Kreis Ravensburg - Ein sicherheitspolitischer Diskurs mit der JU Kreis Ravensburg Über die Lage in der Ukraine, die Auswirkungen dieses Kriegs auf Deutschland sowie über langfristige Folgen für die Bundeswehr unterhielt sich die JU Ravensburg mit Hauptmann Niehues und Oberleutnant Klein, jew. Jugendoffizier der Bundeswehr.
Putins Angriff fordert nicht nur zur bestmöglichen Unterstützung der Ukraine auf, sondern verlangt auch für Deutschland eine kritische Reflexion des bisherigen Umgangs mit der Bundeswehr. Das zeigen nicht zuletzt das Sondervermögen für die Bundeswehr und die längst überfällige Aufstockung des deutschen Verteidigungsetats.
Welche Schlüsse sollte die deutsche Politik für unsere Bundeswehr ziehen? Welche Motive verfolgt Putin und was bedeutet das für uns? Und wie kann effektive Unterstützung der Ukraine überhaupt aussehen? Für die Beantwortung dieser Fragen durfte die JU im Kreis Ravensburg zwei Experten – Hauptmann Niehues und Oberleutnant Klein, jew. Jugendoffizier der Bundeswehr – bei sich begrüßen. In einer Online-Veranstaltung, die am 15. März stattfand, teilten sie ihre Einschätzungen und antworteten auf die zahlreichen Fragen der JU-Mitglieder.
In seinen einleitenen Worten begrüßte der JU-Kreisvorsitzende Lorenz Klingele die Gäste Axel Müller MdB, August Schuler MdL und den CDU-Kreisvorsitzenden Christian Natterer. Laut Klingele ist die russische Invasion ein „Angriff auf unsere Werte und unsere Freiheit“. Der anschließende Impulsvortrag der Jugendoffiziere führte die über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Zeiten des Warschauer Pakts und der NATO Osterweiterung zurück.
Aus einer Betrachtung der alten Grenzen der Sowjetunion lassen sich die wirtschaftlichen und geopolitischen Ängste Putins herleiten, so Niehues, die sich in diesem Krieg niederschlagen.
Darauffolgend hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen und Beiträge zu teilen. Ein Schwerpunkt der Diskussion waren die Waffenlieferungen an die Ukraine und die Rolle der ukrainischen Zivilbevölkerung. Ist es richtig, Zivilsten zu Zielobjekten, und damit auch zu Ofper von Vergeltung, zu machen? Außerdem tauschten sich die Anwesenden über die Stimmung in der russischen Bevölkerung, die dortige Indoktrination und die Informationslage der Bevölkerung aus. Aufbauend auf dem Input der Jugendoffiziere zur Verfassung der Bundeswehr sprach die JU Ravensburg ferner über notwendige Maßnahmen zur Stärkung der Bundeswehr. Konsens unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmer herrschte darüber, dass mehr Geld zwar notwendig ist, dieses aber nur dann wirkungsvoll ist, wenn auch die Strukturen, etwa das Antragsverfahren beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, optimiert werden.
Axel Müller MdB erhielt Zuspruch bei dem Aufruf, sich auf der nun erfolgten Aufstockung des Verteidungsetats nicht auszuruhen, sondern von nun an kontinuierlich das 2%-Ziel der NATO einzuhalten. Insgesamt ließen die Fülle an Fragen, welche die Mitglieder an Hauptmann Niehues und Oberleutnant Klein loswerden wollten, sowie einzelne Wortmeldungen erkennen, mit welcher Sorge die Anwesenden den russischen Angriff betrachten.
Bericht Cora Pfeiffer

