Aulendorf (stua) - Das Staatliche tierärztliche Untersuchungsamt Aulendorf gibt Tipps für das Reise mit Tieren.

Noch ist Reisezeit und dabei wollen viele von uns nicht auf ihr Haustier verzichten. Während die meisten Katzen lieber zu Hause in der gewohnten Umgebung bleiben, wollen Hunde gerne Frauchen und Herrchen begleiten. Wenn Ihr Tier mit auf Reisen soll, sind gute Vorbereitungen wichtig, damit der Urlaub für Mensch und Hund gelingt. Wir geben einen Überblick, worauf zu achten ist.

Tipps für die Autofahrt:
– vor und während der Fahrt nur mäßig füttern
– im Auto gut sichern; ideal sind Transportboxen, an die die Hunde schon vor der Fahrt gewöhnt werden
– regelmäßige Pausen (spätestens alle 2 Stunden)
– ausreichend Trinkwasser mitnehmen
– nie alleine im Auto zurücklassen

Nicht vergessen! Denken Sie an Leckerlis, Spielzeug, Lieblingsdecke oder -körbchen, Fellbürste, Trinkflasche mit Napf, gewohntes Futter, Kotbeutel etc., damit Sie und Ihr Tier sich wohlfühlen!
Innerhalb Europas ist das Auto das beliebteste Transportmittel, während von Flugreisen eher abgeraten wird.

Hitze-Tipps
Vor allem Hunden macht die Hitze zu schaffen. Als Besitzer sollte man sein Tier daher gut im Blick haben und sowohl im Urlaub als auch zu Hause tagsüber für ausreichend „Schattenpausen“ sorgen. An heißen Sommertagen genügt meist ein Spaziergang am Morgen und am Abend; während der Mittagshitze sollten ausgiebiges Spielen oder Rennen vermieden werden. Ausreichend Trinkwasser sollte immer zur Verfügung stehen und bei Bedarf kann ein kühles Leckerli (z. B. Naturjoghurt) Erfrischung bringen. Auch eine „sommerliche“ Fellpflege kann bei dickem Fell und Rassen mit viel Unterwolle Erleichterung schaffen, ebenso wie ein Bad im See oder Meer.

Wichtige Reisevoraussetzungen
 Für Hunde muss auf Reisen ein Heimtierausweis mitgeführt werden. Dieser wird vom Tierarzt ausgestellt und enthält unter anderem die Nummer des Mikrochips. Seit Juli 2011 ist bei neu zu kennzeichnenden Tieren der Einsatz eines Mikrochips Pflicht. Durch die Registrierung in einer nationalen bzw. internationalen Datenbank, die durch den Tierbesitzer vorgenommen werden muss, können entlaufene Tiere zugeordnet und somit schnell wieder nach Hause geholt werden. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, das Hundehalsband entweder mit GPS-Tracker, Urlaubs- und Heimatanschrift oder einer Handynummer zu versehen.
 Außerdem muss im Heimtierausweis eine gültige Tollwutimpfung dokumentiert sein. Die Impfung darf nicht vor dem Anbringen des Mikrochips erfolgen und es müssen entsprechende Fristen bis zur Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes eingehalten werden.
 In manchen EU-Ländern gelten noch weitere Anforderungen für die Einreise, z. B. bzgl. einer durchgeführten Bandwurmbehandlung. Bei Reisen außerhalb der EU gelten die Bestimmungen des jeweiligen Landes (z. B. Ausstellung eines Gesundheitszeugnisses oder zusätzliche Blut-
untersuchungen). Informieren Sie sich bei solchen Reisen auch über die Wiedereinreisebestimmungen in die EU bzw. nach Deutschland bei Ihrem behandelnden Tierarzt bzw. dem Veterinäramt in Ihrem Stadt- oder Landkreis.
 Bei Reisen mit der Bahn ist je nach Tiergröße evtl. ein Fahrschein nötig.

Reisekrankheiten
Durch häufiges Reisen und den Klimawandel rücken Reisekrankheiten verstärkt in den Blickpunkt von Tierhaltern und Tierärzten. Reisekrankheiten werden von Erregern hervorgerufen, die in Deutschland bisher nicht (endemisch) vorkommen. Besonders bei Reisen in den Mittelmeerraum können gefährliche Erkrankungen durch Zecken und Mücken auf Hunde oder Menschen übertragen werden, die oft nur schwer (oder gar nicht) therapierbar sind.

 Leishmaniose:
Erreger: Leishmanien (Einzeller); befallen weiße Blutkörperchen
Überträger: Sandmücken
Vorkommen: v. a. Südeuropa; z. T. Deutschland
Symptome: nach Wochen bis Monaten unspezifisch; Durchfall, Lahmheit, allgemeine Trägheit, schnelles Ermüden, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellung, Hautveränderungen (Haar-ausfall, Schuppenbildung, Ekzeme, oft lokal am Kopf)
Wichtig: Zoonose (auf den Menschen übertragbar)!

 Babesiose (Hundemalaria, Piroplasmose):
Erreger: Babesien (Einzeller); befallen rote Blutkörperchen
Überträger: Auwaldzecke (Deutschland) und braune Hundezecke (Mittelmeerraum)
Vorkommen: Deutschland und Mittelmeerraum -> keine „echte“ Reisekrankheit
Symptome: meist akut mit hohem Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Anämie, dunklem Urin; seltener chronisch mit intermittierenden Symptomen

 Ehrlichiose:
Erreger: Ehrlichien (Bakterien), befallen weiße Blutkörperchen
Überträger: braune Hundezecke
Vorkommen: Mittelmeerraum
Symptome: nach 1 bis 3 Wochen akute Phase mit Mattigkeit, Fieberschüben, Lymphknotenschwellung, Gelenk-schmerzen; chronische Phase mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber, Lymphknotenschwellung, Blutungen aus der Nase, punktförmige Blutungen in Haut, Schleimhäuten und Augen, steifer Gang durch Einblutungen in Muskulatur und Gelenke

 Hepatozoonose:
Erreger: Hepatozoon (Einzeller), befällt weiße Blutkörperchen und Endothelzellen von Milz, Leber, Muskulatur, Lunge und Knochenmark
Überträger: braune Hundezecke
Vorkommen: Südeuropa, im Sommer auch Mitteleuropa
Symptome: nach 2 bis 4 Wochen Gewichtsverlust, Fieber, Blutarmut, Bewegungsschwierigkeiten („steifer Gang“) durch Muskelschmerzen

 Dirofilariose (Herzwurmerkrankung):
Erreger: Dirofilarien (Würmer), wandern in die Gefäße und ins Herz ein
Überträger: Stechmücken
Vorkommen: Südeuropa
Symptome: oft erst nach Monaten Atemnot, chronischer Husten, Schwäche, evtl. Embolie

Was man vorbeugend tun kann (Prophylaxe):
 Mücken- und Zeckenprophylaxe durch Halsbänder/Spot-on-Präparate (ggf. Auffrischung im Urlaub)
 Regelmäßige Zeckenkontrolle; ggf. Zecken sofort entfernen (Zecke mit Pinzette oder Zeckenzange nahe an der Haut fassen, ohne den Körper zu quetschen; kein Öl, Alkohol etc. verwenden)
 regelmäßige Impfungen; die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt neben Tollwut auch Staupe, Hepatitis contagiosa canis (HCC), Parvovirose und Leptospirose – immer in Absprache mit Ihrem Tierarzt

Und falls Ihr Tier im Urlaub doch mal krank wird:
 an eine Reiseapotheke denken: z. B. Pinzette oder Zeckenzange, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer, Einmalhandschuhe, Verbandsmaterial, Schere, Maulkorb, Medikamente in Absprache mit Ihrem Tierarzt

Information des Staatlichen tierärztlichen Untersuchungsamtes Aulendorf (STUA / HMM).

Hier das Merkblatt der STUA

 

 

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halloRV

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