Aulendorf – Die Stadt Aulendorf hatte beim Thema Freiflächenphotovoltaikanlagen (FPV) auf ihrer Gemarkung das Projektbüro Planstatt Senner GmbH aus Überlingen mit einer Standortalternativenprüfung beauftragt. Ziel der Alternativenprüfung soll es sein, die konfliktärmsten Flächen des Stadtgebiets und damit die geeigneten Flächen für FPV-Vorhaben herauszuarbeiten.

Lukas Stocker und Brigitte Schmitt stellten ihr Gutachten in der Sitzung des Gemeinderates am Montag vor. Darin scheint eine ausreichende Fläche zur Deckung des Energiebedarfs mit Wind- und Freiflächensolaranlagen im Stadtgebiet möglich.

Der Bürgermeister Matthias Burth erinnerte an das Ziel von Aulendorf bis 2030 die CO2-Emissionen um 65 % zu senken, wobei der Strom zu 100 % aus klimaneutralen Quellen eingespeist werden solle. Im Jahr 2021 wurden 22.547 MWh aus erneuerbaren Energien eingespeist bei einem Verbrauch von 32.775 MWh.

Der Strombedarf auf der Gemarkung Aulendorf werde sich im Jahr 2040 verdoppeln und bei voraussichtlich 66.000 MWh liegen. Mit der bestehenden PV-Anlage im Bereich der Dobelmühle, deren Leistung 2.500 MWh beträgt und den in Planung befindlichen PV-Anlagen im Bereich Hasengärtlestraße mit 5.500 MWh und Wannenberg mit 47.000 MWh würde eine voraussichtliche Einspeisung von 77.547 MWh erreicht.

Die Fläche Wannenberg liegt wie 98 % der landwirtschaftlichen Flächen von Aulendorf im Bereich der Vorrangstufe 2, die als gut geeignet betrachtet wird, und ihr Potential wurde mit 24 von 36 möglichen Punkten bewertet. Ein Vorteil der 42 Hektar großen Anlage im Bereich „Wannenberg“, sei es auch, nur einen Eigner zu haben, damit verbundene Naturschutzmaßnahmen bündeln zu können, und bei dieser Größe den Anschluss an das Hochspannungsnetz mit geringeren Übertragungsverlusten zu ermöglichen, was für kleinere Anlagen nicht wirtschaftlich möglich ist. Das Planverfahren dazu soll in der Sitzung im Mai beraten und abgestimmt werden.

Die Errichtung und der Betrieb von 4 Windkraftanlagen im Röschenwald liegt auf Flächen der Gemarkung Wolpertswende als im Verfahren entscheidende Gemeinde. Die Flächen zur Errichtung der Anlage sind im Besitz des Landes Baden-Württemberg und Aulendorf kann als nächst betroffene Gemeinde dazu Stellung nehmen.

Der Windpark Wolpertswende wird mit 4 Windkraftanlagen des Typs Enercon E-160 EPS E2 errichtet, die mit einer Nabenhöhe von 166,6 Metern und einem Rotordurchmesser von 160 Metern ausgelegt sind. Die nächsten Wohnplätze Geiger-Röschen sind zwischen 1000 und 1250 Meter von der Windkraftanlage entfernt. Der Abstand zum Ortsteil Zollenreute beträgt 2200 Meter. Mit der Forderung, die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte hinsichtlich Lärmschutz und Schattenwurf, sowie 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten, befürwortete der Gemeinderat bei 13 Ja-Stimmen und einer Enthaltung die Errichtung der Windkraftanlage.

Den Planentwurf zum Bebauungsplan "Erweiterung Betriebsgelände Hasengärtlestraße 52" , der eine Erweiterung des Betriebsgeländes der Firma Burger Recycling GmbH betrifft, wurde von Antonia Kasten im Gemeinderat vorgestellt. Die Teilfläche von insgesamt 2090 m² dient der Erweiterung der Lagerflächen für Trockenschrott. Das Gelände wird mit einer bis zu 3,50 m hohen Mauer begrenzt und auf der gesamten Länge nach Westen bepflanzt. Der Gemeinderat billigte einstimmig den Entwurf wie dargestellt, und die frühzeitige öffentliche Auslegung und Beteiligung öffentlicher Behörden und Träger öffentlicher Belange.

Beim Neubau des Kindergartens galt es die Vergabe der Fassadenarbeiten,zu entscheiden. Nach zwei erfolglosen Ausschreibungsverfahren ging in direkten Verhandlungsgesprächen die Firma Gramm GmbH & Co. KG aus Friedrichshafen mit dem günstigsten Angebot in Höhe von 87.813,79 € hervor.

Mit der Mehrheit von 13 Ja-Stimmen wurde dies so beschlossen bei Gegenstimmen von Ralf Michalski und Kurt Harsch, die eine Fassade mit Lochblech nicht befürworten konnten. Eingangs der Sitzung berichtete Günther Blaser, dass diie Stadt für die Sporthallensanierung einen KfW-Zuschuss von 1,214 Mio. € zugesagt bekam.

Zum Schluss holte Burth die Zustimmung des Gemeinderates ein, die nächste Einwohnerversammlung am 3. Mai mit den Themen Errichtung einer Windkraftanlage im Bereich Weiherwiesen/Unterrauhen auf Gemarkung Tannhausen und Vorstellung der Planung für eine geplante PV-Freiflächenanlage im Gewann „Wannenberg“ wegen den zu erwartet hohen Besucherzahl in die Stadthalle zu verlegen. Auch heute im Gemeinderat waren zu diesen Themen fast alle Besucherplätze im großen Sitzungssaal belegt.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

 

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