Aulendorf – Erneut ist auch dieses Jahr wieder eine besondere Foto-Ausstellung der Stadt Aulendorf im Aulendorfer Schloss zu sehen. Sie trägt den Titel „Europäischer Naturfotograf des Jahres 2021“ und ist vom 03. März bis 01. Mai zu besichtigen.
Der Gesamtsieger und damit Europäischer Naturfotograf des Jahres 2021 ist der spanische Fotograf, Fotojournalist und Autor Angel Fitor, der mit seinem „Ballett der Medusen“ einige Quallen in der spanischen Lagune Mar Menor zu einem eindrucksvollen Signal zum Schutz der Meere ins Bild setzt. Dass jenes Mar Menor in der Region Murcia, Europas größte Salzwasserlagune, kurze Zeit später von einem massiven Fischsterben heimgesucht wurde, verleiht dem Bild eine zusätzliche Brisanz, womit es, so Jim Brandenburg, Mitglied der diesjährigen Jury, für die massiven Umweltprobleme dieser Region sprechen kann.
Eine internationale Fachjury der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) wählte aus über 19.000 Einsendungen aus 36 Ländern die jeweils 10 besten Bilder in 10 Kategorien aus. Seit 2001 entwickelte sich der Wettbewerb Europäischer Naturfotograf des Jahres zu einer festen Größe von internationalem Rang. Den Ansprüchen moderner Naturfotografie gerecht zu werden. Innovation und Kreativität, seien es der Einsatz neuer Techniken oder der Mut zu ungewöhnlichen Kompositionen, waren von Anfang an die erklärten Zielsetzungen dieses Wettbewerbs.
Die große Bandbreite naturfotografischer Themen spiegelt sich in diesem Wettbewerb in zeitgemäßer Weise wider – von ungesehenen Verhaltensweisen, seltenen Arten, intimen Tierportraits, verträumten Pflanzenbildern bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes. Ein strenges Regelwerk und die Einhaltung ethischer Standards bei der Entstehung der Bilder sorgen auch dafür, digitale Manipulationen auszuschließen.
Zwei Gewinner des Fritz Pölking Preises, der seit 2008 in Zusammenarbeit mit dem Tecklenborg Verlag vergeben wird, sind dem Siegerbild am Eingang der Ausstellung zur Seite gestellt: Jasper Doest, Niederlande mit Heuschrecken in Uganda auf nächtlicher Suche nach Nahrung und Fortpflanzungspartnern, sowie Emile Séchaud, „Im Königreich des Steinbocks“ der heimischen Alpen. Über 6 Jahre brauchte der Gesamtsieger Angel Fitor für seine Bildidee mit der Quallenart Cotylorhiza tuberculato. Viel Geduld brauchte es auch für den Sieger Jugend (15-17 Jahre) Lasse Kerkula, um im verschneiten finnischen Wald einen Unglückshäher zu fotografieren. Vier Tage und 1500 Bilder investierte er dafür.
Einhundert herausragende Bilder aus Europa und aller Welt sind in den Kategorien Vögel, Säugetiere, Andere Tiere, Pflanzen und Pilze, Landschaften, Unter Wasser, Mensch und Natur, Atelier Natur, Fritz Pölking Preis und Jugendpreis zu besichtigen. International ist auch die Jury besetzt mit Jim Brandenburg (USA), Viktoria Haack (UK/CA), Andrew Parkinson (UK), Ole Jorgen Llodden (NO), Ofelia de Pablo (ES), sowie Gisela Pölking und Patrick Brakowsky (DE) für den Fritz Pölking Preis. Die GDT feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.
Oft sind es die kleinen, schwer zu entdeckenden Motive, wie den winzigen grünen Smaragddrachen in Costa Rica vom Sieger der Kategorie Andere Tiere Jan Pedersen aus Schweden fotografiert. Geografisch näher ist das Siegerbild Pflanzen und Pilze mit dem Titel „Raureif“ von Thomas Richter in der Böhmischen Schweiz gesehen. Mit Hilfe einer Drohne entstandene Bilder setzen sich mit dem Thema Eingriffe und Zerstörung von Natur auseinander, so „Vergiftete Schönheit“ in einem Kupferabbaugebiet in Rumänien oder „Blauer Wald“, der eine Abflussrinne im vom Bergbau geprägten Rio Tinto in Spanien zeigt.
In schwarzweiß kommt das Siegerbild Mensch und Natur von Magnus Lindgren, Schweden, das den geschützten Tigerhai umringt von Tauchern zeigt, besonders zur Geltung. Andere Bilder dieser Kategorie thematisieren Tiere in Gefangenschaft, so den Orang-Utan oder den Großen Panda. Besondere Stimmungen aller Jahres- und Tageszeiten sind in den weltweiten Landschaften eingefangen. Und für Freunde des Fußballs gibt es auch ein besonderes Spielfeld von Oliver Jarry-Laconte Frankreich auf einer felsigen Insel der Lafoten nahe des Polarkreises zu betrachten.
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag von 8.00 - 12.00 Uhr
Mittwoch/Donnerstag/Freitag von 13.00 - 18.00 Uhr
Samstag/Sonntag/Feiertag 10.00 - 18.00 Uhr
Eintritt: Sie bezahlen was Sie möchten.
Text und Bilder: Gerhard Maucher

