Aulendorf – Zu Beginn der Debatte im Gemeinderat um die vom Haus Königsegg-Aulendorf mit Blue Elephant Energy AG beabsichtigte Freiflächenphotovoltaik Wannenberg auf einer Fläche von 57,4 ha, erinnerte der Bürgermeister Matthias Burth an das Ziel der Landesregierung, mindestens 2 % der Regionalflächen mit erneuerbarer Energie wie Windkraft oder PV zu belegen. Herunter gerechnet auf die gesamten .Aulendorfer Flächen entspräche dies 104 ha.

Benedikt Müller vom Planungsbüro für Landschaftsarchitektur Planstatt Senner berichtete von einem Scoping-Termin (Behördenbesprechung) im Juni dieses Jahres, der im Ergebnis einige Auflagen vorsah. So ist der Abstand zu Schutzgebieten wie den Mahlweiher und Wanneberger Weiher zu beachten. Der Artenschutz erfordert eine Kartierung aller Arten, die allein bis Sommer nächsten Jahres dauert. Erforderlich ist auch ein Umweltbericht mit einer Landschaftsbildanalyse und eine Natura 2000 Vorprüfung, um die Auswirkungen der Planung auf das angrenzende Schutzgebiet zu ermitteln.

Insbesondere erforderlich im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplanes ist eine Standortalternativenprüfung auf der gesamten Aulendorfer Gemarkungsfläche, die bereits von der Stadtverwaltung bei demselben Planungsbüro Senner beauftragt wurde.
Der Ortsvorsteher von Zollenreute Stefan Wülfrath setzte den Ton der nachfolgenden Debatte. Er könne nicht verstehen, dass so hochwertige landwirtschaftliche Flächen und guter Boden umgewandelt werden solle, sagte Wülfrath. Oliver Jöchle (Freie Wähler) stimmte zu, „nicht in dieser Größe und an diesem Platz“, da Natur und Naherholung abgesperrt würden. Er kündigte an, gegen den Aufstellungsbeschluss zu stimmen.

Auch die Vertreter der anderen Fraktionen zeigten sich zögerlich. Rainer Marquart (SPD) fragte, wie weit sind wir nach einem Beschluss Herr des Verfahrens und auch Konrad Zimmermann (CDU) wollte vorab nichts festlegen. Pierre Groll (BUS) forderte eine frühzeitige Bürgerinformationsveranstaltung und die Möglichkeit der Beteiligung von Bürgern, um die Akzeptanz zu erhöhen. Der Bürgermeister versicherte, dass sich mit dem Ergebnis der Standortalternativenprüfung der räumliche Geltungsbereich ändern könne und erst die Abstimmung über den konkreten Bebauungsplan entscheidend sei. Mehrheitlich war aber der Rat mit 17 Ja bei einer Gegenstimme der Meinung den Aufstellungsbeschluss zu treffen, denn von irgendwo müsse die erneuerbare Energie der Zukunft herkommen.

 

Baugebiet Buchwald rechtssicher beschlossen
Nichts substanziell Neues beim Baugebiet Buchwald trug die beauftragte Architektin Antonia Kasten zum geplanten Baugebiet vor, aber aus Gründen der Rechtssicherheit mit der Änderung des Baugesetzbuches vom 10.09.2021 musste der Aufstellungsbeschluss vom 25.11.2019 aufgehoben und heute erneut beschlossen werden.

Der Bebauungsplan Buchwald wird im beschleunigten Verfahren nach § 13b BauGB aufgestellt. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist nicht erforderlich und von erneuten frühzeitigen Beteiligungen wird gem. § 13a(2)1 BauGB abgesehen. Unumstritten mit 17 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung billigte der Gemeinderat den Entwurf des Bebauungsplanes und der örtlichen Bauvorschriften vom 07.11.2022 mit den beschlossenen Änderungen und Ergänzungen.

Der Beschluss umfasst auch eine öffentliche Auslegung für die Dauer eines Monats und die Einholung der Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange. Zum Schluss konnte Burth noch eine Annahme einer Vertreterin der Bürgerinitiative „Buchwald-für ein l(i)ebenswertes Aulendorf“ richtig stellen. Nicht 500, sondern die Hälfte, etwa 250 Personen werden nach Berechnungen des statistischen Landesamtes später im Baugebiet wohnen.

 

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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Bebauung Buchwald mit Antonia Kasten re. neben BM

 

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