Aulendorf – Zahlreiche Zuschauer hatte das Thema neues Ärztehaus am Standort „Auf der Steige Südost“zur Gemeinderatssitzung im großen Ratssaal gelockt. Viel konnten sie vorerst dazu nicht erfahren.

 

Mehr als den Lageplan, der eine Fläche von insgesamt 1,97 ha ausweist, hatte auch Herr Reber vom beteiligten Planungsbüro nicht anzubieten. Das Plangebiet liegt am Ortsausgang nach Steinenbach auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche oberhalb des Gewerbegebietes „Sandäcker“, und wird durch die Straßen „Auf der Steige“ und „Steinenbacher Weg“ begrenzt.

Neben dem Neubau des dringend erforderlichen Ärztehauses sollen im südlichen Anschluss eine wohnliche Nutzung, betreutes Wohnen und weitere Wohnformen realisiert werden. Der Bürgermeister Matthias Burth kündigte dazu eine gesonderte Infoveranstaltung mit Beteiligung der Planer und Dr. med. Wolfgang Schmidt an.

Karin Halder (B.U.S) freute sich, dass es los geht und findet auch den Standort ganz gut. Konrad Zimmermann (CDU) widersprach entschieden dem Gerücht, die Verwaltung der Stadt sei gegen das Ärztehaus. „Das war nie so“, zusammen mit Dr. Schmidt habe man die Pläne entwickelt, und ebenso wie Halder kündigte er für seine Fraktion die Zustimmung an. Zuerst die Änderung des Flächennutzungsplanes und danach der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes „Auf der Steige Südost“ wurden getrennt abgestimmt und einstimmig befürwortet.

Nachdem die Stadt inzwischen Eigentümer sämtlicher Grundstücke im Baugebiet „Mahlweiher“ ist, kann die Resterschließung erfolgen. Die bisherigen Erschließungskosten des Ingenieurbüros Kapitel für den Straßenbau, die Abwasserbeseitigung, die Wasserversorgung, die Verlegung von Leerrohren für die Breitbandversorgung und die Straßenbeleuchtung, beschlossen in der Sitzung des Gemeinderates vom 14.01.2022, beliefen sich auf 630.700 Euro brutto. Aufgrund der mittlerweile zugenommenen Starkregenereignisse sind Engpässe in der Kanalnetzdimension bekannt.

Deshalb ist vorgesehen, die Entwässerung des geplanten Baugebietes getrennt mit einer Regenwasserretention auszuführen. Das häusliche Schmutzwasser wird an eine Leitung höherer Dimension DN 250 an den Mischwasserkanal im Keltenweg angeschlossen. Das Regenwasser der Dachflächen wird in eine auf jedem Grundstück eingebaute Regenwasserzisterne mit Retention eingeleitet und gepuffert. Die Erschließungskosten werden sich somit fast verdoppeln auf 1.204.280 Euro brutto. Mit 16 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung von Rainer Marquart stimmte der Gemeinderat der Vorlage zu.

Zur weiteren Planung des Hofgarten- und Stadtparks ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen. Ein vierseitiger Fragebogen soll sowohl online wie auch mit der Vollausgabe von „Aulendorf aktuell“ am 10.03. an alle Aulendorferinnen und Aulendorfer gehen. Zudem sollen Infostände auf dem Wochenmarkt und bei einem Supermarkt, sowie Workshops die Fragebogenaktion begleiten. Diesem Vorhaben stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Die Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeit“ zielt darauf ab, dass Kommunen ohne Einschränkungen Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit dort anordnen können, wo sie es für notwendig halten. Derzeit sind bundesweit rund 400 Städte der Initiative beigetreten und nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates, ist es eine weitere Stadt mehr. In diesem Zusammenhang mahnte Oliver Jöchle (FWV) an, die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen besser zu kontrollieren.

„Ein grundsätzlich interessantes Angebot“, sieht Pierre Groll (B.U.S) in dem e-Carsharing-System der Firma Deer GmbH. Zuletzt im Herbst 2022 hatten sich auch Kißlegg, Leutkirch und Wangen entschlossen, bei diesem Carsharing Projekt mitzumachen. Eine Ladestelle soll in Umgebung des Bahnhofs umgesetzt werden, so der einstimmige Beschluss.

 

Text und Bild: Gerhard Maucher

 

 

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