Friedrichshafen – Dieser Bericht hätte anders lauten können, wenn die Spielregeln bei der AfD mit ihrer Spitzenkandidatin Alice Weidel andere wären, als hier berichtet.

Einen letzten und einzigen Auftritt in der Region Oberschwaben hatte sie, wo Weidel so unbeliebt ist, dass sie sich regelmäßig Ärger einhandelt, zuletzt in Weingarten. Dort ließ sie einen vermeintlichen Störer hinauswerfe, der nach eigenen Angaben ein Bewunderer und Sympathisant der Partei war. Das ist er jetzt vermutlich nicht mehr, da er doch so ungerecht behandelt wurde. Die ganze Bundespresse lachte und Weidel hat sich bis heute nicht bei dem Mann entschuldigt. Doch in der Graf Zeppelin Halle in Friedrichshafen sah sie bessere Chancen, sich nicht weiter lächerlich zu machen.

Zum Beginn ihrer Veranstaltung hatte sich bereits ab 14 Uhr eine Kundgebung für Toleranz und Offenheit mit rund 100 Teilnehmer*innen zusammen gefunden. So unterschiedliche Gruppen von Omas gegen Rechts Bodensee, über SPD, Linke, Liberté, Egalité, Fck AfD Flüchtlingshilfe bis zum Offenes Antifaschistisches Treffen (OAT) aus Biberach hatten sich am Bodenseeufer versammelt.

Währenddessen bildeten sich lange Schlangen vor der Eingangstüre mit AfD-Sympathisanten. Nicht alle durften rein: Nachweis der 3G`s war erforderlich, Personalausweis musste auch dabei sein, und zuletzt noch eine Zettelwirtschaft mit Name, Adresse Telefonnummer um in die Halle zu gelangen.

Ich hatte es als 112. Besucher von insgesamt etwa 150 geschafft, aber es folgte eine zweite Kontrolle an der Saaltür. Eigentlich wollte ich nur ein Bild von Alice Weidel machen, aber das wurde mir durch einen Security – Mitarbeiter aus Berlin, wie er sagte, verweigert, mit dem Hinweis,ich könnte später fotografieren. Auf meinen Einwand „von der Presse“ galt für ihn nicht, da ich keinen Presseausweis mitführte.

Alles klar, dachte ich, mach ich später Bilder, war zu kurz gedacht, Am Eingang stellte sich mir ein zweiter breitschultriger Security entgegen und verkündete, ich hätte keinen Zutritt. Er fand es sogar nötig mich hinaus zu begleiten, mit den Worten „Dieser Mann darf hier nicht mehr herein.“

Auch mein blütenweißes neues Kontrollarmband nützte nichts mehr. Ich wurde an die frische Luft gesetzt und es ist vielleicht auch besser so, weil in Frage steht, ob ich Neues erfahren hätte.

Richtige Weidel-Fans waren auch wieder ausgeschlossen worden, so eine Frau mit dem Schild „Weltweit Wüsten aufforsten“ und der Industriemechaniker neben mir, der eben keine der 3 G´s erfüllen konnte.

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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halloRV

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