Ravensburg – Am 25.03. ruft fridays for future zum weltweiten Streik und zur zehnten globalen Demo für eine klimagerechte und bessere Welt. Wie in hunderten deutschen Städte wird auch in Ravensburg gestreikt. Angesicht von Putin`s Angriffskrieg in der Ukraine liegt der Schwerpunkt auf den Themen Klimakrise und Imperialismus, Vertreibung und Flucht. Die Demo startet um 11:30 Uhr am Bahnhof, bei der die FFP2-Maskenpflicht gilt.
„Kohle, Öl und Gas heizen nicht nur die Atmosphäre auf, sondern auch Kriege an“, heißt es im Aufruf von fridays for future. Deshalb setzt man auf einen starken Ausbau von erneuerbaren Energien mit Windkraft und Photovoltaik, sowie die Nutzung von Wärmepumpen statt Öl- und Gas-Heizungen. 600 Millionen Euro ist das Gas wert, das die EU täglich aus Russland importiert. 600 Millionen Euro für den grausamen Angriffskrieg auf die Ukraine, 600 Millionen Euro für die Zerstörung unseres Klimas.
Vereinzelt mischen sich Erwachsene unter die Schülerdemo, die sich am Bahnhof versammelt. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, wird eingeübt. Mehr Klimaschutz, ein Ende der fossilen Energieträger und die Einhaltung eines 1,5 ° Grad C- Pfades sind die zentralen Ziele der Bewegung. Klimagerechtigkeit wollen sie nicht irgendwann, sondern jetzt. Der rund 250-köpfige Zug setzt sich über die Eisenbahn-, Meersburger und Karlstraße in Bewegung. Während am Anfang der Demo die Fußgänger überwiegen, sind es gegen Ende des Zuges mehr und mehr die Radler*innen, die ihre Räder schieben. „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle“.
Gerne sind es solche Parolen, die gerufen werden und wobei man die mitgebrachten Schilder dabei hoch- und runterhalten kann. Die Demo passiert die Schussenstraße, wo im Mai letzten Jahres eine Hochseilaktion von Klimaaktivisten aus dem Altdorfer Wald die Straße einen vollen Tag blockierte und weswegen einzelne Beteiligte oder Zuschauer wahllos der Reihe nach nun zu 30 Tagessätzen im Amtsgericht in der Herrenstraße verurteilt werden.
Über das Frauentor geht es zum Kundgebung auf dem Mareinplatz vor dem Rathaus. Schikane nennt ein Sprecher die Aktion der Polizei, entgegen ihrer Genehmigung einen Polizeibus, der vor Einbrechern und Diebstählen warnt, nun an dieser Stelle parken zu lassen. Es ist aber gelungen mit dem Podest und der Technik umzuziehen , sodass der erst Redner sprechen kann. Er thematisiert insbesondere die Klimaschäden des Militarismus, schon wenn man die jährlichen Ausgaben für das Militär und den Klimaschutz gegenüberstellt, werde für das Miliär 3-mal soviel ausgegeben.
In Megatonnen C02 gerechnet, sind es mehr als die ganze Schweiz verbraucht, so der Aktivist. „Warum sind wir hier, fragte sich eine weitere Rednerin und verweist auf Klimakatastrophen wie im Ahrtal, die Vernachlässigung von Menschenrechten beim Einkauf von Gas in Katar, und weil wir keine Zeit mehr verlieren können, wobei die Ärmsten, die am wenigsten zur Klimakrise beitragen, am härtesten darunter zu leiden hätten.
„We are unstoppable und another world is possible“, sprechen sich die Teilnehmerinnen zum Ende der Versammlung Mut zu. Zum Schluss gibte s Hinweise auf weitere Aktionen, so am 2.04. 16 Uhr eine Demo am Dorfladen in Unterankenreute gegen den Kiesabbau und für den Bestand des Altdorfer Waldes, und schon am kommenden Montag 9.30 Uhr vom Bahnhof zum Amtsgericht eine Silidaritätsdemo gegen Kriminalisierung von Klimaschutz. Aktivistinnen drohen bis zu 140 Tagessätzen wegen der Blockade einer Kiesgrube.
Bericht und Bilder: Gerhard Maucher

