Aulendorf – Die Deutsche Reihenhaus AG beabsichtigt in der Zollenreuter Straße angrenzend an das Lagerhaus Schuler und die derzeitige Bebauungsgrenze eine Wohnanlage mit 52 Wohneinheiten, aufgeteilt auf 40 Wohneinheiten in zwei Mehrfamilienhäusern und 12 Wohneinheiten in drei Reihenhausgruppen auf einer Fläche von 7238 m² durchzuführen.

Mit einer Videoschaltung und Audioschaltung wurden die beteiligten Planer aus Kaiserslautern, Köln und Freiburg in die Gemeinderatssitzung am Montag zugeschaltet. Das ersparte weite Wege und war somit auch ein Beitrag zur CO2-Bilanz, um die es im Verlauf der Sitzung auch an anderer Stelle noch mehrfach ging. Grundsätzlich ist hier das Konzept auf der Höhe der Zeit und beinhaltet Wärmepumpen und Photovoltaik mit einer Technikzentrale für das ganze Wohnprojekt. Eine Dachbegrünung ist als Option eingeplant. Darüber hinaus trägt die Deutsche Reihenhaus AG dafür Sorge, dass spätere Eigentümer die Wohnungen für 15 Jahre 20 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete, die derzeit 8,30 Euro pro qm beträgt, vermieten. Konrad Zimmermann (CDU) fragte nach Garagen und einem Kinderspielplatz, Pierre Groll (BUS) möchte auch überdachte Stellplätze mit Photovoltaik versehen.

Die Vertreter der Reihenhaus AG gaben zu bedenken, dass Stellplätze besser als Garagen seien, da es ihrem Konzept, günstigen Wohnraum zu schaffen, entspreche. Mit einem Prüfauftrag für Garagen oder Carports wurde dem Bebauungsplan in dem vorgestellten Entwurf einstimmig zugestimmt. Das Kölner Unternehmen Deutsche Reihenhaus baute bisher bundesweit in rund 250 Wohnparks ein Zuhause für über 7.500 Familien. Deutsche Reihenhaus erstellt jährlich etwa 750 neue Wohneinheiten und ist auf drei variantenreduzierte Haustypen spezialisiert, die mit industrieller Serienfertigung erstellt werden.

Im Februar dieses Jahres hatte der Gemeinderat das Planungsbüro Schwegler aus Staig (Architektenleistung), Ingenieurbüro Witschard aus Ravensburg (HLS-Leistungen) und das Aulendorfer Planungsbüro Roth (Elektroplanung) mit der Sanierung der Sporthalle Schussenriederstraße beauftragt. Helmut Schwegler von Holzbau Kreativ erläuterte das Ergebnis der im Juni /Juli 2022 vorgenommenen Bausubstanzuntersuchung mit Materialproben im Wand-Boden-Deckenbereich, das für eine Kernsanierung Dach und Boden komplett spricht, wobei auch asbesthaltige Bitumenmassen zu berücksichtigen und zu entsorgen sind.

Das Brandschutzgutachten erfordert einen zweiten Fluchtweg und somit eine Fluchttür als weiteren Ausgang. Bei der Dachgestaltung sprach sich Schwegler für ein Lichtband aus, um eine voll belegbare Dachfläche mit Photovoltaik zu bekommen. Nicht nur der 17 Jahre alte Sporthallenboden, sondern auch die Effizienzhausvorgaben EH 55 sprechen für eine Fußbodenheizung. Zur energetischen Ertüchtigung muss die Fassade gedämmt werden. Angedacht ist eine Holzfassade mit Steinwolle als Dämmstoff.

Sollte der bisherige Fernwärmelieferant mit dem man über ein neues Energiekonzept, das den Standard EH 55 erfüllt, im Gespräch ist, nicht liefern können, ist als Plan B eine Pelletsheizanlage vorgesehen. Mit einem Zuschuss KfW von 1.050.000 Euro und einem Zuschuss Kommunaler Sportstättenbau von 445.000 Euro, verbleiben als Finanzierungsanteil der Stadt Aulendorf rund 4 Millionen Euro. Mit 15 Ja-Simmen bei einer Enthaltung (Ralf Michalski) und einer Gegenstimme (Kurt Harsch) wurde die Ausführungsplanung freigegeben.

Zu Beginn der Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Matthias Burth die Aufstellungbeschlüsse für die Freiflächenphotovoltaik Wannenberg und den Bebauungsplan Buchwald aus Gründen der zu kurzen Veröffentlichungsfrist von der Tagesordnung genommen. Aus diesem Grund wird schon am 5. Dezember eine nächste Gemeinderatssitzung stattfinden. Übrig blieb die Festlegung der Vergabekriterien für das Kalte Nahwärmenetz zu treffen. Dazu war erneut Leo Munzinger, Projektleiter schäffler sinnogy Energiekonzepte aus Freiburg angereist.

Die Markterkundung ergab sechs Anbieter und das Vergabeverfahren soll bis Mitte 2023 abgeschlossen sein. Nach längerer Diskussion im eiskaltem Ratsaal wurde gegen 22 Uhr der Vorschlag den Angebotspreis mit 70 %, die Speichergröße mit 10 %, das Reaktionsziel bei Störungen mit 15 % und das Konzept für Zusatzleistungen mit 5 % festzulegen, mehrheitlich bei 2 Enthaltungen und 2 Gegenstimmen beschlossen.

 

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Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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halloRV

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