Aulendorf - Elisabeth Heiß vom Ortsverband Bündnis90/Die Grünen begrüßte die etwa 40 Gäste, die zu dem Vortrag von Felix Schmitt, gelernter Staudengärtner aus Immenstadt, gekommen waren.
Die Begrüßung beinhaltete auch eine Corona-Hygiene- Einweisung. Dann durfte aber Günter Vogt etwas zu ihrem Permakulturgarten in Geblisberg sagen und anhand von Bildern die Entstehung seit gut einem halben Jahr zeigen. „Was machet ihr do“, war die Frage der Nachbarn und mit dem Begriff Permakultur konnte niemand was anfangen, aber mit der Hilfserklärung von Christine Vogt, „wir bauen Hügelbeete“ schon.
Wie man genau Hügelbeete baut, erklärte Schmitt erst am Ende seines Vortrags: Man nimmt organische Materialien , jüngeres und älteres Holz, groß und klein und arbeitet dort RAL-Kompost ein. Dann kann gesät werden, was immer man auch mag. Aber man braucht heimische Wildblumen und die Tierbewohner und Insekten dazu.
Insbesondere die Wildbiene ist wichtig, denn sie bestäubt 90 Prozent aller heimischen Pflanzen, so auch den kleinblättrigen Klee, der in Neuseeland nur von Honigbienen bestäubt, nicht gedeiht. Grundsätzlich verfolgt Schmitt die Idee, Gartenlandschaften, der Natur, wie sie schon vorher immer war, nachzubauen. Dazu muss man Geduld haben und die richtigen Starter benutzen , sodass sich die Wildblumenwiese aus einem Parkplatz ähnlichen Gebilde wie von selbst mit wenig Aufwand weiter entwickelt ohne Gießen der Pflanzen.
Man braucht die Geduld um in ein, zwei, drei Jahren ein perfektes buntes Bild zu haben mit Kamille, Mohn, Ackerblume und anderem mehr. Ein anderer Leitsatz von Schmitt ist: „Wer Schmetterlinge liebt, muss auch seine Raupen lieben können, so zum Beispiel den Schwalbenschwanz. Auch die Zauneidechse, der Igel, die Blinschleiche tragen zum Gelingen bei. Er ist ein Gegner von Stein- und Zengärten, die jetzt in vielen Gebieten schon verboten werden, denn sie sind das Gegenteil von einer bunten Welt mit Lebensräumen für Insekten.
Für die Vogts war der Anlass, sie wollten nicht jedes Jahr auf eine Monokultur mit Mais blicken und bekamen die Möglichkeit, den Acker in einen Blühacker zu verwandeln. Schmitt geht weiter und verwandelt Gemeinden und Industrieplätze, wie auch Radwege rund um Immenstadt im Allgäu. Nach dem 1 ½ -stündigen Vortrag beantwortete Schmitt noch geduldig die vielen Fragen der Hobbygärtner mit all ihren Problemen. Schön, wenn man mal so einen Fachmann vor Ort hat.
Text und Bilder: Gerhard Maucher

