Anschauung mitgebracht und erläuterte, wo diese eingesetzt werden sollen.
Nachdem also die Preisfrage geklärt, ging es bei der anschließenden Diskussion hauptsächlich um Ästhetik und Geschmack. Letzterer ist bekanntlich auch über Parteigrenzen hinweg verschieden. So hatte Ralf Michalski (FWV) gleich ein „No go“ entdeckt, das Blech bei der Fassade findet er hässlich. Pierre Groll (BUS) fragt nach Alternativen und Konrad Zimmermann (CDU) findet Heraklith und Lochblech vertretbar, während Kurt Harsch ebenfalls CDU später in der Abstimmung alles ablehnt. Während man sich beim Holz der Wandelemente weitgehend auf heimische Eiche, im Besprechungs- und Schlafraum, wo die Robustheit weniger gefragt war, auch Weißtanne, einigen konnte, entstand die nächste Debatte über die Fenster, die weiß lackiert oder lasiert in Holz-Alu. dreifach verglast, sein sollen, so der Vorschlag.
„Wenn schon weiß, warum dann nicht gleich Kunststofffenster“, fragte Michalski und wollte, dass diese Alternativen mit Preisangabe zu einer nächsten Abstimmung kommen. Nicht nur weil er das Material Holz bevorzuge, sondern auch weil es Kunststofffenster in dieser Größe so nicht von der Stange gibt, ließ sich der Architekt nur zögerlich auf diesen Änderungsvorschlag ein. Mit dem Vorschlag die Fenster natur lasiert zu lassen, wäre die Farbe nicht das Thema und mit dem Zusatz ein „freundliches Lochblech“ auszuwählen, kamen die Materialien einzeln zur Abstimmung.
Der Boden in Industrieparkett fand mit 8 Ja bei 2 Gegenstimmen die Mehrheit, die Wände 9 Ja bei einer Gegenstimme, die Decken 7 Ja bei 3 Gegenstimmen und die Fassade mit weiteren Alternativen bei 9 Ja und einer Gegenstimme. Die Fenster weiß lasiert wurden mit 8 Ja bei 2 Gegenstimmen und der textile Sonnenschutz mit 9 Ja bei einer Gegenstimme befürwortet.
Zuvor war über diverse Baugesuche abgestimmt worden, meist war sich der Ausschuss einig, manchmal war der jeweilige Ortsausschuss einer Teilgemeinde noch nicht mit dem Thema befasst, aber nirgendwo erwartet man ein Problem, so die Ortsvorsteher in ihren Stellungnahmen.
Zwei weitere Punkte gab es zu beraten: die Ökomaßnahme bei der Dobelmühle. Mit dem Erwerb eines durch die Blönrieder Ach überfluteten Wiesengrundstücks mit Kosten in Höhe von 69.0000 Euro inklusive zehnjähriger Pflege erhält die Stadt 196.998 wertvolle Ökopunkte. Die Ausschreibungsfreigabe wurde einstimmig befürwortet. Letzter Punkt der Tagesordnung war die Anschaffung einer transportablen Ladestation für E-Bikes oder Pedelecs. Diese „ChargerCube“ werden durch eine Förderung des Bundesumweltministeriums mit 70 Prozent gefördert und kosten so 16.453 Euro Eigenanteil. Komplett einsatzbereit, incl. aller Kosten bis zur Inbetriebnahme. Selbst ausgewiesene Gegner des E-Bikes, so Eigenurteil Michalski, sahen hier die Gelegenheit zuzuschlagen. So war es nur noch eine Standortfrage, wobei der Bahnhof als Anlaufpunkt bei diesem touristischen Angebot am sinnvollsten erschien.
Text und Bilder: Gerhard Maucher

