Aulendorf – Mit ihrem Häsrichterlied „Mir hond Fasnet, des woiß jeder, mit was saischt au“ griaßt ma sich jetzt wieder, mir Häsrichter, mir sind startbereit, alle Auladorfer nei ins Fasnetskleid“, starten die Häsrichter in die anstehende Fasnet.
Auf der Bühne in der Stadthalle stehen das streitbare Paar Maria Arnold (Traudl Prosecco) und Britta Wekenmann-Arnold (d ́r Bruno), Carina Baur als Frau Bäuerle, Sandra Nägele ( ́s Nägele), Irene Steinhauser als Frau Schtoi, und Tina Heinemann (d ́Stuagertere). Als musikalische Unterstützung sind die doppelte EinMannBand mit Andreas Herkommer und Peter Baurmann mit dabei.
Nach dem donnerndem Ha ha ha von Zunftmeister Flo Angele sind alle wach und aufmerksam. Flo freut sich über die „gnudelt volle Halle“und begrüßt die Ehrengäste, allen voran den Bürgermeister Matthias Burth mit seiner Frau, der letztes Jahr Corona bedingt pausieren musste. Neben den verdienten Ehrenzunfträten aus Aulendorf sind auch Abordnungen der Zünfte aus Waldsee, Baienfurt, Weingarten und Tettnang der Einladung in die Stadthalle gefolgt. Da Flo alle beim Vornamen kennt und nennen kann, spart er sich das neumodische „Gegendere“, das er nicht so mag. Was er mag und allen wünscht ist „a scheene Fasnet“.
Dann hat der Maskenmeister Michael Weissenrieder seinen Auftritt und führt das Publikum an den Verbannungsort der Aulendorfer Masken, um den Bann der Ruhe zu brechen und den Maskenspuk der großen Narrenschar anzukündigen. Ein kurzer Spuk, denn bis zur großen Maskenbeschwörung am Hexeneck, am Abend vor dem Gumpigen ist noch Zeit.
Mit einer Currywurst für lau, die der Stadtrat am Minigolfplatz letzten Sommer verschenkt hat und einem Lied über das Currywurst-Syndikat beginnen die Geschichten der Häsrichterinnen. Auch die „Homemade-Handwerker“ sind ein Thema, so bei den Nassal`s in Tannhausen, die die Wasserleitung im Bad angebohrt haben. Es gilt, wer den Schaden hat, braucht für den Spott der Häsrichterinnen nicht zu sorgen. Es sind die kleinen und großen Missgeschicke und Vergesslichkeiten, die erzählt werden. Gerne auch welche aus der Nachbarstadt Bad Waldsee, wo das Bauamt den Verkehr nach „Gaisbeuron“ schickte.
Wir erfahren, dass Michael Weissenrieder einen Auszeitgarten und Oliver Spähn, der Wirt vom Gasthaus „Zum Rad“ gar kein Rad besitzt. Es wird ausgeplaudert, dass der Aulendorfer Schultes gerne lange feiert, und beim Stadtfest als letzter Gast im Zolli-Zelt nach der Sperrstunde von der Polizei erwischt wurde. Schlimmer erwischt wurde sein Amtskollege, der Bürgermeister von Altshausen Patrick Bauser.
Bei einem Badetag am Steegersee hat ihn ein Hecht so heftig in den großen Zeh gebissen, dass die Wunde mit mehreren Stichen genäht werden musste. Nach 90 Minuten sind alle Geschichten erzählt und der Narrenmarsch beschließt das Programm. Im Anschluss daran spielt Dreixang zum Tanz auf.
Text und Bilder: Gerhard Maucher

