Aulendorf – Während die hohe Zahl der Neuerkrankungen mit Corona im Nachbarort Bad Waldsee vor allem im Kloster Reute und im Altenheim Spital zum Heiligen Geist zu lokalisieren sind, gibt es solch ein konzentriertes Ausbruchsgeschehen in Aulendorf nicht.
Trotz alledem ist die Zahl der neuen Coronafälle in den letzten Tagen erschreckend. Stand Montag dieser Woche vermeldet die Stadtverwaltung 78 Fälle in Aulendorf gesamt, dabei 13 aktuell infizierte Personen. Ein Tag später sind es nach Informationen des Gesundheitsamtes im Landkreis schon 85 Fälle und noch einen Tag später schon 92 Fälle.
Angesichts dieser Beschleunigung wird die Nachverfolgung, selbst wenn es dort seit 3 Wochen eine personelle Unterstützung gibt, nur schwer zu schaffen sein, insbesondere wenn die Ansteckung nicht zu ermitteln ist. Also geht die Ansteckungskette weiter. So auch im Fall einer Erzieherin in einem Kindergarten. Tritt dort ein Corona-Fall auf, ist schnell der ganze Kindergarten dicht. So bleibt der Kindergarten St. Berta komplett geschlossen, mindestens bis zum 14. Dezember.
Im Kindergarten Villa Wirbelwind führt, wenn ein Kind erkrankt ist und dieses mit einer weiteren Gruppe zusammen gespielt hatte, zur Schließung von zwei Gruppen dieses Kindergartens diese Woche und nur eine Gruppe kann den Kindergarten derzeit besuchen. Bisher war die Expertenmeinung im Kindergarten ohne Abstand und Maske sei in Ordnung, weil Kinder einen besseren Schutz als Erwachsene besitzen und sich folglich kaum anstecken könnten.
Die Praxis belehrt uns eines Besseren. Leider wieder was dazugelernt. Umso mehr muss die Praxis der Stadtverwaltung verwundern, nicht alle Kinder automatisch zu testen, sondern nur wenn sie krank werden. Weiß man doch zur Genüge, dass es positive Coronaträger gibt, die keine Symptome zeigen.
Text und Bild: Gerhard Maucher

Bild: Villa Wirbelwind

